Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Igel kommen meist allein zurecht

Hilfe durch den Menschen haben nur die wenigsten Tiere nötig. In der Regel haben sie sich ausreichend Fett angefressen, um den Winter draußen zu überstehen.

Artikel teilen:
Spätstarter: Dieser kleine Igel ist in Löningen auf Quartiersuche. Foto: G. Meyer

Spätstarter: Dieser kleine Igel ist in Löningen auf Quartiersuche. Foto: G. Meyer

Auf Quartiersuche sind derzeit die Igel. Weil sie in der kalten Jahreszeit keine Nahrung finden, halten die kleinen Stachelritter einen langen Winterschlaf. Doch dafür müssen sie sich zuvor ein dickes Fettpolster angefressen haben.

In der Regel klappt das auch. Wie der Naturschutzbund (Nabu) erklärt, sind manche verspätete Jungigel auch jetzt noch tagsüber unterwegs, um sich weitere Reserven anzufressen. Diese Tiere sollten aber nicht aus falsch verstandener Fürsorge aufgenommen werden. Nur wenn ein Igel auffallend unterernährt oder krank ist, sollte er versorgt oder einer Igelstation übergeben werden. Unterkühlte Igel werden mit einer in einem Frotteehandtuch umwickelten, lauwarmen Wärmflasche gewärmt. 

Im November suchen sich die Igel ein Versteck zum Überwintern. Das kann zum Beispiel ein Laub- oder Reisighaufen sein. Schutz gegen Kälte finden sie auch in Erdmulden oder unter Hecken.  Während des Winterschlafs fahren sie ihren Stoffwechsel bis auf ein Minimum herunter: Herztätigkeit, Atmung und Körpertemperatur werden dann drastisch reduziert.  In dem Quartier darf es nicht zu kalt oder zu feucht werden. Zu viel Wärme ist aber auch nicht gut, da die Tiere sonst aufwachen und sehr viel Energie verbrauchen. 

Viele Igel werden überfahren

Leicht hat es der Igel hierzulande nicht. Eine der größten Bedrohungen ist die Zerschneidung seines Lebensraumes. Straßen etwa stellen manchmal unüberwindbare Barrieren dar. Jährlich fallen etwa eine halbe Million Tiere dem Verkehr zum Opfer, berichtet die Deutsche Stiftung Wildtier. Aber auch kleinere Hindernisse wie Zäune oder Mauern schränken den Lebensraum von Igeln erheblich ein. Wenn die Tiere das benachbarte Gebiet nicht mehr erreichen können, entstehen kleine isolierte Populationen, in denen der genetische Austausch begrenzt ist und das Überleben der Art langfristig gefährdet wird. 

Sollte der Winter eher mild verlaufen, kann es passieren, dass Igel bei höheren Temperaturen aufwachen. Das sei aber normal und bei gesunden Tieren auch unproblematisch, schreibt der Nabu. Häufiges Aufwachen könne allerdings an den Kräften der Tiere zehren. Am besten hilft man den Igeln daher mit einem Fressnapf, gefüllt mit hochwertigem Feucht- oder Trockenfutter für Katzen mit hohem Fleischanteil. Und: Komplett aufgeräumte Gärten sind nichts für die kleinen Tierchen. Wer sie im Winter bei sich beherbergen möchte, sollte in im Garten ausreichend totes Holz, Reisig und Laub zurücklassen.


Der Naturschutzbund rät:

  • Direkte Hilfe benötigen aufgewachte Winterigel nur, wenn sie krank oder deutlich geschwächt sein sollten. Sobald die Temperaturen sinken, werden sich die Igel wieder in ihr Winterquartier zurückziehen.
  • Gefüttert werden darf nur nicht verderbliches Feucht- oder Trockenfutter für Katzen, keinesfalls Speisereste oder Dosenfutter. Igel brauchen viel Eiweiß und Fett. Deshalb ist auch Hundefutter wegen seiner im Vergleich zum Katzenfutter proteinärmeren und kohlenhydratreicheren Zusammensetzung nicht geeignet.
  • Ein zusätzlicher Wassernapf wird ebenfalls gerne angenommen. 
  • Frisst der Igel in der Nacht nach der Aufnahme nicht, muss der Tierarzt aufgesucht werden.


Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Igel kommen meist allein zurecht - OM online