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Tobias Grote setzt sich für sein Dorf ein

Er ist in Osterfeine fest verwurzelt und betreibt sein sechs Jahren den "Turm-Grill" im Dorf. Damit bietet er den Menschen der Dammer Bauerschaft einen Treffpunkt, der gerne angenommen wird.

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„Unser Dorf hat Zukunft“: Diese Auffassung vertritt auch Tobias Grote. In seinem „Turm-Grill“ in Osterfeine hängt eine Urkunde für die Teilnahme an diesem Wettbewerb und gelungene Restaurierung und Umgestaltung. Foto: Wehring

„Unser Dorf hat Zukunft“: Diese Auffassung vertritt auch Tobias Grote. In seinem „Turm-Grill“ in Osterfeine hängt eine Urkunde für die Teilnahme an diesem Wettbewerb und gelungene Restaurierung und Umgestaltung. Foto: Wehring

Sich für sein Dorf einzusetzen – das ist etwas, was Tobias Grote sehr wichtig ist. Der 50-Jährige lebt mit seiner Frau Melanie und seinen drei Kindern in Osterfeine. Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann war er in verschiedenen Positionen und Unternehmen tätig. Zuletzt arbeitete er als Vertriebsleiter bei einem Marktführer für Systemgastronomie. Eine Affinität zur Gastronomie hatte Tobias Grote daher rein beruflich. Und auch privat hegte er schon lange einen Traum, der sich darum drehte.

Einen Treffpunkt für Jung und Alt zu bieten, war schon immer sein Traum

Ein kleines Café und einen Imbiss im Dorf zu eröffnen und damit einen Treffpunkt für Jung und Alt zu bieten, „das war immer schon mein großes Ziel“, sagt Tobias Grote. Vor sechs Jahren konnte er sich mit der Eröffnung des „Turm-Grills“ mitten im Ort seinen Traum erfüllen. Die weitreichenden Erfahrungen rund um die Gastronomie halfen ihm bei diesem Schritt. Aber so geschmeidig und problemlos, wie sich das jetzt liest, war es leider nicht.

Tobias Grote wurden einige Steine in den Weg gelegt. Das alte Osterfeiner „Spritzenhaus“ war seit Jahren nur noch Lagerfläche, die Freiwillige Feuerwehr des Ortes hatte längst eine neue und moderne Unterkunft bekommen. Bei Spaziergängen mit seiner Frau – damals war Grote noch als Vertriebsleiter beschäftigt – seien die beiden immer wieder an dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude unweit ihres Hauses vorbeigekommen. „Die Lage an der Hauptstraße war überragend, die Idee ging uns nicht mehr aus dem Kopf“, erinnert sich Tobias Grote.

Unterstützung hat Tobias Grote von der örtlichen Feuerwehr und der Stadt Damme erhalten

Es wurde hin und her überlegt und irgendwann Nägel mit Köpfen gemacht. Eine Anfrage an die Stadt Damme und die Feuerwehr Osterfeine war der erste Schritt. „Hier habe ich große Unterstützung bekommen“, sagt Grote. Vor allem Dammes jetziger Bürgermeister Mike Otte habe stets ein offenes Ohr für seine Belange gehabt. Das Projekt nahm Fahrt auf, als im Ort ein Ersatzraum als Lager für die Feuerwehr gefunden wurde und das alte Feuerwehrhaus geräumt werden konnte.

Schon zu diesem Zeitpunkt war Grote klar, dass viel Arbeit auf ihn wartete: Das Gebäude war in einem sehr maroden Zustand, es gab weder Strom noch fließend Wasser. „Und einen richtigen Fußboden hatte das kleine Haus auch nicht“, schmunzelt der Familienvater heute. Aber auch diese leidigen Umstände hielten Tobias Grote nicht auf, denn als leidenschaftlicher Hobbyhandwerker sucht er stets die Herausforderung.

Sanierung, Renovierung, ein neuer Boden und eine neue Einrichtung – jede freie Minute verbrachte Tobias Grote in seinem neuen, alten Feuerwehrhaus, investierte nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Geld. Die Küche mit vielen Edelstahlelementen wurde mithilfe eines befreundeten Handwerkers zusammengebaut, die gesamte Anlage für den Dunstabzug bekam er von dem Belüftgungs- und Klimaunternehmen Airpool in Damme gesponsert. Dafür ist Tobias Grote Familie Arkenberg noch heute sehr dankbar.

"Der kleinste Imbiss Norddeutschlands"

2016 wurde „der kleinste Imbiss Norddeutschlands“ (wie Tobias Grote seinen Betrieb liebevoll nennt) eröffnet und fand sofort den Zuspruch der Dorfgemeinschaft, aber auch vieler vorbeifahrender Radtouristen, die sich immer wieder beeindruckt zeigen, vom Gebäude und vom Angebot darin. Schnelle Gerichte für die Handwerker in der Mittagspause, Familienessen, Aktionstage: Neben dem klassischen Imbissangebot bietet Familie Grote auch viel Selbstgemachtes und Hausmannskost. „Der Kartoffelsalat meiner Frau ist in ganz Osterfeine bekannt“, lobt der 50-Jährige das Familienrezept seiner Frau Melanie.

"Die Entscheidung habe ich nie bereut"

Nach mehr als drei Monaten coronabedingter Zwangspause hat der „Turm-Grill“ jetzt wieder geöffnet und freut sich auf seine Gäste und gutes Wetter für den Biergarten. Denn auch in die Außenanlagen hat Tobias Grote schon viel investiert – „Zeit und Geld“, wie er offen bekennt. Und die Tatsache, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht, macht den Betrieb nicht einfacher. Trotz aller Unwägbarkeiten habe er den Schritt, den Umbau zu realisieren, nicht bereut, sagt der Familienvater. Denn immerhin konnte er sich seinen Traum erfüllen und für sein Heimatdorf ein Angebot schaffen, für das viele Einheimische ihm sicher dankbar sind.

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