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Grünkohl – ein vielseitiges Gemüse: Fakten zur "Oldenburger Palme"

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen rechnet in diesem Jahr mit einer guten Grünkohlqualität. Der Abbau in der Region Vechta habe bereits begonnen. Hier geht es außerdem zu Rezepten.

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Grünkohl-Ernte auf einem Feld in Langförden (Stadt Vechta): Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen rechnet in diesem Jahr mit guten Erträgen und guten Qualitäten. Höchsterträge sind aber nicht zu erwarten. Foto: Ehrecke/LWK Niedersachsen

Grünkohl-Ernte auf einem Feld in Langförden (Stadt Vechta): Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen rechnet in diesem Jahr mit guten Erträgen und guten Qualitäten. Höchsterträge sind aber nicht zu erwarten. Foto: Ehrecke/LWK Niedersachsen

Obwohl der Grünkohl wegen des trockenen Sommers in diesem Jahr keine idealen Startbedingungen hatte und häufig zusätzlich bewässert werden musste, rechnet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) mit guten Qualitäten und guten Ernteerträgen. Höchsterträge sind aber nicht zu erwarten. Das geht aus einer Mitteilung hervor.

Grünkohl sei sehr frosthart, Schäden treten erst bei Kälteperioden unter -10 °C bis -15 °C auf, heißt es. Früher sei das Wintergemüse nicht vor dem ersten Frost geerntet worden. Die Gründe dafür seien die Umwandlung von Stärke zu Zucker und der Abbau von Bitterstoffen in der Pflanze gewesen. Beides hätte nur bei Minustemperaturen stattgefunden. Bei den neuen Sorten heutzutage reichen bereits kühle Temperaturen aus, damit der Grünkohl gut schmecke.

Botanik

Bis zum Stadium der Jungpflanze unterscheide sich der Grünkohl von den anderen Kohlarten nur in der Blattform. Danach wachse der Spross während der vegetativen Phase unverzweigt in die Höhe. An frei stehenden Pflanzen seien die Blätter entlang der Sprossachse gleichmäßig verteilt, im engen Bestand bilde sich eine offene Blattrosette an der Sprossspitze. Die Blattspreite sei stellenweise zur Blattoberseite hin aufgebogen und die Randzone kraus gefaltet. Zunächst stünden die Blätter relativ steil nach oben, zum Herbst hin senkten sie sich ab.

Da die grünen Blätter geerntet werden, sei die Blattvergilbung durch natürliche Alterung unerwünscht. Gefördert werde die Blattvergilbung durch Nährstoffmangel, höhere Bestandesdichte und abnehmende Lichtintensität zum Herbst hin. Grünkohl habe geringere Ansprüche an Klima und Boden als die anderen Kohlarten.

Vermarktung und Statistik

Die Vermarktung und der Verzehr von Frischware erfolgen fast ausschließlich im Winter von Oktober bis Februar. Der Absatz auf den Märkten finde zu 70 Prozent im Dezember statt. Außer für den Frischmarkt werde Grünkohl für die Tiefkühl- und Nasskonservenindustrie produziert. Während das Frischgemüse bei Wind und Wetter stets frisch geerntet und aufbereitet wird, laufe die Ernte für die Verarbeitung bereits ab August im Raum Vechta auf Hochtouren.

Laut Statistischem Bundesamt haben im vergangenen Jahr 174 niedersächsische Betriebe auf insgesamt 372 Hektar (ha) Grünkohl angebaut (2020: 201 Betriebe auf 519,4 ha). Die Erntemenge lag bei 6290,7 Tonnen (2020: 8694,7 Tonnen). Bundesweit haben 1.198 Betriebe auf rund 882 ha 15.621,2 Tonnen Grünkohl geerntet.

Ernährung

Grünkohl – auch Braun-, Blätter-, Winterkohl und humorvoll „Oldenburger Palme“ genannt – ist ein Gemüse mit hohem gesundheitlichen Wert. Er zähle zu den eiweißreichsten Gemüsearten. Sein Eiweiß sei ernährungsphysiologisch wertvoll, da die Gehalte an Lysin und Tryptophan recht hoch seien. Hoch sei auch sein Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium und Eisen. Nach Möhren belege Grünkohl den 2. Platz als Lieferant des Provitamins A, und mit 105 mg/100g Vitamin C rangiere er gleich hinter Paprika. Mit gerade mal 33 kcal/100 g gilt Grünkohl als ein natürliches „Light-Produkt“, das überdies reich an Vitaminen, Mineralien- und Ballaststoffen sei.

Neben den klassischen niedersächsischen Grünkohl-Gerichten mit Pinkel oder Bregenwurst gebe es auch viele moderne Interpretationen: Von Lasagne über einen Salat bis zur Grünkohlsuppe mit Grünkohlbrot. Wer kreative Inspirationen bei der Grünkohl-Zubereitung benötige, finde beim Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) unter www.zehn-niedersachsen.de/gruenkohlrezepte drei besondere Rezepte.

Der Grünkohl lasse sich im Gemüsefach etwa 2 bis 3 Tage lang aufbewahren. Um sich einen Vorrat für kommende Kohlessen anzulegen, sei es praktisch, den bereits blanchierten Kohl gehackt und portionsweise einzufrieren.

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