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Sabrina Graue mag den tollen Zusammenhalt

"Mensch der Woche": Die 24-Jährige ist mit viel Enthusiasmus Leiterin der Mädchengruppen St. Vitus Visbek. Beruflich arbeitet sie im Pflegekinderdienst beim Jugendamt des Landkreises Oldenburg.

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Sabrina Graue mit Musikbox: Beim Ferienlager der Visbeker Mädchen spielt Musik eine sehr große Rolle. So wird jedes Jahr ein neuer Lagertanz einstudiert. Foto: Klöker

Sabrina Graue mit Musikbox: Beim Ferienlager der Visbeker Mädchen spielt Musik eine sehr große Rolle. So wird jedes Jahr ein neuer Lagertanz einstudiert. Foto: Klöker

Wenn Sabrina Graue, die wir heute in der Serie „Mensch der Woche“ porträtieren, von den Visbeker Mädchengruppen der Katholischen Pfarrgemeinde St. Vitus spricht, für die sie sich bereits seit vielen Jahren engagiert, gerät sie ins Schwärmen: „Wir haben einen riesigen Zusammenhalt. Das ist schon etwas ganz Besonderes und Außenstehenden schwer erklärbar.“

Studium der Sozialen Arbeit in Vechta

Sabrina Graue ist 24 Jahre alt. Nach dem Abitur in Cloppenburg und einem Freiwilligen Sozialen Jahr studierte sie drei Jahre Soziale Arbeit an der Universität in Vechta. Nach dem Studium absolvierte die Sozialpädagogin ab 2019 zunächst ein Berufsanerkennungsjahr beim Jugendamt des Landkreises Oldenburg mit Sitz in Wildeshausen, wo sie mittlerweile fest angestellt ist. Dort ist Sabrina Graue im Pflegekinderdienst tätig und begleitet und unterstützt Kinder, die in Pflegefamilien aufwachsen.

"Zu sehen, was für Entwicklungen die Kinder machen – oft nach schwieriger Vorgeschichte – ist toll.“Sabrina Graue über ihre Arbeit im Pflegekinderdienst

Ferner arbeitet sie mit den leiblichen Herkunftseltern der Kinder zusammen, damit diese einen guten Umgang mit der Situation finden. Als Vertrauensperson besucht Sabrina Graue die Familien. Dort macht sie unter anderem Biografiearbeit mit den Kindern und berät beziehungsweise unterstützt die Pflegeeltern in Erziehungsfragen. Die Arbeit macht Sabrina Graue viel Freude. „Man ist sehr nah dran an den Kindern und Familien und bekommt sehr viel mit. Zu sehen, was für Entwicklungen die Kinder in den Familien machen – oft nach schwieriger Vorgeschichte – ist toll.“

Nach der Erstkommunion in die Mädchengruppe

Nach der Erstkommunion wurde Sabrina Graue als Drittklässlerin ein Teil der Mädchen für Gemeinschaft (MfG) unter dem Dach der Katholischen Pfarrgemeinde St. Vitus. Im Alter von 16 Jahren wechselte Sabrina Graue, die sich auch als Firm- und Erstkommunionkatechetin engagiert, in die Gruppenleitung und ist dort bis heute tätig. In den Mädchengruppen treffen sich völlig konfessionsunabhängig Mädchen aus der Gemeinde Visbek im Alter von etwa zehn bis 16 Jahren. Zehn bis 20 Mädchen gehören zu einer Gruppe und werden von zwei bis drei Leiterinnen betreut. Normalerweise stehen wöchentliche Gruppenstunden an, in denen gespielt, gebastelt oder gekocht wird. Auch nette Abende im Kino oder gruppenübergreifende Angebote wie Ausflüge gehören zum Programm. Zudem gibt es Aktionen wie die Mädchenbibeltage, an denen eine spielerische Auseinandersetzung mit dem Glauben erfolgt.

Tipps für die Freizeitgestaltung per Video

Sabrina Graue kümmert sich mit ihren Mitstreiterinnen um die Zusammenstellung des Programms und die Organisation der Veranstaltungen. „Wir sind total offen und richten uns danach, was die Mädchen möchten.“ Aktuell halten die Leiterinnen mit Videos, in denen sie viele praktische Tipps für die Freizeitgestaltung geben, den Kontakt zu den Mädchen.

"Das kann man nur nachempfinden, wenn man mit dabei war."Sabrina Graue über die Faszination der Ferienlager

Absolute Highlights sind die Ferienlager, die Sabrina Graue seit 2014 mit organisiert. Jedes Jahr geht es in den Sommerferien mit 100 Teilnehmerinnen – davon etwa 75 Kinder – für eine Woche in eine andere Jugendherberge. Bei bester Verpflegung durch die „Cookies“, ein fünfköpfiges Kochteam bestehend aus Visbeker Müttern, gibt es ein Nonstop-Programm mit ganz viel Action. Nachtwanderung, Beauty-Tag, Farben, Schlamm, Matsch und Wasser: alles ist dabei. Auch ein weckender Morgenimpuls und ein besinnlicher Abendimpuls gehören dazu. Ebenso, wie jedes Jahr ein neuer Lagertanz choreografiert und einstudiert wird. Was begeistert Sabrina Graue an den Ferienlagern? „Es ist die Gesamtstimmung. Alle investieren viel Herzblut und sind total fröhlich und gut drauf. Das kann man nur nachempfinden, wenn man mit dabei war.“

Hoffnung auf ein Lager im Sommer 2021

Im vergangenen Jahr sollte es nach Meschede gehen, was coronabedingt nicht möglich war. Jetzt soll die Stadt in diesem Sommer angesteuert werden. „Wir planen und hoffen, dass das Lager irgendwie umsetzbar ist. Falls nicht, wird es auf jeden Fall ein Alternativprogramm vor Ort geben.“

"Jeder kennt jeden, es ist vertraut. Ich mag das."Sabrina Graue über ihre Heimat Visbek

Zudem spielt Sabrina Graue gerne Volleyball und gehört der Hobbymannschaft von Rot-Weiß Visbek an. „Ansonsten treffe ich gerne Freunde, bin viel unterwegs und interessiere mich für Fußball.“ In der Gemeinde Visbek lebt Sabrina Graue gerne. „Das ist meine Heimat. Jeder kennt jeden, es ist vertraut. Ich mag das und habe noch keinen Grund gefunden, von hier wegzugehen“, sagt sie lächelnd.
Die 24-Jährige bezeichnet sich als „absoluten Familienmenschen, einfühlsam, empathisch und sehr offen. Zudem glaube ich, dass ich eine gute Gesprächspartnerin bin und man mit mir viel Spaß haben kann.“

Tauchen am Great Barrier Reef

Sabrina Graue träumt davon, eines Tages am Great Barrier Reef in Australien zu tauchen. Und die Erfüllung eines kleinen Traums wäre natürlich auch, wenn in diesem Sommer das Ferienlager für Mädchen wieder stattfinden könnte. „Wir hoffen das Beste und lassen uns die Zuversicht nicht nehmen“, sagt sie augenzwinkernd.

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