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Heinz Deters mag die Gemeinschaft

Der 69-Jährige  aus Lohne engagiert sich für die Aloys-Diekstall-Stiftung und ist begeisterter Sänger.

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Absolutes Kultgetränk: Heinz Deters mit einer Flasche „Rießeler Gin“, einer Erfindung des kürzlich verstorbenen Lohner Pfarrers Uwe Grünefeld. Foto: Klöker

Absolutes Kultgetränk: Heinz Deters mit einer Flasche „Rießeler Gin“, einer Erfindung des kürzlich verstorbenen Lohner Pfarrers Uwe Grünefeld. Foto: Klöker

Heinz Deters aus Lohne, den wir in der Serie „Mensch der Woche“ vorstellen, ist seiner Heimatstadt immer treu geblieben. Und er hat auch nicht vor, das zu ändern. „Die Lohner sind sehr hilfsbereit, man kennt sich noch. Mir gefällt die persönliche Note“, sagt der 1. Vorsitzende der Aloys-Diekstall-Stiftung.  Heinz Deters ist 69 Jahre alt und seit 1973 mit Ehefrau Rita verheiratet. Das Paar hat 3 Kinder und 5 Enkelkinder.

Vom Schwager zur Ausbildung überredet

Der „Rießeler Paohlbürger“ wollte ursprünglich Fliesenleger werden, wurde aber von seinem Schwager dazu überredet, eine Ausbildung zum Sparkassenkaufmann zu machen, die er 1968 in Vechta begann. 1977 machte er sich selbstständig als Handelsvertreter für die ÖBS, der heutigen LBS (Bausparkasse der Sparkassen). 1987 wurde ein Büro in Lohne eröffnet, 1998 folgte der Umzug in das aktuelle Domizil an der Bahnhofstraße. Heinz Deters ist seit 2 Jahren offiziell im Ruhestand, unterstützt das Team des LBS-Beratungszentrums aber nach wie vor. Zu seinen Tätigkeiten gehören unter anderem die Darlehens- und Immobilienvermittlung sowie Beratung zu den Themen Bausparen, Finanzierung und staatliche Förderung. „Die Beratung und der Kontakt zu den Kunden machen große Freude. Es macht Spaß, anderen zu ihrem Haus zu verhelfen.“

Rechnen beim Kartoffelnschälen gelernt

Heinz Deters, der das Rechnen beim Kartoffelnschälen mit seiner Schwester lernte und seinem Ziehvater Friedhelm „Fitti“ Döllmann viel zu verdanken hat, fungierte in seiner Jugendzeit als Messdiener und Lektor.  1968 trat er der 15. Kompanie Rießeler Jäger des Schützenvereins Lohne bei. Seinerzeit war das Vereinslokal noch bei „Oma Drahtlos“, einer Kneipe ohne Telefon. In der Kompanie fungierte er zunächst als Hilfskassierer, war im Festausschuss unter Hauptmann Otto Menke, wurde zum Feldwebel befördert und leitete als Hauptmann von 1990 bis 2006 die größte Kompanie des Schützenvereins Lohne.

„Das war ein super Jahr, einfach ein Traum.“Heinz Deters über seine Zeit als Lohner Schützenkönig

1988/1989 bildete Heinz Deters mit Ehefrau Rita das Königspaar. „Das war ein super Jahr, einfach ein Traum“, schwärmt er mit leuchtenden Augen. Noch heute ist Heinz Deters beim monatlichen Übungsschießen dabei, nimmt an geselligen Veranstaltungen wie dem Kohlgang und natürlich am Schützenfest teil. Zudem gehört Heinz Deters dem sechsköpfigen Kompaniemusikchor an, der ebenfalls an den Umzügen teilnimmt, und spielt dort das Becken. „Das macht riesigen Spaß.“ Der 69-Jährige hat die Liebe zum Schützenwesen mit der Muttermilch aufgesogen. „Man trifft viele Leute, Jung und Alt sind zusammen. Mir gefällt das Miteinander. Durch Zusammenhalt kann viel entstehen“, sagt Heinz Deters und denkt dabei an Weggefährten wie August Meyer, Gerd Dué und Stefan Stuke.

