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Michaela Völkerding hätte heute gerne gefeiert

"Mensch der Woche": Die Frau des amtierenden Holdorfer Schützenkönigs muss erneut auf die tollen Tage verzichten. Zuversichtlich bleibt sie aber trotzdem.

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Michaela Völkerding. Foto: Klöker

Michaela Völkerding. Foto: Klöker

Michaela Völkerding ist ein geselliger Mensch. „Seit eh und je“, wie sie offen bekennt. Schon als kleines Mädchen mit drei älteren Geschwistern sei sie überall dabei gewesen. Der Zusammenhalt war damals groß in der Bauerschaft Langenteilen bei Osterfeine. „Als Fünfjährige musste ich immer zuerst das Heidi-Lied trällern, dann hat keiner mehr gefragt, was die Kleine hier eigentlich macht“, erinnert sich die 46-Jährige mit einem Lächeln.

Mutter von zwei Kindern

Seitdem sind ein paar Jahre vergangen und Michaela Völkerding lebt seit 21 Jahren glücklich und zufrieden mit ihrem Mann Carsten und den Kindern Hanna (15) und Mika (13) in Holdorf. Carsten und Michaela Völkerding sind seit zwei Jahren das amtierende Holdorfer Schützenkönigspaar. An diesem Wochenende wäre eigentlich Schützenfest gewesen und die beiden hätten auch sehr gerne gefeiert. Wenn, ja wenn ...

Das Amt ist ihr auf den Leib geschnitten

Aufgeschlossen, freundlich und interessiert – das Amt der Holdorfer Schützenkönigin ist Michaela Völkerding auf den Leib geschnitten. Sie ist es seit zwei Jahren, an diesem Wochenende hätte sie mit Holdorfs Schützenverein gerne das große, traditionelle Schützenfest gefeiert. Warum die Schützen auch in diesem Jahr in die Röhre gucken, weiß mittlerweile jeder: Corona.

„Das war so schön, da krieg ich heute noch Gänsehaut.“Michaela Völkerding

Als ihr Mann Carsten 2019 als Sieger aus dem Schießwettbewerb hervorging, habe sie das nicht zu sehr überrascht: „Das war bei uns immer mal wieder Thema.“ Der schönste Moment sei die Bekanntgabe des Ergebnisses und die Reaktion aller Freunde und Bekannten gewesen. „Das war so schön, da krieg ich heute noch Gänsehaut.“

Es geht in ein drittes Amtsjahr

Dass es auch in diesem Jahr nichts mit der großen Feier wird, habe sie schon im Herbst letzten Jahres geahnt – „als die Zahlen so immens nach oben schnellten“, erinnert sie sich. Aus ihren Worten spricht die realistische Einschätzung. Jetzt geht sie als „Frau des Schützenkönigs“ (auf diese Bezeichnung legt sie augenzwinkernd großen Wert) zusammen mit dem gesamten Hofstaat in ein drittes Amtsjahr.

„Schützenfest heißt feiern, Freunde treffen, Spaß haben.Michaela Völkerding

Ein Online-Schützenfest oder ein Fest unter Corona-Bedingungen kam weder für den Schützenverein noch für das amtierende Königspaar Carsten und Michaela in Frage. „Schützenfest heißt feiern, Freunde treffen, Spaß haben. Das geht aber nicht, wenn man dauernd im Kopf haben muss, was man darf und was nicht“, bezieht Michaela Völkerding Stellung und macht deutlich, dass sie voll und ganz hinter der Entscheidung des Vereinsvorstands steht, das Schützenfest auch in diesem Jahr ausfallen zu lassen.

Abgespecktes Programm

Damit die Traditionen rund um das Holdorfer Schützenfest nicht ganz in Vergessenheit geraten, wurden in dieser Woche im Rahmen der geltenden Vorschriften und in abgespeckter Form bereits einige Programmpunkte „abgearbeitet“: Schmücken, Fahne hissen, Besuch einer Abordnung der Bahnhofskompanie. Auch der Hofstaat trifft sich am Wochenende in kleiner Runde, um des ausgefallenen Schützenfestes zu gedenken.

Das Laufen als großes Hobby

Michaela Völkerding ist ausgebildete Industriefachwirtin und arbeitet seit mehr als 25 Jahren bei der Firma Hawita. Dort ist sie für den Bereich Personal zuständig, auch dabei kommen ihr Offenheit und Kommunikationsstärke zugute. Zu den wichtigsten Hobbys zählt sie das Laufen, daran wurde sie vor Jahren durch ihren Mann Carsten herangeführt: „Ich habe ihn zum Silvesterlauf in Mühlen begleitet – als Zuschauerin. Da hab ich mir gedacht: Das nächste Mal läufst du mit. Seitdem bin ich dabei.“ Nach einem stressigen Tag schnürt sie ihre Laufschuhe und dreht ihre Runde über Grandorf, Fladderlohausen, Holdorf und zurück nach Hause. Wenn sie Lust aufs Laufen in Gesellschaft hat, schließt sie sich der Laufgruppe des SV Holdorf an, die sich regelmäßig trifft.

„Ich spreche Dammer Platt, das wissen alle und haben auch alle akzeptiert.“Michaela Völkerding

Als gebürtige Langenteilerin ist Plattdeutsch quasi ihre zweite Muttersprache, daher war der Weg zum Laienschauspiel nicht fern. Vor etwa zehn Jahren wurde Michaela Völkerding von Christiane gr. Schlarmann, der Spielleiterin der „Holdruper Plattschnacker“, angesprochen, ob sie nicht auch Lust habe, mitzuspielen. Seitdem ist die 46-Jährige mit Begeisterung dabei. Ihre einzige Bedingung war: „Ich spreche Dammer Platt, das wissen alle und haben auch alle akzeptiert.“

Sie spielt die Trude

Aktuell beschäftigt sich die Gruppe mit einem neuen Stück: „Um de Eck bi Trude“ soll es heißen, im Oktober ist die Premiere. Michaela Völkerding möchte zum neuen Stück nicht all zu viel „spoilern“, nur so viel: „Ich spiele die Trude“, schmunzelt sie.

Langjährige Freundschaften pflegen

Die Pflege langjähriger Freundschaften, neben der Familie ist das für Michaela Völkerding sehr wichtig. Beispiele: Seit etwa 30 Jahren gehört sie dem „Frühstüxclub“ an, der aus ehemaligen Mitschülern und Mitschülerinnen vom Lohner Wirtschaftsgymnasium besteht. Und bei der „Kartoffelkompanie“ wird seit 1996 jedes Jahr ein kleines Schützenfest gefeiert. Wenn kein Corona ist.

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