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Eine Reise um die Welt hat Joel Chedraoui inspiriert

Immer dieselben zehn Fragen an jedem Samstag stellen wir an dieser Stelle Menschen aus dem Kreis Vechta. Heute ist es Joel Chedraoui (Vechta), der Inhaber des Lokals "Charivari".

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Bietet auch eine Gin-Eigenmarke an: Joel Chedraoui im "Charivari". Foto: M. Niehues

Bietet auch eine Gin-Eigenmarke an: Joel Chedraoui im "Charivari". Foto: M. Niehues

Und? Wie ging es in letzter Zeit?

Da habe ich gemischte Gefühle. Im Oktober letzten Jahres habe ich das Lokal "Charivari" zusammen mit meiner Mutter Susanne Surmann neben dem Kaponier in Vechta eröffnet. Alles war prima, wir haben ein tolles Publikum, setzen auf regionale Produkte und Qualität, bieten besondere Biere und allein 20 Gin-Sorten an. Alles lief gut an. Aber dann kam Corona. Das Runterkommen während des Lockdowns war sicher auch eine angenehme Erfahrung, macht einen Wirt aber auf Dauer nicht glücklich. Die zweimonatige Zeit haben wir genutzt, um das Charivari noch mehr auszugestalten, zum Beispiel mit den Fenstern aus dem abgerissenen Beckmann-Haus in Bakum. Unsere Gäste danken es. Auch die Terrasse kommt richtig gut an. Ich habe das gute Gefühl, jede Woche wird es jetzt etwas besser.

Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt?

Zeit. Denn Zeit ist heute das Kostbarste, was wir haben. Ich habe mir eine Auszeit vom Alltag gegönnt und habe zwei Jahre lang jede Menge Länder bereist, war fast auf dem halben Globus unterwegs. Im Gegensatz zur klassischen Reise verspürt man keinen Zeitdruck. Da habe ich mich richtig frei gefühlt. Gefiel es mir an einem Ort, bin ich einfach geblieben, war ich enttäuscht, habe ich mich schnell wieder aus dem Staub gemacht. Jeder Ort war anders – andere Gerüche, andere Landschaften, andere Menschen, andere Einstellungen zum Leben. Einfach anders.

Wenn Sie König von Deutschland wären: Was gehört als erstes abgeschafft?

Das ist einfach, die GEZ-Gebühren. Ich denke, es sollte jedem frei überlassen sein, ob er sie zahlen möchte oder nicht. Selbst Blinde müssen zahlen. Mich spricht das "Qualitätsfernsehen" nicht an. Und seriöse Nachrichtensendungen findet man auch bei den privaten Sendern oder im Internet. Mein Fernsehen findet bei Netflix statt.

Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen (können)?

Ich möchte mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking reisen. Man startet im eisigen Russland, bahnt sich dann den Weg durch die Natur Sibiriens und der Mongolei bis ins schwüle China. 

Was tun Sie am liebsten?

Ich liebe Musik. Im Alltag begleitet sie mich ständig, ob auf dem Weg zur Arbeit oder morgens beim Frühstück. Noch mehr liebe ich es, als DJ meine Musik mit anderen zu teilen. Dies fehlt mir zur Zeit ganz besonders.

Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst? Und welche nicht?

Ich glaube, der Perfektionismus in mir ist Segen und Fluch zugleich. Auf der einen Seite schätze ich diese Eigenschaft sehr, da sie mich antreibt. Auf der anderen Seite ist es eine Belastung. Denn die einen oder anderen Dinge müssten in Wahrheit gar nicht so hundertprozentig perfekt ausgeführt werden, um sehr gut zu sein.

Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten?

Ehrlich gesagt, ist das Satellitenkabel nicht einmal an meinem Fernseher angeschlossen. Auf Netflix gibt es eine Sendung, die sich "Enthüllungen zu Mitternacht" nennt. Auf dem ersten Blick wirkt sie vielleicht albern, aber es handelt sich um sehr tiefsinnige Gespräche mit namhaften Personen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal treffen?

Mit Len Faki. Er ist DJ und Produzent von Techno-Musik in Berlin. Er war der erste Künstler, dessen Musik mich sehr bewegt hat. Daraufhin bin ich selbst aktiv geworden und habe die DJ-Techniken erlernt.

Was würden Sie gerne einmal wieder essen?

Asien hat mich kulinarisch sehr inspiriert, mehr aber noch Thailand. Dort gibt es die gesündeste Küche der Welt. Alles wird kurz angebraten, ist gesund und lecker. Ich habe dort sogar einen Kochkurs absolviert. Am liebsten würde ich jetzt deshalb das Nudel-Nationalgericht Padthai essen.

Welches Thema in der OV hat Sie am meisten beschäftigt?

Das bedruckte Papier ist nicht mein Ding. OM-online, das neue Internet-Portal der OV, finde ich sehr gut gemacht. Der Web-Auftritt spricht mich an. Mich interessieren vor allem lokale Themen. So bin ich immer auf dem Laufenden.


Zur Person:

  • Joel Chedraoui ist 28 Jahre alt und wohnt in Vechta.
  • Der Gastronom des „Charivari“ betreibt das Lokal zusammen mit seiner Mutter Susanne Surmann.
  • Der gelernte Industriekaufmann ist von Kind auf mit der Gastronomie aufgewachsen und lebt sie mit Leidenschaft.

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