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Paul Ansmann ist mit 20 Jahren schon ein Meister seines Fachs

Jung und erfolgreich ist unser "Mensch der Woche": Der Holdorfer darf sich ab sofort Malermeister nennen. Für sein junges Alter ist das durchaus ungewöhnlich.

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Mit dem Ziermeisterbrief in der Hand: Paul Ansmann aus Holdorf ist 20 Jahre jung und hat bereits seine Meisterprüfung als Maler erfolgreich absolviert. Foto: Wehring

Mit dem Ziermeisterbrief in der Hand: Paul Ansmann aus Holdorf ist 20 Jahre jung und hat bereits seine Meisterprüfung als Maler erfolgreich absolviert. Foto: Wehring

"Ich wollte es als Erstes sofort meinen Großeltern erzählen“, erinnert sich Paul Ansmann, und denkt damit an den glücklichen Moment, als er erfuhr, dass er bestanden hatte und sich ab sofort Malermeister nennen darf. Die Meisterprüfung – und das mit gerade mal 20 Jahren. Das sei schon eher ungewöhnlich, bekennt er selbst, aber der Erfolg gebe ihm recht. Jetzt gehe es darum, erst einmal Praxiswissen zu sammeln.

Dafür sei seine Stelle beim Malerbetrieb Oliver Düvel in Neuenkirchen genau richtig. „Denn dort mache ich alles, vom Verlegen eines Bodenbelags über Wand- und Deckengestaltung bis zum gesamten Spektrum der Malerarbeiten“, berichtet der junge Holdorfer, der nach eigenen Worten wohl das „HandwerkerGen“ seiner Familie im Blut hat.
Dafür gibt es genügend Beispiele: Sein Opa Ludwig war viele Jahre als Maurer beschäftigt, ein Onkel ist Heizungsmonteur, ein Cousin Zimmermann.

"Schon als kleiner Junge habe ich mit einer kleinen Schüppe und Eimer in der Hand geholfen, wenn Opa Ludwig eine Mauer hochzog."Paul Ansmann

Vater Georg ist Tischler und seine beiden Brüder Ralf und Daniel sind ebenfalls ausgebildete Handwerker: Ralf ist Landmaschinen-Mechatroniker und fügt derzeit noch eine zweite Ausbildung zum Fliesenleger hinzu – ein Beruf, in dem sein älterer Bruder Daniel bereits arbeitet. Auch Letzterer befindet sich übrigens seit geraumer Zeit in einem Meisterlehrgang in Vorbereitung auf die Meisterprüfung.
Dass er irgendwann im Handwerk landen würde, sei ihm früh klar gewesen, sagt Paul Ansmann heute. Und erinnert sich dabei gerne an seine zarten Anfänge: „Schon als kleiner Junge habe ich mit einer kleinen Schüppe und Eimer in der Hand geholfen, wenn Opa Ludwig eine Mauer hochzog.“

Nach der Realschule absolvierte Paul Ansmann eine dreijährige Ausbildung zum Malergesellen, die schloss er im Mai 2020 erfolgreich ab. Das Lernen habe ihm schon damals Spaß gemacht und Auftrieb gegeben, deshalb war der nächste Schritt, einen Meisterlehrgang zu absolvieren, für ihn nur folgerichtig und nachvollziehbar: „Ich dachte mir ‚Jetzt bist du schon so tief im Thema drin, warum dann nicht gleich weitermachen?‘“

Meisterkurs in vier Teile gegliedert

Gesagt, getan: Zusammen mit zwei weiteren befreundeten Malergesellen meldete sich der junge Holdorfer im Sommer 2020 als 19-Jähriger bei der Handwerkskammer Oldenburg an und begann dort den Meisterkurs, der sich insgesamt in vier Teile gliedert: Fachpraxis, Fachtheorie, Betriebswirtschaft und Ausbilderschein waren die großen, übergeordneten Themen.

Viel lernen und wenig Zeit für die Hobbys – so sahen die letzten zwölf Monate aus. „Anstrengend war es schon“, blickt er heute zufrieden mit dem Ziermeisterbrief in der Hand auf die Zeit zurück. Selbst seine Freundin Marie hat er wenig sehen können, sagt er. Denn: Der Ehrgeiz, die Prüfung unbedingt bestehen zu wollen, war schon sehr groß. Da musste er auch sein zweites langjähriges Hobby, das Fußballspielen, erst einmal zurückstellen. „Ob ich später wieder damit anfange, weiß ich zurzeit noch nicht.“

"Man sieht, was man mit der eigenen Hände Arbeit schaffen kann."Paul Ansmann

Die Frage, was ihm am Malerberuf am besten gefalle, kann Paul Ansmann sofort beantworten: „Man sieht, was man mit der eigenen Hände Arbeit schaffen kann.“ Fußböden, Decken, Wände – aus alt macht neu – das ist für den jungen Handwerksmeister eine tolle Herausforderung und eine schöne Aufgabe. „Am Ende des Tages ist der Erfolg gleich sichtbar.“ Die Arbeit macht Spaß, dazu gibt es blendende Karriereaussichten und auch gute Verdienstmöglichkeiten. Vor der beruflichen Zukunft braucht Paul Ansmann demnach keine Angst zu haben.

Dass ihr jüngster Sohn bereits einen Meistertitel besitzt, macht auch die Eltern Birgit und Georg sichtlich stolz. Jetzt solle er aber erst einmal praktische Berufserfahrung sammeln und sein erworbenes Wissen anwenden, sind sich beide einig.

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