Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Kerstin Dirlas Leben ist ein Ponyhof

Für die 38-Jährige aus Neuenkirchen ist ein Leben ohne Pferde nicht vorstellbar. Sie engagiert sich in der Ponyliga und beim Hobby Horsing.

Artikel teilen:
Zwei, die sich prächtig verstehen: Kerstin Dirla mit ihrem vier Jahre alten Pony Schoki. Dieses hat ihr Schwiegervater selbst gezüchtet. Das Pony wird von Tochter Romy geritten. Die beiden haben sogar am gleichen Tag Geburtstag. Foto: Klöker

Zwei, die sich prächtig verstehen: Kerstin Dirla mit ihrem vier Jahre alten Pony Schoki. Dieses hat ihr Schwiegervater selbst gezüchtet. Das Pony wird von Tochter Romy geritten. Die beiden haben sogar am gleichen Tag Geburtstag. Foto: Klöker

„Mein Leben ist wirklich ein Ponyhof“, sagt Kerstin Dirla, die wir heute in der Serie „Mensch der Woche“ vorstellen, mit einem Lächeln. Die Neuenkirchenerin hat eine sehr große Leidenschaft für Pferde und sagt: „Pferde sind wie ein Spiegel und können Menschen unheimlich gut lesen. Zudem fährt man beim Reiten den Puls herunter. Mit einem Pferd durch den Wald zu reiten und die Freiheit zu genießen, ist wunderschön.“

Kerstin Dirla ist 38 Jahre alt und seit 2004 mit Sascha verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder. Seit 1999 ist die gelernte Technische Zeichnerin bei Pöppelmann in Lohne beschäftigt. Seit 2016 ist sie in der Personalentwicklung tätig und kümmert sich um die Weiterbildung. „Ich mag gerne organisieren und habe Freude am Kontakt zu den Kollegen in allen Abteilungen und Divisionen“, sagt das Mitglied des Betriebsrates bei Pöppelmann.

"Das war der erste Geschmack von Freiheit."Kerstin Dirla erinnert sich an Ausritte auf Wald und Wiese

„Ich bin mit einer Leidenschaft für Pferde geboren worden“, beschreibt Kerstin Dirla. Als Sechsjährige bekam sie Reitunterricht in Neuenkirchen, mit 13 durfte sie in Vörden bei einem Bauern die Ponys auf Wald und Wiese ausreiten. „Das war der erste Geschmack von Freiheit“, erinnert sie sich.

Mit 16 ging Kerstin Dirla in die Lehre und kaufte sich als 17-Jährige von ihrem Lehrgehalt ihr erstes eigenes Pferd und wurde Mitglied im Fahr- und Reitverein Neuenkirchen. Dort engagierte sie sich viele Jahre als Jugendwartin und war bis 2018 als Kassenwartin tätig. Gleichzeitig gründete sie 2017 die Ponyliga-Abteilung mit. Dort sind derzeit 14 Kinder in zwei Teams aktiv und werden von Kerstin Dirla trainiert. Ein drittes Team steht in den Startlöchern. Die Ponyliga-Spieltage finden abwechselnd bei den teilnehmenden Vereinen statt. Dabei starten drei Mannschaften parallel – ein Team besteht aus vier Ponys und vier Kindern – und haben sechs Spiele wie einen Slalomparcours zu absolvieren, bei denen es unter anderem um Geschicklichkeit geht.

"Für die Kinder ist es ein schöner Einstieg und sie können den Sportpartner Pferd spielerisch kennenlernen."Kerstin Dirla über die Ponyliga

„Bei den Spieltagen werden die Teams laustark von den Familien unterstützt. Da ist richtig Action in der Halle. Auch die Ponys wachsen mit ihren Aufgaben und haben total Bock darauf. Für die Kinder ist es ein schöner Einstieg und sie können den Sportpartner Pferd spielerisch kennenlernen.“ Einmal die Woche wird trainiert. „Wir trainieren die Spiele, versuchen unsere Technik zu verfeinern, schneller zu werden und Fehler zu vermeiden.“

Neue Abteilung im TuS Neuenkirchen

Darüber hinaus hat Kerstin Dirla im vergangenen Sommer die Abteilung Hobby Horsing im TuS Neuenkirchen initiiert. Hobby Horsing ist eine Sportart mit Gymnastikelementen, bei der Bewegungsabläufe ähnlich derer beim Springreiten oder Dressur teilweise in Parcours nachgestellt werden, ohne dass echte Pferde zum Einsatz kommen. Stattdessen benutzen die Teilnehmer überwiegend selbst gefertigte Steckenpferde.

Diese Steckenpferde, auch Hobby Horse genannt, näht Kerstin Dirla selbst – erst für ihre Tochter und deren Freundinnen, dann wurde die Nachfrage immer größer und die zweifache Mutter meldete ein Kleingewerbe an. Mehr als 100 Hobby Horse hat Kerstin Dirla bereits gefertigt und auch in die Schweiz und nach Österreich geliefert. In jedem stecken sieben Stunden Arbeit drin. Sie sollen so realistisch und detailgetreu wie möglich sein. „Beim Hobby Horsing geht es um Technik, Ausdauer, Körperspannung: Die Kinder versuchen ihre persönlichen Rekorde zu brechen. Und wenn die Stange reißt, ist immer das ‚Pferd‘ schuld“, sagt Kerstin Dirla mit einem Augenzwinkern. Zudem können die Kinder die erlernten Techniken im „echten“ Pferdesport anwenden.

Artgerechte Haltung ist Kerstin Dirla wichtig

Nach der Arbeit dreht sich für Kerstin Dirla ganz viel um Ponys. In einer Stallgemeinschaft mit ihrem Schwiegervater und mehreren Freundinnen kümmert sie sich mit Unterstützung ihres Mannes um zehn Ponys. „Mir ist artgerechte Haltung wichtig. Wir haben die Ställe zu einem Offenstall umgebaut, so sind die Ponys stets in der Herde zusammen und können rein oder raus, ganz wie sie möchten. Die Ponys sind dadurch sehr ausgeglichen und ruhig, ich stehe total hinter dem Konzept.“ Ob Stricken, Häkeln oder Nähen: Kerstin Dirla hat viel Freude am Handarbeiten und schaut ihrem Sohn Piet gerne beim Fußball zu. In der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden schätzt sie die vielen persönlichen Kontakte, die große Hilfsbereitschaft und die „Nicht-Anonymität“.

„Ich bin kommunikativ, eher extrovertiert, bodenständig und engagiere mich gerne. Zudem mag ich keine halbe Sachen“, sagt Kerstin Dirla über sich selbst. Sie träumt davon, eines Tages mit ihrer Tochter ein Wettreiten im Watt der Nordsee zu machen. Klar ist: Ihre Liebe zu den Pferden wird Kerstin Dirla weiterhin Tag für Tag mit riesengroßer Freude ausleben.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Kerstin Dirlas Leben ist ein Ponyhof - OM online