Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Marietheres Stoppel setzt sich für Indien ein

Die 60-Jährige ist seit vielen Jahren mit großer Begeisterung in der Indienhilfe Bakum aktiv und engagiert sich für das Vechtaer Frauenhaus.

Artikel teilen:
Vielseitiges Engagement: Marietheres Stoppel mit einer Landkarte von Indien, auf der die verschiedenen Projekte der Indienhilfe Bakum markiert und beschrieben sind. ⋌Foto: Klöker

Vielseitiges Engagement: Marietheres Stoppel mit einer Landkarte von Indien, auf der die verschiedenen Projekte der Indienhilfe Bakum markiert und beschrieben sind. ⋌Foto: Klöker

„Uns geht es so gut. Ich habe das Glück, ein gutes Leben führen zu können, über das ich froh und dankbar bin. Da finde ich es sehr beglückend, mich für Menschen einzusetzen. denen es nicht so gut geht“, sagt Marietheres Stoppel, die wir heute in der OVS-Serie „Mensch der Woche“ porträtieren. Seit 2009 ist die Bakumerin mit großem Enthusiasmus Vorsitzende der 1999 gegründeten Indienhilfe in der Nordkreis-Gemeinde.  Marietheres Stoppel ist 60 Jahre alt und seit 1982 mit Ehemann Franz verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne und ein Enkelkind.

Aufgewachsen in Nordhessen

Die gelernte Erzieherin und Heilpädagogin ist im nordhessischen Bad Arolsen aufgewachsen und lebt seit 1982 in Bakum. Sie arbeitet seit 22 Jahren für den Caritas-Verein Altenoythe und ist in der Niederlassung Cloppenburg in der Frühförderung tätig. In der Einzelförderung kümmert sie sich um Kinder mit einer Entwicklungsverzögerung oder Behinderung – entweder in der Einrichtung oder in den Familien selber. Dabei werden die Kinder unter anderem in den Bereichen Motorik, Sprache und Wahrnehmung gefördert. „Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz und sprechen alle Bereiche an. Ziel ist es, die Stärken auszubauen und so auch die Schwächen zu behandeln und eine Entwicklung anzustoßen.“ Die Arbeit gefällt Marietheres Stoppel sehr. „Es ist total vielseitig. Man ist nah dran an den Kindern und Eltern, hat mit Kindergärten zu tun, den anderen Therapeuten. Zudem ist es sehr schön, die Fortschritte miterleben zu können.“

"Entwicklungshilfe war schon imer mein Ding."Marietheres Stoppel

Seit 1999 engagiert Marietheres Stoppel sich in der Indienhilfe. Seinerzeit wurde sie von Pfarrer Josef Honkomp angesprochen, der die Projektarbeit von Leila Janssen aus Vechta in Indien mit dem „Arbeitskreis Indien – Leila Janssen“ fortsetzen wollte, aus dem 2009 der Verein „Arbeitskreis Indienhilfe Bakum“ wurde. „Das war genau mein Ding, das Thema Entwicklungshilfe interessiert mich seit meiner späten Jugendzeit.“

Mädchen, Frauen und Lepra als Schwerpunkte

Der Verein unterstützt bestehende Projekte und setzt eigene um. Schwerpunkte der Arbeit sind Frauen, Mädchen und Lepra. Da geht es unter anderem darum, Mädchen den Zugang zur Schulbildung zu ermöglichen angesichts hoher Gebühren und Kosten für Material und Uniform. „Aktuell haben wir 340 Patenschaften zum Beispiel mit Straßen- und Slumkindern aus Kalkutta.“ Bei Projekten mit Frauen sind Ziele, Schulbildung nachzuholen und ihnen Fähigkeiten wie Weben und Nähen zu vermitteln. Sie erhalten Minikredite, um sich zum Beispiel eine Nähmaschine zu kaufen und es werden Märkte oder Shops initiiert, auf denen sie ihre Waren verkaufen können. Ein aktuelles Thema ist das Verteilen von Nahrungsmitteln an die Bevölkerung, um die Hungersnöte in Folge der Corona-Pandemie etwas zu lindern. Auch geht es darum, Witwen neue Perspektiven aufzuzeigen.

