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Karpfen aus Ahlhorn ist heiß begehrt

Wegen der Corona-Krise verbringen die Menschen auch die Feiertage vor allem Zuhause. Ihr Festessen müssen sie selbst zaubern. Der Fisch-Klassiker könnte deshalb öfter auf den Tisch kommen.

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Foto: Patrick Pleul / dpa

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Der Karpfen kommt zu Weihnachten und Silvester in Norddeutschland gern auf den Tisch. Die Corona-Krise habe auf den Absatz in Niedersachsen keinen Einfluss gehabt, hieß es aus der Landwirtschaftskammer. «Die Direktvermarkter laufen sehr gut, wobei ich da zwischen Karpfen und Lachsforelle nicht trennen kann», sagte Christina Hiegel, Abteilungsleiterin Fischerei. «Das ist ein Lichtblick, die Leute wollen sich was Gutes gönnen.»

Die Teichwirtschaft von Ahlhorn im Landkreis Oldenburg ist eine der größten Karpfenzuchten Niedersachsens. Sie wird von den Landesforsten betrieben und bestätigt den guten Absatz. «Hier ist die Hölle los. Dadurch, dass die Gastronomie geschlossen ist, kommen die Privatleute zu uns», berichtet Fischwirtschaftsmeister Friedrich von Heydebrand. Seit mehr als 100 Jahren züchtet der Staatsbetrieb auf 120 Hektar Speisefische.

"Ich persönlich finde Karpfen blau langweilig, aber es gibt tolle Rezepte."Fischwirtschaftsmeister Friedrich von Heydebrand

«Besonders beliebt sind Lachsforelle und Forelle, ob geräuchert oder frisch», sagt Heydebrand. Karpfen sei bei jungen Leuten in Nordwestdeutschland etwas aus der Mode gekommen. Dafür interessierten sich Zugezogene aus Asien und Osteuropa für den Speisefisch. «Ich persönlich finde Karpfen blau langweilig, aber es gibt tolle Rezepte wie die chinesische Zubereitung des Dünstens mit Sojasoße und Dill, das ist etwas ganz Anderes.»

Die Karpfensaison geht von September bis April. Einer der wichtigsten Monate beim bundesweiten Absatz ist jedoch der Dezember, denn zu Weihnachten und rund um den Jahreswechsel kommt in vielen Regionen traditionell Karpfen auf den Tisch.

Rund 4600 Tonnen Karpfen wurden 2019 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutschlandweit gezüchtet, Bayern und Sachsen führen dabei mit großem Abstand. Nach der Regenbogenforelle ist der Gemeine Karpfen nach wie vor der wichtigste Fisch aus Aquakulturen in Deutschland. Die erzeugte Menge liegt seit 2015 auf einem ähnlichen Niveau.

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