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Musik ist Manfred Müllers Leidenschaft

Im Porträt "Mensch der Woche: Der 58-Jährige aus Norddöllen verfügt über eine riesige Plattensammlung und fungiert als Hobby-DJ.  Schon als Kind entdeckte er seine Leidenschaft für Musik.

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„Music was my first love“ von John Miles: Manfred Müller präsentiert seine Lieblingsplatte. Foto: Klöker

„Music was my first love“ von John Miles: Manfred Müller präsentiert seine Lieblingsplatte. Foto: Klöker

Manfred Müller aus der Visbeker Bauerschaft Norddöllen, den wir in der Serie „Mensch der Woche“ vorstellen, könnte ohne Musik nicht leben. „Morgens nach dem Aufstehen mache ich die Musik an und stelle sie erst abends kurz vor dem Schlafengehen aus. Und zwischendurch wird es dann auch mal etwas lauter“, sagt er mit einem Lächeln. Der 58-Jährige ist seit 1985 mit Ehefrau Mechthild verheiratet. Das Paar hat einen Sohn. Der 32-Jährige ist Autist und bei der Werkstatt des Andreaswerks beschäftigt. Zudem lebt die 86-jährige Mutter von Manfred Müller mit im Haushalt.

Ausbildung zum Elektroinstallateur

Der Norddöller absolvierte nach der Schule eine Ausbildung zum Elektroinstallateur bei Schulz in Visbek und war anschließend acht Jahre Zeitsoldat auf dem Fliegerhorst in Ahlhorn. Im Rahmen einer Bildungsmaßnahme der Bundeswehr erwarb Manfred Müller den Meisterbrief des Elektrohandwerks in Oldenburg und war im Folgenden sieben Jahre bei der Firma Schulz als Elektromeister tätig.
Dann wechselte Manfred Müller die Branche und war zwölf Jahre Betriebsleiter einer Legehennenfarm in unmittelbarer Nähe seines Wohnorts, ehe er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Berufsleben ausschied.

Beschäftigung in der Holzmühle

Seit 2014 hat Manfred Müller eine geringfügige Beschäftigung bei der Holzmühle Westerkamp in Norddöllen inne. Das Unternehmen stellt Holzmehle für die Futtermittel- und Lebensmittelindustrie her. Im Labor kümmert Manfred Müller sich unter anderem um die Materialanalyse. „Mir gefällt die Routine. Es ist ein sauberer Job und ich habe einen netten Kollegen“, freut sich der 58-Jährige.

Die erste Single für 6 DM

Schon als Kind entdeckte Manfred Müller seine Leidenschaft für Musik. „Meine Eltern hatten einen Plattenspieler. Zudem habe ich im Radio selber Musik entdeckt. Da bin ich mit dem Rad nach Vechta gefahren und habe von meinem Taschengeld die ersten Platten gekauft. Damals kostete eine Single mit zwei Liedern sechs DM.“ Und diese Leidenschaft hat sich über die Jahrzehnte bis heute durch das Leben von Manfred Müller gezogen. Mittlerweile nennt er 10.000 Singles und 5000 Langspielplatten aus den Bereichen Rock, Pop und Schlager sein Eigen.

„Musik von der Schallplatte klingt anders als von der CD oder MP3, auch wenn es mal ruckelt.“Manfred Müller

„Musik von der Schallplatte klingt anders als von der CD oder MP3, auch wenn es mal ruckelt“, beschreibt der Norddöller die Faszination. „Zudem spielt die Haptik eine große Rolle. Man entscheidet sich schon vorher, welche Musik man hören möchte und nimmt sich Zeit, die Platte aus der Hülle zu nehmen und auf den Spieler zu legen.“
Im Fachhandel, auf Plattenbörsen und im Internet wird Manfred Müller auf der Suche nach neuen Exemplaren fündig. Er freut sich, dass Vinyl grundsätzlich wieder im Kommen ist und stärker produziert wird als noch vor einigen Jahren.

