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Sandra Ortmann-Hoping ist Landwirtin mit Leib und Seele

"Mensch der Woche": Die 40-Jährige aus Einen führt einen Hof und engagiert sich kommunalpolitisch. Kinder, die Landwirtschaft und die Entwicklung der Bauerschaften liegen ihr besonders am Herzen.

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Landwirtschaft zum Anfassen: Sandra Ortmann-Hoping präsentiert im Bullenstall das Buch „Entdecke mit uns den Bauernhof“ des Landvolkverbandes, welches das Leben auf dem Bauernhof realistisch für Kinder darstellt. Foto: Klöker

Landwirtschaft zum Anfassen: Sandra Ortmann-Hoping präsentiert im Bullenstall das Buch „Entdecke mit uns den Bauernhof“ des Landvolkverbandes, welches das Leben auf dem Bauernhof realistisch für Kinder darstellt. Foto: Klöker

Für Sandra Ortmann-Hoping aus der Goldenstedter Bauerschaft Einen, die wir heute in der Serie „Mensch der Woche“ vorstellen, ist ihre Arbeit als Landwirtin weit mehr als ein Beruf. „Ich mache das mit Leib und Seele, das ist meine Leidenschaft.“ Schon als Kind war Sandra Ortmann-Hoping mit ihrem Vater mit dem Trecker auf den Feldern unterwegs und bei den Tieren. „Mit 13 Jahren konnte ich bereits alleine Trecker fahren und selbstständig ein Feld bearbeiten.“ Sandra Ortmann-Hoping ist 40 Jahre alt und seit 2008 mit Ehemann Jürgen verheiratet. Das Paar hat drei Kinder und führt gemeinsam den Hof.

Auf dem Hof ist immer viel zu tun

Auf dem Hof mit den Standbeinen Bullen- und Schweinemast sowie Ackerbau ist immer viel zu tun. Dazu gehören unter anderem das Füttern, die Tierkontrolle, Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten. Aktuell werden zudem die Äcker vorbereitet, damit der Mais gelegt werden kann. Auch viel Büroarbeit gehört dazu. „Das finde ich sehr schade. Man muss viel dokumentieren und Anträge stellen.“

Die Arbeit macht ihr große Freude

Die tägliche Arbeit auf dem Hof bereitet Sandra Ortmann-Hoping aber eine Menge Freude. „Es ist toll zu sehen, dass die Tiere gesund sind und dass sie wachsen. Ferner macht es Spaß, das Leben in den Ackerflächen zu verfolgen“, sagt Sandra Ortmann-Hoping. Die schönste Zeit ist für sie Ende Mai/Anfang Juni, wenn alles blüht.
Landwirte sind nicht nur Spezialisten in den Bereichen Tiere und Pflanzenbau, sondern müssen auch betriebswirtschaftlich versiert sein. „Sie müssen den Ackerbau planen und dokumentieren, das Stallmanagement sowie den Ein- und Verkauf organisieren und alle Kosten im Blick haben“, sagt Sandra Ortmann-Hoping und ergänzt: „Ich habe den Hof von meinen Eltern übernommen. Es wäre schön, wenn eines Tages eines unserer Kinder den Hof weiterführt. Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen.“

Weniger Bürokratie, sinnvollere Gesetze

Abseits vom Job ist Sandra Ortmann-Hoping vielfach engagiert. So gehört sie dem Vorstand des Ortslandvolks Goldenstedt an und ist in der Vereinigung „Land schafft Verbindung“ (LSV) Goldenstedt und ümtau aktiv. In diesen Funktionen setzt sie sich dafür ein, dass die Höfe eine Zukunft haben, dass es weniger Bürokratie und sinnvollere Gesetze gibt. „Zudem muss die Gesellschaft mehr einbezogen werden. Denn sie bekommt letztlich die Landwirtschaft, die sie auch bezahlt.“

Plan: Kandidatur für den Gemeinderat

Seit 2019 fungiert die Einerin auch als 2. Vorsitzende der Frauen-Union Goldenstedt und ist Beisitzerin im Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes Goldenstedt. „Mir gefällt es, im Team zu arbeiten. Zudem ist es reizvoll, Ideen zu entwickeln und das Ergebnis vor Ort zu sehen.“ In den vergangenen anderthalb Jahren hat Sandra Ortmann-Hoping zahlreiche Sitzungen der politischen Gremien in Goldenstedt besucht und auf diese Weise vielseitige Einblicke in die Kommunalpolitik erhalten. „Das hat bei mir großes Interesse geweckt, so dass ich bei der Kommunalwahl im September für den Goldenstedter Gemeinderat kandidieren möchte.“

"Junge Leute müssen dort wohnen bleiben können."Sandra Ortmann-Hoping über Bauerschaften

Die Entwicklung der Bauerschaften liegt Sandra Ortmann-Hoping am Herzen. „Junge Leute müssen dort wohnen bleiben können, Baumöglichkeiten sind ebenso wichtig wie ein aktives Dorfleben, wodurch die Unterstützung der Vereine unabdingbar ist“, erklärt sie. „Kinder sind unsere Zukunft“: Gemäß dieser Devise möchte die Landwirtin sich für eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung in Kindergärten, Krippen und Großtagespflegen ebenso einsetzen wie für eine gute Ausstattung der Schulen.

Landwirte sind auch Naturschützer

Darüber hinaus möchte die dreifache Mutter die Landwirtschaft den Menschen näher bringen, Familienbetriebe stärken und neue Vermarktungsideen entwickeln. Zudem schweben ihr mehr Projekte vor, in denen Landwirte zeigen, dass sie auch Naturschützer sind. „Ein ausgewogenes Verhältnis von Ökologie und Ökonomie ist mir wichtig.“ Sandra Ortmann-Hoping reizt es, sich aktiv in die Entwicklung der Heimat einzubringen. Sie ist Teil des Wahlkampfteams, das die politischen Ziele der CDU in Goldenstedt bis 2030 definiert.

Die Ruhe auf dem Hochsitz

Sandra Ortmann-Hoping besitzt einen Jagdschein und geht gerne auf den Hochsitz, genießt die Ruhe sowie den Ausblick. „Dann beobachte ich die Tiere und habe Zeit zum Nachdenken. Und manchmal kommen mir dann auch gute Ideen.“ Ferner unternimmt sie gerne Ausflüge, Spaziergänge und Radtouren mit der Familie. „Ich bin viel draußen und in der Natur. Zudem lese ich Fachzeitschriften.“

„Mir gefällt der Zusammenhalt. Jeder kennt jeden."Sandra Ortmann-Hoping über ihre Heimat Einen

In Einen fühlt Sandra Ortmann-Hoping sich wohl. „Mir gefällt der Zusammenhalt. Jeder kennt jeden. Außerdem schätze ich die Landschaft mit Wiesen, Wäldern und dem einmaligen Huntetalblick.“ Die 40-Jährige bezeichnet sich als „ehrgeizig, engagiert, mutig und offen für Neues“. Große Träume hegt sie nicht. Stattdessen ist sie rundum zufrieden mit ihrem Leben. „Glücklich bin ich zum Beispiel, wenn ich im Sommer mit einem Bier in der Hand im Gartenstuhl sitze und mir denke: 'Ach, ist das schön hier.'“

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