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Wie 5 Männer zu Lebensrettern wurden

"Gute Tat" des Monats Juli: Ein vorbildliches Eingreifen bewahrt einen 5-Jährigen vor dem Ertrinken im Heidesee.

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Große Freude bei der Ehrung: (vorne von links) Hamza Abdullah, Marco Schulte und Simon Schwennen sowie (hinten von links) Goldenstedts Bürgermeister Alfred Kuhlmann, Renate Carrington (Vorstand des Goldenstedter Bündnisses für Familie), Mehrgenerationenbeauftragte Waltraud Varelmann und Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug, der den Ehrungsvorschlag einreichte. Marten Blöcker und Florian Olberding waren terminlich verhindert. Foto: Klöker

Große Freude bei der Ehrung: (vorne von links) Hamza Abdullah, Marco Schulte und Simon Schwennen sowie (hinten von links) Goldenstedts Bürgermeister Alfred Kuhlmann, Renate Carrington (Vorstand des Goldenstedter Bündnisses für Familie), Mehrgenerationenbeauftragte Waltraud Varelmann und Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug, der den Ehrungsvorschlag einreichte. Marten Blöcker und Florian Olberding waren terminlich verhindert. Foto: Klöker

5 Männer haben die Notsituation sofort erkannt, beherzt eingegriffen, Hand in Hand gearbeitet und so einen 5-Jährigen im Holdorfer Heidesee vor dem Ertrinken gerettet. Für diesen herausragenden Einsatz wurde das Lebensretter-Quintett nun mit der „Guten Tat“ des Monats Juli im Rathaus Goldenstedt ausgezeichnet.

5-jähriger Ali taucht nicht wieder auf

Am 4. Juli 2022 wäre der 5-jährige Ali beinahe im Holdorfer Heidesee ertrunken. Der Badeunfall passierte abends gegen 18.15 Uhr. Marco Schulte aus Bersenbrück, Simon Schwennen aus Osnabrück und Marten Blöcker aus Bohmte bemerkten, dass der 5-Jährige unter Wasser geraten war und nicht wieder auftauchte. Sie erkannten den Ernst der Lage, näherten sich dem Jungen, holten ihn vom Grund des an dieser Stelle etwa 1,50 Meter tiefen Sees und brachten ihn ans Ufer. Dort gelang es Hamza Abdullah aus Neuenkirchen-Vörden, Ali mit Laienreanimation wiederzubeleben. Unterstützt wurde die Rettungsaktion auch noch von Florian Olberding, Rettungsschwimmer der DLRG Holdorf.

"Dem umsichtigen Verhalten der 5 jungen Leute ist es zu verdanken, dass der kleine Ali überlebt hat."Goldenstedts Bürgermeister Alfred Kuhlmann

Alle Helfer haben dazu beigetragen, dass der 5-Jährige wieder das Bewusstsein erlangt hatte, als die ersten Rettungskräfte am Heidesee eintrafen. Zwischenzeitlich wurde bereits ein Rettungshubschrauber angefordert. Mit ihm wurde der Junge in eine Klinik geflogen. „Dem umsichtigen Verhalten der 5 jungen Leute ist es zu verdanken, dass der kleine Ali überlebt hat und – soweit voraussehbar – auch keine Folgeschäden hat. Die Ersthelfer haben ihm in einer vorbildlichen Gemeinschaftsaktion das Leben gerettet“, lobte Goldenstedts Bürgermeister Alfred Kuhlmann und freute sich: „Ja, es gibt sie noch in unserer Gesellschaft: Menschen, die sich selbst- und furchtlos für andere einsetzen.“

Anerkennung für heldenhaftes Handeln

Die Geehrten freuten sich sehr über die Auszeichnung als Anerkennung für ihr heldenhaftes Handeln. „An dem Tag war am See nicht viel los und wir haben uns am Ufer aufgehalten, weil wir Steine übers Wasser flitschen ließen“, erinnert sich Marco Schulte. Die Männer bemerkten dabei, dass der Junge längere Zeit unter Wasser blieb. „Zunächst haben wir gedacht, dass er vielleicht nur die Luft anhält, haben uns ihm aber immer mehr genähert“, berichtet Simon Schwennen. Er holte den Jungen vom Grund des Wassers und übergab ihn an Marco Schulte, der mit ihm aus dem Wasser lief.

Angst, dass Eingreifen zu spät war

Nachdem sie den Jungen ans Ufer gebracht hatten, hatten die Helfer zunächst große Angst, dass ihr Eingreifen zu spät war. Umso größer war die Erleichterung, als der Junge durch die Reanimation von Hamza Abdullah wieder zu atmen begann. Die Helfer sind unheimlich froh, dass der Junge überlebt hat und kleine bleibenden Schäden davontrug. „Der Vater des Jungen hat sich mehrfach bei uns bedankt und uns auch Fotos geschickt“, erklärt Marco Schulte. Zwischenzeitlich fand im Holdorfer Rathaus eine Dankesfeier für die Helfer statt, zu der auch die Familie des beinahe verunglückten Jungen eingeladen war. Hamza Abdullah wurde von den Eltern zudem nach Hause eingeladen.

"An dem Abend nach dem Vorfall sind wir noch lange zusammengeblieben, um das alles zu verarbeiten."Lebensretter Marco Schulte

„An dem Abend nach dem Vorfall sind wir noch lange zusammengeblieben, um das alles zu verarbeiten“, erinnert sich der Bersenbrücker. „Wir haben schon ein paar Tage gebraucht, um zu realisieren, was da passiert ist. Absolut verrückt.“ Die Lebensretter sind mit gutem Recht stolz auf ihren Einsatz, der für sie aber auch eine Selbstverständlichkeit war. Für die Geehrten steht fest: „Wir werden beim nächsten Mal genau so wieder handeln.“

Vorschläge sind erwünscht

Mit der guten Tat als kreisweiter Aktion vom Goldenstedter Familienbündnis, der Gemeinde Goldenstedt und der OM-Mediengruppe wird ein besonderes Engagement oder eine ehrenamtliche Hilfestellung in den Blickpunkt gerückt. Schon über 150 „Gute Taten“ wurden mit Urkunden und jeweils 100 Euro ausgezeichnet. Am Ende eines Kalenderjahres wird die „Gute Tat des Jahres“ honoriert – feierlich übergeben wird dann ein Preisgeld von 500 Euro. Wer möchte eine Person oder Gruppe aus dem Landkreis benennen? Bitte schriftlich beim Mehrgenerationenbüro einreichen, Stichwort „Die gute Tat“, Brunkhorststraße 16 d in 49424 Goldenstedt oder per E-Mail „mgh@goldenstedt.de“. Auskünfte werden unter Tel. 04444/204300 und Tel. 04444/200938 erteilt.

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