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Sein Hobby ist "sonnig, heiter bis wolkig oder regnerisch"

Der Emsteker Stefan Meckelnborg sammelt Wetterdaten und meldet die Niederschlagsmengen an den Deutschen Wetterdienst. Mit 16 Jahren fing er "aus einer Laune heraus" damit an.

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Stefan Meckelnborg misst jeden Morgen die Niederschlagsmenge und meldet sie an den Deutschen Wetterdienst. Foto: Schulte-Saß

Stefan Meckelnborg misst jeden Morgen die Niederschlagsmenge und meldet sie an den Deutschen Wetterdienst. Foto: Schulte-Saß

"Ich bin schon als Kind nachts aufgestanden, wenn es geschneit oder gewittert hat. Das hat mich einfach fasziniert", sagt Stefan Meckelnborg. Von Kindesbeinen an fand er das Wetter spannend. "Es hat mich schon immer interessiert."

Das ist bis heute so geblieben. Der Emsteker ist seit fast 40 Jahren Hobbymeteorologe und sammelt Wetterdaten. Und das jeden Tag. "23 Grad, heiter bis wolkig, trocken mit leichtem Wind aus westlicher Richtung", Stefan Meckelnborg hält die Wetterlage immer exakt fest. Dafür gibt es bestimmte Staffelungen, beim Wind zum Beispiel, "von Windstille bis Sturm oder gar Orkan".

Mit 16 Jahren fing er "aus einer Laune heraus", wie er sagt, damit an, die Wetterdaten zu sammeln. Seither notiert er alle relevanten Informationen, die das Wetter am jeweiligen Tag betreffen; früher in einem kleinen Büchlein – für jedes Jahr eins – heute mittlerweile alles digital. Waren es anfangs nur die schriftlichen Notizen, kamen irgendwann die ersten Messinstrumente, wie zum Beispiel ein Messbecher für die Niederschlagsmenge, hinzu.

Gemessen wird jeden Morgen zur selben Zeit

2014 ist dann auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf den Emsteker aufmerksam geworden. Seither meldet er die Niederschlagsmengen offiziell an den Wetterdienst. Jeden Tag zur selben Uhrzeit, im Sommer um 7.50 Uhr und im Winter um 6.50 Uhr. "Gemessen wird weltweit zur gleichen Zeit. Ich melde dann die Menge in Milliliter und die Art, ob flüssig oder fest." Dafür ist er vom Deutschen Wetterdienst entsprechend ausgerüstet worden, zum Beispiel mit Messgitter und -stab, um die exakte Schneehöhe zu bestimmen.

"Das ist in den vergangenen Wintern allerdings nicht so oft zum Einsatz gekommen. Temperatur, Wolkenlage und Wind notiere ich nur für mich als Hobby. Hier gelten vom DWD bestimmte Regeln, die ich nicht erfüllen kann", erzählt er. Dafür gibt es eine Station im Ecopark in Drantum.

Wer misst, wenn er mal im Urlaub oder krank ist? "Das übernimmt dann mein Nachbar für mich." In diesem Sommer hat der Sozialversicherungsfachangestellte öfter an den DWD gemeldet als die Sommer davor. "Derzeit ist die Niederschlagsmenge etwas höher als der Durchschnitt, wo hingegen die Jahre 2018 – 2020 zu trocken waren. Der Grundwasserspiegel kann sich wieder etwas erholen."

"Eine 3-wöchige Hochdrucklage wäre langweilig."Stefan Meckelnborg

Im Laufe der Jahre hat der 53-Jährige viele Wetterdaten notiert und entsprechende Erfahrungen sammeln können. "Man kann einer Wolke aufgrund ihrer Art und Struktur schon ansehen, ob es regnen wird oder nicht", sagt er. Langfristige Vorhersagen oder Prognosen vermag er nicht sicher geben. "Wetter ist immer auch ein bisschen Chaos, das kann man nicht immer so genau vorhersagen."

Geht es aber darum, wie das Wetter an einem bestimmten Tag in der Vergangenheit war, macht ihm keiner was vor. Anhand seiner Aufzeichnungen kann er sagen, ob es warm, windig, trocken oder doch regnerisch war. Hin und wieder kommen auch Personen auf ihn zu, die wissen möchten, wie das Wetter vor zum Beispiel 25 Jahren am Tag der Hochzeit war. Das eine oder andere Mal konnte er aber auch schon in Versicherungs- und Schadensfällen Auskunft geben.

Mediale Präsenz sorgt dafür, dass Umweltkatastrophen anders wahrgenommen werden

Dass sich das Wetter in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat, kann Stefan Meckelnborg bestätigen. "In den 80er Jahren hat es beispielsweise deutlich mehr Schnee und tiefere Temperaturen gegeben und in den 70er Jahren waren Temperaturen über 30 Grad seltener als heute."

Dass schwere Unwetter wie die jüngste Flutkatastrophe eine Folge des Klimawandels seien, könne man nicht pauschalisieren. "Sicherlich nehmen sie zu, Unwetterlagen hat es aber schon immer gegeben. In Zeiten medialer Präsenz werden sie nur ganz anders wahrgenommen als beispielsweise der schwere Orkan im Kreis Cloppenburg mit mehreren Toten im Jahr 1972", so Stefan Meckelnborg. "Dadurch, dass sich das Wetter ständig verändert, bleibt es auch immer interessant. Eine dreiwöchige Hochdrucklage hingegen ist da schon ein wenig langweilig für mich", sagt der Emsteker schmunzelnd.

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