Viele besondere Platten im Besitz

In seinem Besitz befinden sich zahlreiche besondere Platten. So zum Beispiel das 180 Gramm schwere im Tonstudio neu aufgelegte Album „Brothers in Arms“ von den Dire Straits oder eine Platten-Sammlung von allen 15 Queen-Alben in unterschiedlichen Farben und mit hochwertiger Verpackung.  Gerne würde er seine Sammlung noch um alte Singles von ACDC erweitern. „Diese sind aber nur in geringer Stückzahl hergestellt worden und entsprechend schwer zu bekommen.“

„Ich mag handgemachte Musik, man hört die Instrumente, der Sound fasziniert mich.“Manfred Müller

„Mit Musik verbinde ich viele Ereignisse. Und man kann sie der Stimmung entsprechend anpassen.“ Privat hört Manfred Müller am liebsten Rockmusik von Queen, den Dire Straits, The Eagles, Phil Collins oder ACDC. Sein absoluter Lieblingssong ist „Music was my first love“ von John Miles. „Ich mag handgemachte Musik, man hört die Instrumente, der Sound fasziniert mich.“

Engagement als DJ

Gerne besucht Manfred Müller auch Konzerte seiner Lieblingsbands und ist regelmäßiger Gast bei der „Night of The Proms“ in Bremen.
Durch sein Hobby Musik kam Manfred Müller bereits während der Schulzeit zu ersten Einsätzen als DJ Manni. „Ich hatte Musik auf Schallplatten und habe auch einiges auf Kassette aufgenommen“, erinnert er sich. Noch heute ist der Norddöller als Diskjockey bei runden Geburtstagen, Ehejubiläen und Weihnachtsfeiern von Betrieben vorwiegend in Visbek und Umgebung im Einsatz – aber auch für Veranstaltungen in Oldenburg wurde Manfred Müller schon gebucht.

"Jede Feier ist besonders. Und wenn die Gäste mitziehen, geht es auch schon mal länger.“Manfred Müller über seine Arbeit als DJ

„Durch die Arbeit als DJ lerne ich sehr viele neue Menschen kennen und komme mit ihnen ins Gespräch. Zudem mag ich es, die Menschen durch die Musik zu erreichen und sie in Stimmung zu bringen. Jede Feier ist besonders. Und wenn die Gäste mitziehen, geht es auch schon mal länger“, freut sich Manfred Müller und erinnert sich an die Feier eines 60. Geburtstags in Varnhorn, die bis 6 Uhr ging.
Was Manfred Müller auf den Feten auflegt, hängt natürlich vom Publikum selbst und der Stimmung ab. Aktuell fehlen ihm die Auftritte als DJ. „Mir macht das viel Spaß, ich bin gerne unter Menschen.“
In Visbek im Allgemeinen und in Norddöllen im Speziellen fühlt Manfred Müller sich wohl: „Ich bin ortsverbunden, die Freunde sind hier, jeder kennt jeden.“

Garten und Radfahren als Hobbys

Das Mitglied der Schützenbruderschaft St. Hubertus und der Norddöller Sportvereins pflegt gerne den großen Garten, hat Freude am Fahrradfahren und kümmert sich um den eigenen Naturteich, in dem mehrere hundert Fische leben.  Zudem stehen regelmäßig gemeinsame Unternehmungen mit dem Freundeskreis an, der seit mehr als 40 Jahren besteht. Zu den Aktivitäten zählen unter anderem Ausflüge und Städtetouren. In besonders guter Erinnerung ist allen Beteiligten noch eine 70er-Jahre-Party mit entsprechenden Kostümen, Mettigel, Musik-Quiz und DJ Manni. „Da haben wir alle eine ganze Menge Spaß gehabt.“

„Ich liebe den Humor.“Manfred Müller

„Ich liebe den Humor“, sagt Manfred Müller über sich selbst und ist so Garant für gute Stimmung. Freunde wissen: Wenn er dabei ist, gibt es was zu lachen. Ferner ist der Musik-Liebhaber „ruhig, zuverlässig, ordentlich, pünktlich und gewissenhaft“. Manfred Müller hofft, dass die Corona-Pandemie möglichst schnell überwunden wird. Und dann freut er sich riesig auf ein Live-Konzert der „Australian Pink Floyd Show“: „Das wird grandios.“

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