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Marlene Warnking-Sack: Schreiben ist ihre große Leidenschaft

Die 69-Jährige Vechtaerin hat schon zwei Bücher veröffentlicht und arbeitet aktuell am dritten. Das Erzählen helfe ihr, mit den Schicksalsschlägen in ihrem Leben besser klar zu kommen, sagt sie.

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Marlene Warnking-Sack mit ihren bereits erschienenen Büchern: Im Frühjahr soll das nächste herauskommen. „Beim Schreiben verarbeite ich  positive wie negative Erlebnisse“, sagt sie. Foto: Wehring

Marlene Warnking-Sack mit ihren bereits erschienenen Büchern: Im Frühjahr soll das nächste herauskommen. „Beim Schreiben verarbeite ich positive wie negative Erlebnisse“, sagt sie. Foto: Wehring

„Wenn ich schreiben kann, geht's mir gut.“ Marlene Warnking-Sack hat schon viel erlebt und daher auch viel zu erzählen: Ihre eigene Kindheit in der Nachkriegszeit in Vechta, das Leben mit den fünf eigenen Kindern, die Familie und ihre Schicksalsschläge. Die Verarbeitung von all dem geschieht bei der heute 69-Jährigen vorwiegend am Schreibtisch vor dem eigenen Laptop. „Ich muss es aufschreiben, dann komme ich mit vielen Geschehnissen besser klar“, sagt die fünffache Mutter. Mittlerweile hat sie schon zwei Bücher veröffentlicht, ein drittes und auch ein viertes sind bereits in Arbeit bzw. in Planung.

Alles begann mit der Weihnachtsbeilage der OV

Wann sie ihre große Leidenschaft für das Schreiben entdeckte, weiß Marlene Warnking-Sack noch ganz genau: „Es war die Vorweihnachtszeit im Jahr 2007, die OV bat ihre Leserinnen und Leser mal wieder um die Zusendung von Weihnachtsgeschichten und -gedichte für die Heiligabend-Ausgabe. Da habe sie sich an das Weihnachtsfest im Jahre 1993 erinnert. Ihre damals vierjährige Tochter habe mir ihr den Tannenbaum geschmückt und danach urplötzlich und kindlich trotzig behauptet, sie müsse sofort los, um mit Maria und Josef in Bethlehem Kaffee zu trinken.

„Daraus habe ich eine Kurzgeschichte geschrieben und sie eingeschickt. Als sie veröffentlicht wurde, war ich so stolz und habe auch von meinem Umfeld sehr viel Zuspruch erhalten“, blickt Marlene Warnking-Sack zufrieden zurück. „Ey, du kannst ja schreiben“, lautete der Tenor der Rückmeldungen. Das sei wohl der Moment gewesen, als ihr schlummerndes Talent das Licht der Welt entdeckte, meint sie heute. Ihr erstes Buch „Buntes aus Familie Sack“ erschien im Jahr 2020, ein Jahr später wurden „Omalehnchens Weihnachtsgeschichten“ veröffentlicht. Enthalten sind Alltagserlebnisse, die in lustige, kurzweilige Geschichten verpackt wurden.

Bald soll ihr drittes Buch, ein Roman, herauskommen

Im kommenden Frühjahr soll das dritte Buch herauskommen. Diesmal ist es ein Roman geworden, der Inhalt klingt vielversprechend: „Es geht um die Geschichte eines etwas älteren Pärchens, das durch europäische Metropolen reist und dort einiges erlebt“, erzählt die Autorin und freut sich schon auf die Reaktionen ihrer Leserinnen und Leser.

Lust am Schreiben – immer mit einem listigen Hintergedanken – verbunden mit einem sehr sympathischen Mitteilungsbedürfnis, das sind die Eigenschaften, die die gebürtige Vechtaerin („Ich bin eine echte Poahlbürgerin“) antreiben. Die Inhalte für die Geschichten liefert ihr eigenes Leben: fünf Kinder, sechs Enkelkinder, da sind immer lustige Erlebnisse dabei, die erzählt werden wollen.

Das Talent hat sie wohl von ihren Eltern geerbt

Auf die Frage, woher das Talent stammt, weiß sie keine richtige Antwort, hat aber eine Vermutung: „Meine Mutter hat immer gerne anlassbezogene Gedichte geschrieben und die Familie damit erfreut. Und mein Vater stammte aus dem Rheinland und konnte die Menschen schon sehr gut unterhalten. Vielleicht habe ich ein wenig von beiden geerbt“, lächelt Marlene Warnking-Sack. Schon in der Schule kamen ihre Erlebniserzählungen gut an.

„Heute ist das Schreiben meine Art des Verarbeitens von negativen Erlebnissen und Erfahrungen.“ Und davon gab und gibt es einiges im Leben der Vechtaerin, das Schicksal meinte es nicht immer nur gut mit ihr. Sie heiratet jung, bekommt drei Kinder und ist gerade einmal 29 Jahre alt, als ihr erster Mann stirbt. Rückblickend sagt Marlene Warnking-Sack über diese Zeit „Da habe ich irgendwie funktioniert, aber nicht richtig gelebt“. Dieser Zustand änderte sich rückblickend erst als sie ihren heutigen Mann Burkhard kennen- und lieben lernte. „Endlich waren wir wieder eine richtige Familie“, erinnert sie sich. Die beiden heiraten und bekommen noch zwei weitere Kinder, das Familienglück mit insgesamt fünf Kindern und einem stets vollen Haus ist perfekt.

Vor rund einem Jahr wurde auch ihr zweiter Mann krank und kam ins Krankenhaus. Nach einer schweren OP war er so eingeschränkt, dass er gepflegt werden musste. Heute lebt er in einem Pflegeheim. Marlene Warnking-Sack wollte ihn unbedingt zu Hause behalten, konnte die Pflegearbeit aber irgendwann nicht mehr leisten. „Da musste ich mich ein zweites Mal dem Schicksal beugen“, sagt sie heute mit einem traurigen Unterton. Ihre Kinder weiß sie immer an ihrer Seite, das hält sie für ein großes Glücksgeschenk. Das Schreiben hilft ihr auch bei der Verarbeitung dieses Schwebezustands. Und ihr Humor, den sie trotz bitterster Erfahrungen nie verloren hat.

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