Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

102:90 - Rasta gewinnt Kellerduell in Göttingen

Die Basketballer von Rasta Vechta haben im Abstiegskampf der Bundesliga einen wichtigen Erfolg gelandet. Es war ein Krimi, der in die Verlängerung ging.

Artikel teilen:
Ringkampf: Rasta Vechtas Jean Salumu (links) gegen Göttingens Deishuan Booker. Foto: Pförtner

Ringkampf: Rasta Vechtas Jean Salumu (links) gegen Göttingens Deishuan Booker. Foto: Pförtner

Die Basketballer von Rasta Vechta haben den dritten Sieg in Serie gefeiert. Die Mannschaft von Trainer Thomas Päch setzte sich am Freitagabend im Kellerduell bei der BG Göttingen mit 102:90 (86:86, 34:47) nach Verlängerung durch und landete damit einen wichtigen Erfolg im Abstiegskampf. Rasta machte dabei einen zwischenzeitlichen 15-Punkte-Rückstand wett. Jean Salumu war mit 22 Punkten der Topscorer bei Rasta, gefolgt von Josh Young (18). Neben diesem Duo punkteten auch Jesse Hunt (13), Stefan Peno, Robin Christen (je 12) und Dennis Clifford (11) zweistellig. Das Kellerduell und seine Etappen:

Die Ausgangslage: Nach zwei Heimsiegen in Serie gegen Bamberg und Gießen und dem Verlassen des letzten Tabellenplatzes reiste Rasta selbstbewusst nach Göttingen - fest entschlossen, die kleine Serie auszubauen und nach Pluspunkten mit dem Drittletzten Göttingen gleichzuziehen. Die BG hatte unterdessen acht der letzten neun Spiele verloren und dabei im Schnitt 92 Punkte kassiert. Rastas BBL-Bilanz gegen Göttingen war vor dem Spiel leicht positiv: Es gab drei Siege und zwei Niederlagen. Das Pokal-Duell im Oktober ging allerdings mit 99:87 an die Göttinger, die sich in Vechta dank einer überragenden Dreier-Quote (15/30) für das "Final Four" qualifizierten.

Das Personal: Nach dem Abschied von Ikenna Iroegbu, dessen Vier-Wochen-Vertrag unter der Woche nicht bis zum Saisonende verlängert wurde, musste Rasta-Coach Päch nur noch einen ausländischen Profi aus dem Tages-Kader streichen - es erwischte Will Vorhees. Philipp Herkenhoff fehlte unterdessen abermals verletzt. Die BG Göttingen, die nach dem Abgang von Taktgeber Jorge Gutierrez auf der Suche nach einem neuen Point Guard ist, musste derweil ohne Power Forward Will Rayman antreten. Der Amerikaner, seit Ende November in Göttingen und damit einer von bislang drei nachverpflichteten BG-Profis, war unglücklich umgeknickt. „Das ist eine typische Basketball-Verletzung, die braucht jetzt ein paar Tage Pause“, so Göttingens Coach Roel Moors vor dem Match.

Rein oder nicht rein? Das fragen sich Dennis Clifford, Göttingens Tai Odiase und Jordan Barnett (von links). Foto: Pförtner Rein oder nicht rein? Das fragen sich Dennis Clifford, Göttingens Tai Odiase und Jordan Barnett (von links). Foto: Pförtner 

Das 1. Viertel: Kein Abtasten, kein Zögern: Beide Teams starteten im Vollgas-Modus ins Kellerduell. Das erste Viertel verging wie im Fluge, es ging rauf und runter. Eine kurze Verschnaufpause gab es erst, als BG-Center Tai Odiase eine Kontaktlinse verlor. Rasta machte aus einem 8:11 ein 15:11, gefolgt von einem 18:13. Bei Rasta stark in der Anfangsphase: Jean Salumu mit sieben Punkten sowie Neuzugang Jesse Hunt mit sechs Punkten und vier Rebounds. Göttingen blieb aber dran und glich zum 20:20 aus.

Das 2. Viertel: Bis zur 27:23-Führung nach den Punkten sieben und acht von Hunt war Rastas Welt noch in Ordnung, dann verlor der Gast die Kontrolle über die richtungweisende Partie. Eine 0:10-Serie zum 27:33 war die erste Mini-Krise. Und kurz danach fiel Rasta von 32:35 auf 34:47 zurück. Vechta bekam Aubrey Dawkins (13 Punkte zur Pause; 6/7 aus dem Feld) nicht in den Griff, tat sich gegen die aggressive BG-Defense schwer und hatte zur Pause bereits zehn Ballverluste. Mit einer 13-Punkte-Hypothek ging es in die zweite Halbzeit.

Das 3. Viertel: Nach gerade einmal 2:42 Minuten hatte Rasta schon fünf Teamfouls, die BG sammelte Punkt für Punkt an der Freiwurflinie. So war's schwer für Vechta, den Rückstand zu verkürzen. 39:51, 41:54, 46:60, 50:65 – Rasta lief hinterher, auch weil Göttingen zu viele Offensivrebounds holte. Dass Vechta noch im Spiel war und am Ende des Viertels den Rückstand tatsächlich in den einstelligen Bereich drücken konnte (61:69), lag vor allem an Robin Christen, der innerhalb kürzester Zeit vier Dreier traf.

Das 4. Viertel: Acht schnelle Punkte von Salumu brachten den Ausgleich zum 69:69, viertelübergreifend war's ein 13:0-Lauf von Rasta. Die Partie wurde ein Krimi – und Vechta bekam phasenweise Oberwasser, nach einem Dreier des starken Taktgebers Stefan Peno führte Rasta mit 81:75 – der größte Vorsprung bisher. Aber: Göttingen konterte gut eine Minute vor Schluss zum 83:83. Was für eine Dramatik! Die weiteren Etappen aus Rasta-Sicht: 85:83, 85:86, 86:86. Letzter Angriff Göttingen: Dreier Luke Nelson, vorbei! Verlängerung – die erste für Rasta in dieser Saison.

Die Verlängerung: Sieben Punkte von Peno bescherten Rasta eine 93:89-Führung – und dann legte Josh Young einen Dreier aus acht Metern nach. 96:89, noch 87 Sekunden. Einmal „on fire“, legte Young einen weiteren Dreier nach. 99:90, die Entscheidung.

Der Ausblick: Für Rasta geht's am 31. Januar (Sonntag, 15.00 Uhr) mit einem Auswärtsspiel beim Meister und Pokalsieger Alba Berlin weiter. Für Päch, Peno und Clifford ein besonderes Spiel - sie haben alle eine Alba-Vergangenheit.


BG Göttingen - Rasta Vechta n.V. 90:102 (86:86, 47:34)

  • Viertel: 20:20, 27:14, 22:27, 17:25 (4:16).
  • Punkte Göttingen: Luke Nelson (23), Aubrey Dawkins (21), Tai Odiase (12), Harper Kamp, Nelson Weidemann (je 9), Deishuan Booker (6), Mathis Mönninghoff und Akeem Vargas (je 5).
  • Punkte Vechta: Jean Salumu (22), Josh Young (18), Jesse Hunt (13), Robin Christen, Stefan Peno (je 12), Dennis Clifford (11), Jordan Barnett (9), Tim Hasbargen (3) und Jannes Hundt (2).

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

102:90 - Rasta gewinnt Kellerduell in Göttingen - OM online