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Katharina Hornemann ist eine Stütze für die Kids

Die 25-Jährige arbeitet als Gemeindejugendpflegerin in Neuenkirchen-Vörden und träumt davon, einen eigenen Jugendtreff in Neukölln zu eröffnen.

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Mit 200 Sachen durch den Landkreis Vechta: Katharina Hornemann präsentiert ein Buch, das viele Freizeittipps für Jugendliche vor Ort beinhaltet.  Foto: Klöker

Mit 200 Sachen durch den Landkreis Vechta: Katharina Hornemann präsentiert ein Buch, das viele Freizeittipps für Jugendliche vor Ort beinhaltet.  Foto: Klöker

Katharina Hornemann, die wir heute in der Serie „Mensch der Woche“ vorstellen, ist als Jugendpflegerin in der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden tätig und kümmert sich mit viel Leidenschaft um das Wohl der Heranwachsenden. Dabei kann sie sich mit deren Situation sehr gut identifizieren: „Ich habe selber Zeiten gehabt, in denen ich nicht wusste, wo ich hingehöre und auch nicht, wo ich hin möchte. Ich glaube, deshalb ist es mir ein großes Anliegen, Menschen, gerade Kindern und Jugendlichen, die genau wie ich früher manchmal das Gefühl haben, nicht richtig dazuzugehören, einen Platz zu geben, wo sie einfach sie selbst sein dürfen und können. Ich möchte ihnen das Gefühl geben, dass sie genau so richtig sind, wie sie sind.“

Durch die Adoption ging es nach Vechta

Gebürtig kommt Katharina Hornemann aus Berlin-Neukölln. Die 25-Jährige wurde adoptiert und kam in der frühen Kindheit nach Vechta, wo sie aufwuchs. Nach der zehnten Klasse verließ sie die Liebfrauenschule Vechta und machte die Erzieherausbildung am Marienhain Vechta. Seit drei Jahren fungiert sie als hauptamtliche Jugendpflegerin in der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden.
Die Erzieherin versteht sich als Ansprechpartnerin für alle Jugendlichen in der Gemeinde. Ganz wichtig ist dabei die Arbeit im Offenen Jugendtreff in Neuenkirchen und Vörden – ebenso wie die Vernetzungsarbeit mit der Oberschule Neuenkirchen-Vörden. Außerdem gestaltet sie die Ferienprogramme in der Gemeinde. Der Zulauf in beiden Jugendtreffs ist in normalen Zeiten sehr hoch. „Durch einen Wechsel im Team sind wir momentan dabei, eine neue Bandbreite an Angeboten zu gestalten.“

Jugendtreffs mussten geschlossen bleiben

Durch Corona mussten die Treffs für längere Zeit und immer wieder geschlossen bleiben. „Dadurch hat man eine Zeit lang die Jugendlichen nicht gesehen und vieles nicht wie sonst mitbekommen. Die Herausforderung für mich besteht darin, eine gute Stütze für die Jugendlichen gerade zu dieser Zeit zu sein. Zudem ist meine persönliche Herausforderung die Distanz zu den Jugendlichen. Meine Arbeit lebt auch davon, Umarmungen zu verteilen. Es ist mir wichtig, den Jugendlichen die Nähe zu geben, die sie brauchen. Leider ist dies momentan nicht möglich. Ich versuche trotzdem, den Kontakt zu halten, weil die Kinder und Jugendlichen das jetzt besonders brauchen.“

„Für das echte persönliche und vertraute Gespräch greifen die Jugendlichen lieber zum Handy und rufen mich an.“Katharina Hornemann

In der Jugendarbeit haben die sozialen Medien durch Corona eine noch stärkere Gewichtung erfahren. „Für das echte persönliche und vertraute Gespräch greifen die Jugendlichen lieber zum Handy und rufen mich an“, sagt die Jugendpflegerin, die auch nach der Arbeitszeit für die Kids noch erreichbar ist.

Die gemeinsamen Mahlzeiten fehlen

Katharina Hornemann vermisst das gemeinsame Kochen und Essen mit den Heranwachsenden sehr. Seit Anfang Februar gibt es aber in den Treffs immerhin wieder Angebote wie Homeschooling, Beratung und feste Gruppenstunden. In letzteren können sich maximal zehn Jugendliche treffen. „Die Gruppen haben sich die Jugendlichen selber gewählt und sie bleiben fest bestehen. Die Gruppen finden unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln statt. Die Angebote laufen gut. Das Interesse ist groß.“

"Die Zeit mit den Kindern und Jugendlichen genieße ich."Katharina Hornemann

Die Jugendpflegerin hat viel Freude an der Arbeit: „Kein Tag ist wie der andere. Die Zeit mit den Kindern und Jugendlichen genieße ich. Zu sehen, wie sich die Jugendlichen entwickeln und sie auf ihrem Weg zur Individualität zu begleiten, ist toll. Gerade jetzt merke ich es sehr, wie viel die Jugendlichen auch mir fehlen und dass es ein komplett anderes Arbeiten ist, wenn sie nicht um mich herum sind. “

Familiäre Atmosphäre und netter Plausch

An Neuenkirchen-Vörden gefällt Katharina Hornemann die Größe. „Nicht zu groß und nicht zu klein. Dadurch kennt man die Menschen, mit denen man arbeitet. Alles ist persönlicher als in größeren Städten. Zudem gefällt mir die Umgebung, die Natur. In der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden herrscht eine familiäre Atmosphäre im Team. Die Dienstwege sind kurz und auch ein netter Plausch mit den Kollegen gehört zu den Dingen, die ich liebe.“

Traum vom eigenen Jugendtreff in Neukölln

Freunde beschreiben die 25-Jährige als „authentisch, liebevoll, witzig und offen. Zudem sind meine Stärken, Menschen annehmen zu können und ihnen ein Gefühl von 'Zuhause' und 'Wohlfühlen' zu vermitteln. Meine Spontaneität und Lebensfreude sprechen viele Menschen an“, sagt Katharina Hornemann von sich selbst.
Die Vechtaerin ist gerne in der Natur unterwegs, trifft Freunde, hört Musik und hat Freude am Kochen. Und wovon träumt die 25-Jährige? „Mein Traum ist es, irgendwann nach Neukölln zu gehen und dort einen eigenen Jugendtreff aufzumachen. Den Jugendlichen dort eine Stütze zu sein und ein 'Zuhause' zu geben. Ihnen ein Stück an Chancen zu geben, die ich durch meine Adoption von meinen Eltern bekommen habe.“

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