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Einmal durch die Region schlemmen und zurück

Wer Urlaub im Oldenburger Münsterland macht, kommt absolut auf seine Kosten. Vor allem kulinarisch. Man muss nur neugierig genug sein.

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In den letzten Wochen bin ich in einen unglaublichen Genuss gekommen. Zwei Wochen Urlaub im wunderschönen Oldenburger Münsterland, und ich habe keine Sekunde bereut. Da derzeit die Urlaubsmöglichkeiten eingeschränkt sind, und ich mich in Sachen Kulinarik immer mehr auf regionale Genüsse spezialisiere, lag in diesem Jahr für mich nichts näher, als meinen Urlaub in meiner Heimatgegend zu verbringen und mich passenderweise auch gleich durch die Region zu schlemmen. Der Entschluss war schnell gefasst, und nachdem ich die Instagram-Gemeinde nach heißen Geheimtipps befragt und schnell viele tolle Ideen gesammelt hatte, habe ich mich an jedem Urlaubstag einfach ins Auto gesetzt und mich auf den Weg gemacht.

Ich habe eine Schokoladenmanufaktur besucht und Pralinen probiert, ich habe Schafsschnittkäse schnabuliert, Wochenmärkte erkundet, Schnaps gekauft, Klönschnack gehalten, an einem Foodtruck vegan gegessen, eine Brauerei von innen gesehen, Honig erstanden, meine Plattdeutschkenntnisse aufgehübscht, mich extravagant bewirten lassen und eine grandios schöne Gegend erkundet.

Während ich so im Sonnenschein durch die Gegend fuhr, habe ich mich oft dabei erwischt zu denken, dass das Gute doch häufig so nah liegt. Gleichzeit kam mir jedoch auch der Gedanke, dass ich selber Vieles in der Hektik des Alltags gar nicht richtig wahrnehme. Ohne konkretes Ziel wäre ich nämlich wahrscheinlich gedankenverloren an dem kleinen, unscheinbaren Honigstand mitten in einer Wohnsiedlung vorbeigefahren, ohne ihn auch nur eines Blickes zu würdigen. Wäre ich ohne Mut auf einem verlassen wirkenden Hof gelandet, um selbst hergestelltes Rapsöl zu kaufen? Hätte ich in einer Buchhandlung von meiner Kochbuchsammelleidenschaft berichtet? Wären wir dort ins Gespräch gekommen und hätte sich so ein neuer Kontakt ergeben? Seien wir ehrlich, das alles wäre wohl nie passiert, hätte ich nicht bewusst vorgehabt, meine Augen zu öffnen und mit Menschen über meine Leidenschaft für Produkte aus dem Oldenburger Münsterland zu sprechen.

"Schön, dass #supportyourlocal ein Trend ist. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass daraus kein One-Hit-Wonder wird."Anne Hartmann, Foodbloggerin

Der Mut, den ich brauchte, wenn das Navi mir sagte, dass ich wohl auf dem nächsten Hof richtig sein muss, obwohl keine Leuchtreklame mich zum Ziel führte, wurde reichlich belohnt. Ich konnte meinen kulinarischen Horizont erweitern und möchte keinen Tag meines Urlaubs missen. Ich habe bereits für den nächsten Urlaub eine Fortsetzung meiner kleinen Expedition geplant, weil ich felsenfest davon überzeugt bin, dass ich bisher nur die bekannte Spitze des Eisbergs entdeckt haben kann.

Meine Heimat war häufig so alltäglich, dass mir der Blick für die unbekannten Dinge verschlossen blieb. Mein Appell an dieser Stelle: Ich finde, wir alle sollten uns darüber austauschen, was die Region für uns bereithält. Schön, dass #supportyourlocal ein Trend ist. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass daraus kein One-Hit-Wonder wird.


Zur Person:

  • Anne Hartmann ist Diplompädagogin, wohnt in Vechta und betreibt den Foodblog www.kitchich.de.
  • Die Autorin erreichen Sie unter info@om-online.de

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