Engagement für Aloys-Diekstall-Stiftung

Ferner engagiert Heinz Deters sich für die Aloys-Diekstall-Stiftung, zunächst als Schriftführer, seit 2014 als 1. Vorsitzender. Die Stiftung wurde 1990 zu Ehren von Aloys Diekstall, dem langjährigen Präsidenten des Lohner Schützenvereins, gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, hilfsbedürftige, benachteiligte und in Not geratene Personen in Lohne sowie öffentliche und private Institutionen, die dem Gemeinwohl dienen, zu unterstützen. Zu den geförderten Projekten gehört die Integrationsgruppe. Es wird aber auch Privatpersonen unter die Arme gegriffen, wenn zum Beispiel nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit dringend Unterstützung benötigt wird.

„Es macht Spaß, anderen zu helfen und mit dafür zu sorgen, dass es ihnen besser geht.“Heinz Deters

Mit Unterstützung seiner Mitstreiter, wie dem 2. Vorsitzenden Werner Vornhagen, entscheidet Heinz Deters, wofür die Zinserträge des Stiftungskapitals verwendet werden. Pro Jahr schüttet die Stiftung etwa 12.000 Euro aus – dieses Jahr sind es sogar 16.000 Euro – und ist auch in der Lage, schnell und unkompliziert zu helfen. „Es macht Spaß, anderen zu helfen und mit dafür zu sorgen, dass es ihnen besser geht.“ Pastor Uwe Grünefeld war geistlicher Beirat der Stiftung, dessen plötzlicher Tod macht Heinz Deters nach wie vor fassungslos.
Der 69-Jährige bringt sich ebenfalls in der Dorfgemeinschaft Rießel ein, engagierte sich mit Artur Schumacher, Hans und Bernd Sieverding und weiteren Mitstreitern, die er gerne genannt hätte, für den Bau von Dorfhaus mit Schießhalle und rief das Rießeler Dorffest mit ins Leben, das sich auch heute noch sehr großer Beliebtheit erfreut. Auch beim Bau der Rießeler Dorfkapelle wirkte Heinz Deters mit und ist aktuell 2. Vorsitzender im Kapellenverein Rießel, der von Friedhelm Döllmann geführt wird.

Gründungsmitglied des Shantychores

Ferner ist Heinz Deters Gründungsmitglied des seit 1995 bestehenden Shantychors „Dei Binnenschippers“, der lange Jahre von Franz Messing und heute von Andreas Brand geführt wird. Heinz Deters fungierte ebenfalls bereits als 2. Vorsitzender des Chores, heute gehört er dem Festausschuss an und übernimmt die Moderation bei Veranstaltungen. Der Chor gibt traditionelle und moderne Seemannslieder zum Besten. Neben den wöchentlichen Proben stehen unter anderem Auftritte beim Shanty-Festival, beim Matjesfest sowie gesellige Veranstaltungen auf dem Programm. „Wir haben uns mit dem modernen Liedgut nach vorne gearbeitet“, freut sich Heinz Deters.

"Ich kann besser wenigen als niemandem helfen."Heinz Deters

„Ein Ehrenamt kann man nicht ablehnen. Ich kann besser wenigen als niemandem helfen. Wenn man etwas gibt, bekommt man unwahrscheinlich viel zurück“, erklärt Heinz Deters die Motivation zu seinen ehrenamtlichen Engagements. Hilfsbereitschaft, soziales Miteinander und eine gute Gemeinschaft sind dem fünffachen Großvater wichtig. „Manchmal bin ich etwas vorlaut. Unüberlegte Sätze tun mir auch schon mal leid“, sagt er lächelnd. Und was mag Heinz Deters nicht? „Nüsselpötte (Schlafmützen), Knispelköppe (Geizhälse) und Miegenkieker (Pingelige Bürokraten).“

Der Traum vom grünen Ortsschild mit der Aufschrift Rießel

Ein großes Hobby von Heinz Deters ist das Bauen. So brachte er sich bei der Errichtung von Rießeler Dorfhaus und Rießeler Kapelle sowie den Häusern der Kinder als Fliesenleger, Maurer und Dachdecker ein, was ihm auch den Spitznamen „Dr. Beton“ einbrachte.
Einen besonderen Traum hat Heinz Deters noch. „Ich träume davon, dass das grüne Ortsschild mit der Aufschrift 'Rießel' wieder aufgestellt wird“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

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