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Martin von den Driesch erobert mit seiner Drohne den Luftraum

"Mensch der Woche": Der gebürtige Dammer lichtet seine Heimat aus der Luft ab und hat viel Spaß daran. Als Fotograf arbeitete er 23 Jahre lang im ausland.

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Die „Mavic 2 Pro“ von DJI ist Martin von den Drieschs „Flaggschiff“, mit dem der Dammer Vollprofi in Sachen Kamera den Luftraum fotografisch erobert. Foto: Röttgers

Die „Mavic 2 Pro“ von DJI ist Martin von den Drieschs „Flaggschiff“, mit dem der Dammer Vollprofi in Sachen Kamera den Luftraum fotografisch erobert. Foto: Röttgers

„Einfach mal die Welt mit anderen Augen sehen, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten“ – das ist die Idee des Fotografen und Filmemachers Martin von den Driesch, der per Drohne Fotos aus der Luft schießt. Der gebürtige Dammer hat nach seinem Abitur in Damme an der Schule für Fotografie in Pforzheim gelernt. Von den Driesch ist selbstständiger Fotograf und war 23 Jahre lang im Ausland tätig, davon 13 Jahre lang in Moskau, wo er von Tschetschenien bis Sibirien Fotoeinsätze absolvierte, sowie 10 Jahre in den Vereinigte Arabische Emirate. Hier war der Dammer insbesondere zu Zeiten des „Arabischen Frühlings“ als Reportage-Fotograf tätig.

Berlin ist nun sein Zuhause

Seit nunmehr 5 Jahren nennt der Dammer die Bundeshauptstadt Berlin sein Zuhause. Sein Schwerpunkt liege auf „ungewöhnlichen Porträt- und Momentaufnahmen“, meist unter Verwendung von Blitzlicht und kräftigen Farben, sagt der Dokumentarfotograf zu seinen Werken. In die Heimat kommt von den Driesch aber immer noch regelmäßig zu Fotoaufträgen, für persönliche Projekte und zu Besuch zu seiner Mutter Christa. Der freie Fotograf und Filmemacher ist 53 Jahre alt und seit 16 Jahren mit Julia verheiratet.

Zu seinem Schaffensbereich gehören vor allem die 
Reportage-, Firmen- und Porträtfotografie sowie neuerdings Luftbildaufnahmen. Die „Mavic 2 Pro“ von DJI ist dabei sein „Flaggschiff“, mit dem von den Driesch den Luftraum fotografisch erobert. Und am Boden? „Am liebsten fotografiere ich Menschen unterschiedlichster Herkunft“, so von den Driesch, „Das ist spannend, wenn sie ihren Charakter zeigen!“ Durch seine Fotografie treffe der Bildermacher immer wieder auf die unterschiedlichsten Menschen. So habe der Fotograf sowohl Milliardär Bill Gates in Abu Dhabi in den Vereinigte Arabische Emirate fotografieren als auch völlig verarmte Obdachlose in der russischen Hauptstadt Moskau ablichten können.

Friedensexpedition von Moskau nach Nordkorea

„Wichtig ist, allen Menschen mit dem gleichen Respekt und Interesse zu begegnen“, betont der Vollprofi in Sachen Kamera. Einer seiner „außergewöhnlichsten Fototermine“ führte von den Driesch 2014 als Teilnehmer einer Friedensexpedition von Moskau nach Nordkorea, wo er 2 Monate lang im Rahmen der Völkerverständigung mit dem Auto unterwegs war und „als krönender Abschluss“ die innerkoreanische Grenze von Pjöngjang nach Seoul „als wohl erster Deutscher überhaupt“ überqueren durfte.

Fotografien für internationale Medien

Regelmäßig liefere er Fotografien für internationale Medien. Seine Arbeiten erscheinen regelmäßig in Publikationen wie FAZ, The Guardian, Der Spiegel, Die Zeit, aber auch auf den Webseiten von BBC und CNN. Sein spannendster Job in letzter Zeit? „Das war sicherlich das Pussy-Riot-Konzert im Berliner Funkhaus, zu dem mich die Zeitschrift ‚Rolling Stones‘ geschickt hat.“ Das Ganze sei eine unterhaltsame – und laute – Performance gegen das russische Regime gewesen. Sängerin Maria Aljochina sei erst Tage zuvor eine spektakuläre Flucht aus ihrem Moskauer Hausarrest gelungen.

Neben Auftragsfotografie beschäftigt sich von den Driesch regelmäßig mit persönlichen Projekten. So habe sich in den letzten 3 Jahren insbesondere die Luftbildfotografie als ein weiterer Schwerpunkt seiner Schaffenskraft etabliert. „Im 1. Pandemiejahr sind praktisch die geschäftlichen Porträtaufnahmen auf ‚Null‘ heruntergefahren, da habe ich für mich das Thema Luftaufnahmen per Drohne für mich entdeckt und weiterentwickelt“, blickt der Lichtbildner zurück, der in den vergangenen zwei Jahren seine Kalender „Perspektivwechsel Damme 2021“ und „Perspektivwechsel – Luftbilder Damme 2022“ herausgegeben hat.

Herausgabe von drei Bildbänden

Letzterer war dem Thema Refotografie gewidmet. Bei Refotografien handelt es sich um neue Bildpaare in Kombination mit historischen Ansichtskarten, die der Ansichtskartensammler Ludger Migowski zur Verfügung gestellt hat. Dauerhaft sind 3 seiner Arbeiten als große Fototapeten sowie 24 Collagen des Gemeinschaftsprojektes mit Ludger Migowski im Neubau der Stiftung Maria Rast zu sehen. Von den Driesch hat darüber hinaus mittlerweile drei Bildbände herausgegeben. „Backstage with the Bolshoi“ war 2010 sein „Erstlingswerk“, als der Fotokünstler das wohl „berühmteste Ballett der Welt“ hinter den Kulissen im „Emirates Palace“ in Abu Dhabi begleiten und unter anderem die Primaballerina Ekaterina Schipulina in sehr persönlichen Momenten kurz vor dem Auftritt ablichten durfte.

Ungewöhnliche Momente des Dammer Carnevals

3 Jahre lang hatte von den Driesch dann „mit eigenem Blick“ den Dammer Carneval begleitet, um 2015 den Bildband „An unser geliebtes närrisches Volk!“ herauszugeben. Ein Fotobuch, das ganz „ungewöhnliche Momente“ der „Fünften Jahreszeit“ des Dammer Carnevals festhält, wie beispielsweise der Kinderprinz das Seniorenheim besuche oder der Präsident des Dammer Carnevalsclubs (DCC) nach der Sitzung zum traditionellen Spiegeleieressen eingeladen habe.

Dritter Bildband im von-den-Driesch-Bunde ist das im vergangenen Jahr passend als Ergänzung zum Kalenderwerk herausgegebene Werk „Perspektivwechsel Damme – Drohnenfotos von Martin von den Driesch“. Im wahrsten Sinne des Wortes ganz neues Terrain wird für von den Driesch die Kleingärtnerei ab diesem Sommer werden. 250 Quadratmeter Gartenland haben seine Frau und er sich im Ortsteil Wedding zugelegt, um im eigenen „Grün“ gemeinsam auch an neue Foto- und Filmprojekte zu denken. Mehr zum Künstler gibt es unter www.martinvondendriesch.com.

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