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0:3 – Saisonstart offenbart viele Baustellen

Oythes Zweitliga-Volleyballerinnen sind gegen Aufsteiger Bonn chancenlos. Coach Ali Hobst hadert: „Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen.“

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Vorbei am Bonner Block: Oythes Sina Albers (rechts) hat die Lücke gefunden. Foto: Schikora

Vorbei am Bonner Block: Oythes Sina Albers (rechts) hat die Lücke gefunden. Foto: Schikora

Am Morgen nach dem Fehlstart gab's das schnelle Wiedersehen. Für die Zweitliga-Volleyballerinnen des VfL Oythe stand ein Fototermin auf dem Programm – zusammen mit allen anderen Damen-Teams der Abteilung. Das Lächeln fiel Sina Albers, Franka Poniewaz und Co. aber verdammt schwer, der verkorkste Auftakt in die neue Saison der 2. Bundesliga Nord wirkte nach.

„Ich hatte eine schlaflose Nacht. Schade, dass wir so gestartet sind“, sagte Sina Albers, die neue Kapitänin des Teams, über die ernüchternde 0:3-Niederlage am Samstagabend gegen Aufsteiger Fortuna Bonn. Und die 27 Jahre alte Außenangreiferin aus Löningen ergänzte: „Es gibt noch viel zu tun. Wir haben nicht das abgeliefert, was wir können, was wir in den Testspielen und bei den Turnieren ja auch gezeigt haben.“ Coach Ali Hobst fand ähnliche Worte: „Wir sind nicht ansatzweise an die Form herangekommen, die wir in der Vorbereitung hatten. Und das stimmt mich nachdenklich.“

17:25, 21:25, 13:25 – die erste Etappe der 13. Oyther Zweitliga-Saison dauerte gerade einmal 79 Minuten. Das VfL-Team, das erstmals seit der Saison 2010/11 keine ausländische Spielerin im Kader hat, offenbarte Defizite in nahezu allen Mannschaftsteilen. „Uns hat die Struktur gefehlt, dass jeder seinen Job macht. Alle waren sehr nervös, das darf nicht passieren. Das Spiel müssen wir schnell vergessen“, sagte Sina Albers. Der Findungsprozess ohne Führungskräfte aus dem Ausland sei schwierig. Und: Mit Christine Aulenbrock (Pause nach langer Beach-Saison) und Neuzugang Sandra Hövels (Erkältung) fehlten am Samstag zwei Spielerinnen, die eigentlich in der Startformation gesetzt sind.

„Dass wir mit diesem jungen Team Spiele verlieren werden, ist klar. Aber wie wir verloren haben, war schon heftig. Der dritte Satz war eine Abfuhr.“Oythes Volleyballobmann Matthias Schumacher.

Nicht zu übersehen war, dass die junge Garde des VfL Oythe – sieben der elf eingesetzten Spielerinnen sind zwischen 16 und 22 Jahre alt – in einigen Phase des Spiels schlichtweg überfordert war. Das räumte auch VfL-Obmann Matthias Schumacher ein: „Dass wir mit diesem jungen Team Spiele verlieren werden, ist klar. Aber wie wir verloren haben, war schon heftig. Der dritte Satz war eine Abfuhr.“

Fortuna Bonn, angereist mit 14 Spielerinnen und in der Vorsaison Vizemeister der 3. Liga West, reichte ein solide, schnörkellose Leistung, um in der GAV-Halle alles im Griff zu haben. „Bonn musste ja gar nicht so viel machen. Wir waren nicht da und haben zu viele Fehler gemacht“, sagte Sina Albers. Spannung kam nie auf, das Spiel plätscherte vor sich hin und änderte eigentlich nie seine Richtung. „Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen“, haderte Ali Hobst: „Uns fehlten Erfahrung und Mentalität – das hat man gesehen.“

Abseits des sportlichen Geschehens gab's auch die Feuertaufe für das Oyther Zuschauer- und Hygienekonzept. „Im Großen und Ganzen sind wir mit der Umsetzung sehr zufrieden“, sagte Schumacher und lobte die Disziplin der Besucher sowie den Einsatz der Helferschar. 150 Zuschauer waren erlaubt, auf der Tribüne gab's ebenso 75 Sitzplätze wie an den Stirnseiten der Halle. „Für weniger hätte sich der ganze Aufwand auch nicht gelohnt“, erklärte Schumacher. Nur wenige Plätze blieben frei, 140 Zuschauer waren unterm Strich da. Eine Zahl, die am ersten Spieltag ins Bild passte – beim BBSC Berlin waren es beispielsweise 198 Zuschauer, in Essen 150, in Dingden nur 83.

Jetzt drei Auswärtsspiele in Serie

Schumacher deutete an, dass man die Zeit bis zu den nächsten Heimspielen am 10./11. Oktober gegen Köln bzw. VCO Berlin nutzen wolle, um einige Kleinigkeiten wie etwa den Einlass zu optimieren. Klar ist: Die Baustellen auf dem Spielfeld sind viel größer. Die nächste Gelegenheit, es besser zu machen, gibt es am Sonntag beim Bonner Mitaufsteiger RC Sorpesee im Sauerland – es ist das erste von drei Auswärtsspielen in Serie. Hobst sagt mit Blick auf die kommende Aufgabe: „Ich hoffe sehr auf einen Hallo-Wach-Effekt.“

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