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1:4 – BW Lohne fehlt die Abgeklärtheit

Nach der vierten Regionalliga-Saisonniederlage bei Teutonia Ottensen stellte BWL-Coach Henning Rießelmann fest: „Das ist schon brutal.“

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Anschlusstreffer ohne durchschlagenden Erfolg: BWL-Torschütze Christopher Schepp. Foto: Wenzel

Anschlusstreffer ohne durchschlagenden Erfolg: BWL-Torschütze Christopher Schepp. Foto: Wenzel

Nach dem ersten Saisonsieg für Aufsteiger BW Lohne in der Fußball-Regionalliga Nord gegen Atlas Delmenhorst (3:2) war drei Tage später die Hoffnung auf einen Anschlusserfolg beim Hamburger Vertreter Teutonia Ottensen durchaus vorhanden. Aber sie zerstob am Samstagnachmittag im Stadion Hoheluft, wo der extrem effektive Gastgeber auf Kunstrasen mit einem 4:1 (2:0)-Sieg die drei Zähler an sich nahm.

Die Blau-Weißen fuhren desillusioniert heim – in dem Wissen, dass man gegen etablierte Liga-Gegner seine Chancen konsequenter nutzen muss, als das beim sechsten Saisonauftritt der Fall war. BWL-Trainer Henning Rießelmann bezeichnete die Ereignisse in der ersten Hälfte letztlich als ausschlaggebend für die Niederlage. Der 39-Jährige stellte fest: „Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt. Wir hätten zumindest mit einem 2:1 oder 3:1 in die Pause gehen müssen. Wir hatten Ottensen eigentlich im Griff.“

Die Realität: Die Hamburger, am Dienstag noch DFB-Pokalgast bei Bundesligist RB Leipzig (0:8), gingen quasi aus dem Nichts durch Ole Wohlers' 16-m-Schuss in Führung (18.). Dann vergaben die Lohner laut Rießelmann „zwei 1000-prozentige Chancen“ durch Aaron Goldmann und Christopher Schepp, die nach Fehlern von Teutonia-Keeper Yannick Zummack jeweils völlig frei vor dem Tor nicht zu erfolgreichen Abschlüssen kamen. Danach gab es weitere Möglichkeiten, unter anderem für Schepps Sturmpartner Lennard Prüne.

Die zweite kalte Dusche folgte in der 44. Minute, als Maik Lukowicz mit dem zweiten Ottenser Torschuss auf 2:0 erhöhte. Henning Rießelmann: „Das ist der Unterschied: Sie machen die Tore rein, wir machen sie nicht. Das ist schon brutal.“

Auch Ottensens Coach David Bergner bestätigte nachher, dass zur Pause eigentlich Lohne hätte führen müssen. Dennoch kam BWL nach dem Kabinengang gut zurück und verkürzte durch ein schönes Tor von Christopher Schepp auf 1:2 (49.). Aber eine knappe Viertelstunde später kam Ottensen durch Pascal Steinwender (63., Kopfball nach Ecke) zum richtungweisenden 3:1.

Rießelmann sagte: „Das war der Partycrasher. Danach war es vorbei.“ Erneut Steinwender erhöhte nach 76 Minuten sogar noch auf 4:1 für Teutonia. Rießelmanns Fazit: „Das hätte nicht sein müssen. 1:4 – so deutlich war es nicht. Natürlich hat Ottensen vorne Qualität, sie haben auch Tempo. Trotzdem wäre mehr für uns drin gewesen.“

Torschütze Christopher Schepp: "Wir können es."  

BW Lohne, das auf Malte Beermann (Urlaub), Kai Westerhoff (privater Termin), Marek Janssen (Muskelfaserriss) sowie Bennet van den Berg (Leistenprobleme) verzichten musste und wegen des Kunstrasenspiels sicherheitshalber auf einen Einsatz des gerade von einem Kreuzbandriss genesenen Thorsten Tönnies verzichtete, wurde von rund 30 Fans unterstützt. Darunter waren einige Lohner HSV-Anhänger, die anschließend zum Zweitliga-Duell der Hamburger gegen den Karlsruher SC (1:0) weiterfuhren.

Nach der vierten Saisonniederlage der Lohner im sechsten Spiel sprach Torschütze Christopher Schepp von einem „schwierigen Spiel“ und ergänzte: „Wir waren in der ersten Halbzeit gut drin und haben zwei, drei Hundertprozentige, machen sie aber leider nicht.“ Nach dem frühen Anschlusstreffer habe dann die Entschlossenheit gefehlt, um die Partie noch zu drehen. „Somit fährst du dann mit einer Niederlage nach Hause“, haderte der Stürmer aus Damme: „Wir müssen weitermachen. Wir sehen ja: Wir können es.“

Nach 16 Jahren wieder um Punkte gegen Rehden

BWL-Torhüter Christoph Bollmann bezeichnete die erste Halbzeit trotz des 0:2-Rückstands als „richtig, richtig gut“. Und weiter: „Wir belohnen uns vorne nicht. Da fehlt uns die Kaltschnäuzigkeit.“ Man müsse das Glück auch mal erzwingen. Aber auch der Keeper wusste: Das ist leichter gesagt als getan. Trainer Henning Rießelmann merkte generalisierend an, dass die Abgeklärtheit gefehlt habe. Und hinten habe man sich bei zwei Gegentreffern auch düpieren lassen. Am Ende seien auch die Beine nach der englischen Woche schwer geworden.

Am kommenden Samstag geht es ins siebte Punktspiel gegen den Nachbarn BSV Rehden, der seit 2012 Dauergast in der Regionalliga Nord ist. Die letzten gemeinsamen Punktspielduelle gab es in der Saison 2005/06 in der Niedersachsenliga.

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