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24-Stunden-Lauf in Lutten: Ein Paradies für Hartgesottene

Beim Event für „Sportler gegen Hunger“ gab's jede Menge Regen, aber das Programm wurde gnadenlos durchgezogen. Mehr als 220 Läufer drehten ihre Runden.

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Unterwegs für den guten Zweck: Eine Szene vom 24-Stunden-Lauf in Lutten – als es mal nicht regnete. Foto: Schikora

Unterwegs für den guten Zweck: Eine Szene vom 24-Stunden-Lauf in Lutten – als es mal nicht regnete. Foto: Schikora

Auf den letzten Metern, in der letzten 30 Minuten des 24-Stunden-Laufs für „Sportler gegen Hunger“, öffnete Petrus noch mal alle Schleusen. Als hätten Dauerregen und die kräftigen Böen nicht gereicht, gab's am Sonntagmittag um 13.30 Uhr noch einen kurzen, heftigen Hagel-Regen-Schauer als Krönung des Schietwetters obendrauf. Die letzten Läufer, die in der 24. Stunde des SgH-Events ihre Runden um den Hauptplatz des TuS Lutten drehten, schreckte das allerdings nicht ab – jetzt war's ohnehin egal, mehr als klatschnass geht ja nicht. Also: Durchziehen bis zum Schluss, bis 14.00 Uhr.

Wie im Vorjahr, als Tief Tristan die Sportanlage des TuS Lutten in eine bitterkalte, aber beeindruckende Schnee- und Eis-Landschaft verwandelt hatte, war Lutten auch bei der zweiten Auflage des XXL-Laufs wieder ein Paradies für Hartgesottene. Die Läufer, Wanderer, Walker und Radfahrer trotzten von Samstag, 14.00 Uhr bis Sonntag, 14.00 Uhr allen Widerständen – das Programm wurde gnadenlos abgespult, sehr zur Freude der Organisatoren vom Lutter Lauftreff „KMH & friends“ und von der 1. Damenfußball-Mannschaft des TuS Lutten. „Es war teilweise echt grenzwertig, aber alle haben es durchgezogen. Und alle waren danach top zufrieden“, hieß es aus dem Orga-Team.

Regen in allen Varianten, dazu kräftiger Wind – das waren ab Samstagabend die Herausforderungen für alle Teilnehmer. Der eine oder andere war nach seiner Stunde für SgH nass bis auf die Unterhose. Und mit jeder Etappe im Zeitplan wurde es matschiger. Beim Übergang vom Hauptplatz zu Platz drei hatte sich aufgrund des Gefälles irgendwann ein mächtiger Wassergraben gebildet, den sonst wohl nur die Springreiter vom Hamburger Derby kennen.

Gute Laune trotz Regen: Sophia Middelbeck und Laura Kühling.Gute Laune trotz Regen: Sophia Middelbeck und Laura Kühling.

Und die Umrundung des Trainingsplatzes war selbst für erfahrene Trailexplorer, die schweres Geläuf nur allzu gut kennen, eine echte Herausforderung, die ihre Spuren hinterließ und eigentlich Gummistiefel erfordert hätte. Die dicken Schlammpackungen an den Waden sahen nach Fango, nach Wellness aus, erholsam war's allerdings nicht.

Dennoch wurde das Ziel erreicht: 24 Stunden am Stück für SgH laufen. Pro Stunde waren maximal zehn Teilnehmer erlaubt, und diese coronabedingte Obergrenze wurde fast ausgereizt. Die Organisatoren zählten am Ende mehr als 220 SgH-Unterstützer aus Lutten und umzu. Von 4.00 bis 5.00 Uhr gab's die schwächste Stunde mit nur zwei Läufern und einem Wanderer.

Bereits vor der Eröffnungsstunde mit TuS-Klubchef Heinrich Blömer waren die 1. und 2. F-Jugend sowie die G-Jugend im Einsatz; sie drehten ihre Runden um den „Willisee“. Als Lohn gab's eine Ladung Süßigkeiten von den Organisatoren. Auch die C-Jugend sowie diverse Einzelläufer spulten ihr Pensum abseits der TuS-Anlage ab und machten Erinnerungsfotos vor dem Event-Banner bei der Feuerwehr oder beim Sportplatz. Grund: Alle Teilnehmer nehmen an einer Verlosung von 20 Preisen teil, die in Kürze durchgeführt wird.

Zwischen 19.00 und 20.00 Uhr, also parallel zum Bundesliga-Hit FC Bayern - RB Leipzig, gab's eine Vorstandsstunde. Fünf Vorstandsmitglieder von RW Visbek, Frisia Goldenstedt und TuS Lutten drehten gemeinsam ihre Runde – und direkt danach übernahmen die Bezirksliga-Fußballerinnen von Fortuna Einen.

46 Kilometer mit dem Rad unterwegs: Stefan Surmann und seine Picker“-Crew, hier beim Regen-Stopp in Arkeburg.46 Kilometer mit dem Rad unterwegs: Stefan Surmann und seine „Picker“-Crew, hier beim Regen-Stopp in Arkeburg.

Zur großen Läuferschar gehörten auch viele bekannte Gesichter aus der VEC-Läuferszene. Und aus Wildeshausen war Woldemar Schilberg dabei – er kam mit dem Fahrrad, lief am Sonntag von 7.00 bis 9.00 Uhr und fuhr dann noch mit dem Rad zurück.

Apropos Fahrrad: Eine fünfköpfige Gruppe um TuS-Platzkassiererin Simone Kossen absolvierte eine Tour über 46 Kilometer, sammelte unterwegs einigen Spenden ein und konnte nach rund acht Stunden über 1000 Euro beisteuern.

Artland-Dragons-Geschäftsführer Marius Kröger lenkte sich unterdessen in der Heimat – er ist auch Fußballobmann beim TuS Lutten – vom Abstiegskampf in der 2. Basketball-Bundesliga ProA ab und erlief dank eines persönlichen Sponsors 1000 Euro (zehn Runden à 100 Euro).

Die 2. Herren des TuS Lutten, die die Stunde von 21.00 bis 22.00 Uhr gebucht hatte, absolvierte aus Rücksicht auf zwei Corona-Genese in der 10er Gruppe eine Wanderung – und unterwegs gab's diverse Spielchen für SgH. Der Schatzmeister der Truppe konnte nach einer Stunde volle Taschen ausleeren. Damit nicht genug der Anekdoten: Eine Läuferin kam direkt aus der Nachtschicht zum Platz, eine andere lief erstmals wieder nach einem Kreuzbandriss. Und die Feuerwehr Lutten, die wie im Vorjahr die Nachtwache übernahm, leuchtete die Strecke nachts neu aus, als die Aschenbahn nicht mehr passierbar war.

Für die Teilnehmer gab's eine kleine Verpflegungsstation mit Kuchen, Bockwürstchen sowie kalten und warmen Getränken. Die Organisatoren bedankten sich beim Fazit ausdrücklich für die Disziplin in Sachen 2G-Kontrolle, Maske und Abstand. Und das SgH-Sparschwein im Foyer der Lutter Sporthalle wurde auch kräftig gefüttert.

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