Faszinierende Fröhlichkeit der Menschen

Als Vorsitzende pflegt Marietheres Stoppel Kontakt nach Indien, zu den Spendern und Unterstützern, koordiniert die Aktivitäten und pflegt die Homepage. Zehn Ehrenamtliche sind in der Indienhilfe Bakum aktiv. „Wir sind ein gutes Team, die Zusammenarbeit macht Spaß.“ Was fasziniert Marietheres Stoppel an Indien? „Die Fröhlichkeit und positive Art der Menschen. Sie versuchen angesichts der schweren Umstände das Beste zu machen. Zudem ist die Natur sehr schön, sofern sie nicht vermüllt ist.“

Regelmäßige Reisen nach Indien

Per E-Mail, WhatsApp oder Videotelefonie hält Marietheres Stoppel engen Kontakt nach Indien, ist also immer auf dem aktuellen Stand. Dennoch sind Reisen nach Indien sehr wichtig. „Man muss da sein, um sich mit den Menschen aus den einzelnen Projekten zu unterhalten, zu sehen und zu hören, welche Probleme und Herausforderungen es gibt, aber auch welche Fortschritte und Erfolge bereits erzielt wurden.“ Normalerweise besucht Marietheres Stoppel alle drei Jahre zusammen mit Interessierten für etwa dreieinhalb Wochen das Land. Der nächste Besuch ist für kommendes Jahr geplant. „Angesichts der Corona-Lage müssen wir abwarten, ob es mit der Reise klappt.“

"Die Arbeit ist zwar zeitintensiv, hat aber einen hohen Sinn."Marietheres Stoppel

Marietheres Stoppel möchte sich noch lange in der Indienhilfe engagieren. „Dafür macht es mir einfach zu viel Spaß. Die Arbeit ist zwar zeitintensiv, hat aber einen hohen Sinn. Man bekommt sehr viel zurück, zum Beispiel durch die Dankbarkeit der Menschen. Und es ist einfach toll, die Entwicklung und Fortschritte der Menschen und der einzelnen Projekte zu sehen.“ Interessierte können den Verein durch Spenden und die Übernahme von Patenschaften unterstützen. Informationen dazu gibt es auf der Homepage.

Engagement für das Frauenhaus

Seit rund zwei Jahrzehnten engagiert Marietheres Stoppel sich für das Vechtaer Frauenhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen. An Wochenenden und nachts übernimmt sie den Telefondienst, so dass Frauen, die Opfer von psychischer und/oder physischer Gewalt sind, sich an sie wenden können. „Einige Frauen wollen einfach mal reden, manche möchten eine Adresse, wo sie weitere Hilfe bekommen, und bei anderen wird geklärt, ob sie ins Frauenhaus aufgenommen werden.“ An dieser mitunter belastenden Tätigkeit gefällt der zweifachen Mutter, dass sie mit dafür sorgen kann, dass betroffene Frauen Hilfe bekommen, sich ausruhen können und begleitet werden.
Ferner gehört Marietheres Stoppel der Schola St. Johannes Bakum an, ist Teil des Soprans und hat Freude am gemeinsamen Singen, am Zusammensein und an den Kontakten.

"Alles ist überschaubar und nah beieinander."Marietheres Stoppel über die Gemeinde Bakum

In Bakum fühlt Marietheres Stoppel sich wohl. „Es gibt ein gutes Miteinander, wir haben eine nette Nachbarschaft, alles ist überschaubar und nah beieinander. Es gibt weniger Anonymität. Es ist eine lebenswerte Gemeinde.“ Marietheres Stoppel bezeichnet sich als „ausdauernd und lebensfroh. Und ich lache gerne.“ Die 60-Jährige ist gerne in der Natur, so zählen Wandern, Fahrradfahren und die Gartenarbeit ebenso wie Lesen und Musik hören zu ihren Hobbys.

Indien von anderer Seite kennenlernen

Künftig möchte die Bakumerin mit ihrem Mann verstärkt Radwandern und bei einer weiteren Reise nach Indien das Land auch mal von einer anderen Seite kennenlernen und die eine oder andere Sehenswürdigkeit besichtigen – aber nicht als Luxusreise, wie sie häufig angeboten werden. Denn Marietheres Stoppel wird sich weiter für die Armen und Benachteiligten in Indien einsetzen.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Marietheres Stoppel setzt sich für Indien ein - OM online