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103:80 - Rasta Vechta feiert den dritten Sieg in Serie

Der Basketball-Zweitligist setzt sich am Dienstagabend gegen die Itzehoe Eagles mit Ex-Rasta-Coach Pat Elzie durch - angeführt von einem überragenden Josh Young. Hier der Nachbericht mit Stimmen.

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Elf Punkte gegen Itzehoe: Rastas Preston Purifoy (links), hier gegen Filmore Beck. Foto: Schikora

Elf Punkte gegen Itzehoe: Rastas Preston Purifoy (links), hier gegen Filmore Beck. Foto: Schikora

Er fluchte und schlug immer wieder mit der Hand auf die LED-Bande, er tigerte in seiner Coaching-Zone hin und her, schüttelte verzweifelt den Kopf, haderte mit den Schiedsrichtern und seinem Personal. Er raufte sich die Haare, malträtierte sein Jackett, brüllte sein Team in der Auszeit an. Keine Frage: Vladimir Lucic, Trainer der Basketballer von Rasta Vechta, war am Dienstagabend im Kellerduell der 2. Bundesliga ProA gegen die Itzehoe Eagles mehrfach auf 180 – mindestens. Der serbische Vulkan brodelte, er brach auch einige Male aus. Wenn Blicke töten könnten.

Aber kurz nach der Schlusssirene, das letzte Spiel des Jahres war knapp zehn Minuten vorbei, präsentierte sich Lucic handzahm. Er sprach gefasst über den 103:80 (41:44)-Erfolg gegen den Tabellenvorletzten. Ruhig in der Stimme, aber klar in der Botschaft. „Wir sind zusammengeblieben, als es für uns schwierig war. Dieses Team hat Charakter. Und im letzten Viertel haben wir so gespielt, wie ich mir das immer wünschen würde“, sagte Lucic.

103:80 – der höchste Sieg in dieser Saison, der sechste Erfolg insgesamt, der dritte in Folge. „Diese kleine Serie zu haben, ist sehr wichtig für uns“, sagte Lucic mit Blick auf die Tabelle der ProA – und auf die nächste Aufgabe. Zum Abschluss der Hinserie geht es am Sonntag (2. Januar, 16.30 Uhr) zum Spitzenreiter Science City Jena, „zum besten Team der Liga“, wie Lucic noch anmerkte. Eine hohe Hürde für Rasta, aber das Selbstvertrauen ist am Dienstag erneut ein kleines Stück gewachsen.

Rasta obenauf: Tajuan Agee (rechts) attackiert den Korb. Foto: SchikoraRasta obenauf: Tajuan Agee (rechts) attackiert den Korb. Foto: Schikora

„Wenn wir so ins Laufen kommen wie im letzten Viertel, dann sind wir schwer zu stoppen“, gab Rastas Kapitän Josh Young nach der Partie zu Protokoll. Der US-Guard, der mit 23 Punkten, fünf Dreiern und einer überragenden Quote aus dem Feld (9/10) der Mann des Abends war und sich ein Sonderlob von Lucic („Das ist Josh, das ist unser Kapitän“) verdiente, meinte noch: „Dieses Team hat so viel Talent, so viel Potenzial. Wir müssen es nur abrufen.“

Young freute sich über den „Killerinstinkt“ im letzten Abschnitt. Allerdings wusste er natürlich auch, dass Rasta bis Mitte des dritten Viertels deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben war – und das sprach er auch aus. „Wir haben lange gebraucht“, erklärte Young. In der Tat. Beim 43:53 lag Rasta sogar mit zehn Punkten zurück, später hieß es 50:57, 53:61 und 60:65, ehe eine 9:0-Serie mit drei Dreiern von Young (2) und Preston Purifoy die Wende einleitete.

Apropos Dreier: Rasta Vechta verbuchte gegen die Eagles eine famose 68-Prozent-Quote von jenseits der 6,75-m-Linie. Das Dreier-Festival ließ irgendwann auch den Vulkan Lucic abkühlen. Insgesamt 17 Treffer bei 25 Versuchen, 5/6 im dritten Viertel, 5/7 im vierten – Hut ab, das war der Schlüssel zum Sieg.

„Da hat man unser Potenzial in der Offense gesehen“, freute sich Joel Aminu, der in seinem zweiten Match für Rasta ebenfalls eine Hauptrolle hatte. 17 Punkte, vier Rebounds, zwei Assists und drei Steals – ein starkes Gesamtpaket. Die Schwierigkeiten in der ersten Halbzeit gab er offen zu („Das war nicht gut. Wir haben viel zu viele Offensivrebounds von Itzehoe zugelassen“), über die Steigerung nach der Pause sprach er viel lieber: „Da sind wir besser ins Laufen gekommen.“ Insgesamt hielt er fest: „Wir sind noch nicht so eingespielt, aber es wird immer besser.“

Neben Young und Aminu punkteten auch Tajuan Agee und James Washington (je 13) sowie Preston Purifoy (11) zweistellig. Letzterer erhielt noch einen Rüffel vom Coach für zwei „völlig unnötige Ballverluste“ im letzten Viertel (aus einem 78:71 wurde ein 78:76), aber auch das war irgendwann vergessen.

Eagles-Coach Pat Elzie musste nach seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte das Offensivpotenzial seines Ex-Klubs anerkennen („Rasta hat wichtige Dreier getroffen“), er lobte Vechtas Steigerung in der Defense, gratulierte zu einem „am Ende verdienten Sieg“ und haderte mit dem kapitalen Einbruch nach dem 80:83. In den letzten fünf Minuten machten die Gäste, die ihren kanadischen Guard-Neuzugang Myles Charvis (27) aufgrund einer fehlenden Spielberechtigung noch nicht einsetzen konnten, keinen Punkt mehr.

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