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27:25 - Cloppenburgs Handballer stürmen die "Hölle des Nordens"

TVC-Männer feiern erfolgreichen Start in die neue Oberligaison. Verdienter Sieg beim VfL Fredenbeck trotz einiger Ausfälle.

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Nicht aufzuhalten: Der TV Cloppenburg, hier mit Kevin Heemann (am Ball), ließ sich auch von der rustikalen Gangart des VfL Fredenbeck (hier mit Daniel Sharnikau, links) und Tim Fock nicht stoppen und landete einen verdienten 27:25-Sieg. Foto: Langosch

Nicht aufzuhalten: Der TV Cloppenburg, hier mit Kevin Heemann (am Ball), ließ sich auch von der rustikalen Gangart des VfL Fredenbeck (hier mit Daniel Sharnikau, links) und Tim Fock nicht stoppen und landete einen verdienten 27:25-Sieg. Foto: Langosch

Das ist einmal eine Ansage der Handballer des TV Cloppenburg an die Konkurrenz in der Oberliga Nordsee. Zum Auftakt der Saison 2022/2023 stürmten sie die „Hölle des Nordens und gewannen beim VfL Fredenbeck vor rund 800 Zuschauern in der Geestlandhalle verdient mit 27:25 (14:14).

Letztlich spiegelt das Ergebnis noch nicht einmal die Kräfteverhältnisse auf dem Platz wider, denn der TVC hätte durchaus noch deutlicher können. Dabei waren die Gäste mit einem reduzierten Kader angereist. Nur neun Feldspieler hatte Trainer Janik Köhler zur Verfügung. Aber dieses kleine Aufgebot schlug sich mehr als achtbar.

Nach gutem Start (3:1, 5./4:2, 6.) verlor Cloppenburg jedoch den Faden und geriet mit 4:7 in Rückstand. Köhler sah sich gezwungen, schon nach zehn Minuten die erste Auszeit zu nehmen. „Wir waren zu nervös, ich habe meine Spieler angehalten, die Ruhe zu bewahren und unseren Spielstil durchzuziehen“, meinte Köhler, der mit seinem Appell zu seiner Mannschaft durchdrang. Die Cloppenburger fanden wieder in die Spur und ließen sich auch von der rustikalen und sehr körperbetonten Gangart der Hausherren nicht beeindrucken.

  • VfL Fredenbeck - TV Cloppenburg 25:27 (14:14)
  • TV Cloppenburg: Mika Brokmeier (1), Nils Buschmann – Ole Harms (6/4), Michael-Leon Willams (5), Thies Luca Hermann (4), Kevin Heemann (3), Bence Lugosi (3), Michal Skwierawski (3), Maximilian Bähnke (2), Krzystof Pawlaczyk, Mark Steinkamp.
  • Haupttorschützen VfL: Jan Möller (5/5), Ole Hagedorn (4), Jesper Müller (4).
  • Rote Karte: Jesper Müller (VfL, 43., grobes Foul), Jakob Ritscher (VfL, 46., dritte Zeitstrafe).
  • Zuschauer: 800.
  • Nächstes BVG-Spiel: Am Samstag (17. September) von 19.30 Uhr an gegen den TSV Bremervörde.

Folglich kamen die Gäste wieder heran. Beim 12:12 hatten sie den Ausgleich geschafft (28.), unmittelbar vor der Pause kassierten den Treffer zum 14:14, als die Fredenbecker Michael-Leon Williams' riskantes Anspiel an den Kreis abfingen und noch einen erfolgreichen Tempogegenstoß liefen. Somit hieß es zur Halbzeit nur 14:14 anstatt 15:13 für den TVC.

„Es läuft ganz gut, aber wir müssen noch noch zwei, drei Bälle mehr halten“, meinte der neue Cloppenburger Torwarttrainer, Timo Hermann. Der Wunsch war Keeper Mika Brokmeier quasi Befehl. Im zweiten Durchgang steigerte er sich deutlich und trug sein Scherflein zum Erfolg bei und freute sich diebisch über den Sieg: „Gegen meinen Exverein zu gewinnen, ist natürlich klasse, ich wohne ja nicht so weit weg von der Halle. Wir haben richtig gut gekämpft. In der zweiten Halbzeit haben die Absprachen mit der Abwehr besser geklappt, das war schon hilfreich.“

Insgesamt aber drehte der TVC nach dem Seitenwechsel auf. Die Deckung war für die Gastgeber kaum noch zu überwinden. „Wir haben schlauer verteidigt und damit mehr Ballgewinne generiert“, meinte Janik Köhler. Im Angriff lenkte Michael-Leon Williams das Spiel mit viel Übersicht, auf den Halbpositionen setzten sich Thies Luca Hermann (links) und Kevin Heemann (rechts) immer wieder in Szene. „Und das, obwohl sie wussten, dass sie viel ,aufs Fell' bekommen würden. Das haben sie stark gemacht“, lobte Köhler.

Die Härte, die die Fredenbecker an den Tag legten, blieben nicht ohne Folgen. Jesper Müller sah für seine Attacke gegen den enteilenden Maximilian Bähnke glatt „Rot“ (43.). Müller hatte den TVC-Linksaußen zwar kaum berührt, war aber zu ungestüm zu Werke gegangen. Nur gut zwei Minuten später folgte Jakob seinem Teamkollegen Müller auf die Tribüne, der Kreisläufer hatte seine dritte Zeitstrafe kassiert (46.).

Die Hinausstellungen waren auch Beleg für wachsenden Frust auf Seiten des VfL. Tatsächlich fanden die Fredenbecker gegen die zusehends stabiler werdende Deckung der Gäste kaum noch Mittel. „Wir hatten gut begonnen und hätten höher führen können. Dann aber haben wir uns immer wieder dumme Zeitstrafen eingehandelt und mussten vor allem in der zweiten Halbzeit zu lange in Unterzahl spielen. So haben wir nicht den nötigen Zug zum Tor bekommen und sich vergeblich den Rückständen hinterhergelaufen“, meinte VfL-Trainer Igor Sharnikau.

Letztlich hatten er und sein Team es Torhüter Teo Meštrović zu verdanken, dass sie nicht vorzeitig aussichtslos in Rückstand gerieten. Für Cloppenburg geriet der Erfolg aber nicht mehr in Gefahr, auch wenn der Vorsprung noch etwas schrumpfte.

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