Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Eier schmecken an Ostern doppelt gut

Sie sind ein ovales Kraftpaket und Schmuck für jeden Ostertisch. Wie das Färben gelingt und weitere Tipps rund ums Ei hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zusammengestellt.

Artikel teilen:
Besonders gut zum Färben und Bemalen eignen sich Eier mit weißer glatter Schale. Foto: suju-foto/Pixabay

Besonders gut zum Färben und Bemalen eignen sich Eier mit weißer glatter Schale. Foto: suju-foto/Pixabay

Hochkonjunktur am Eiermarkt: In den Eierpackstellen bringen alle Beteiligten zum Osterfest Höchstleistungen. Insbesondere Eier für die Verarbeitung, wozu auch die Färbereien zählen, sind bereits jetzt sehr lebhaft nachgefragt. In den Geschäften rechnet man in den kommenden Tagen mit einem deutlichen Anstieg der Nachfrage. Durch den Krieg in der Ukraine und die anhaltende Coronapandemie steht die gesamte Eierbranche derzeit vor großen Herausforderungen, berichtet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Da Legehennenhaltende häufig nahezu den vollständigen Futtermittelbedarf ihrer Tiere zukaufen, sind sie besonders stark von den Preissteigerungen betroffen. Die Kosten für ein Legehennen-Alleinfutter stiegen im Raum Weser-Ems Ende März um 46 Prozent auf fast 50 Euro/Dezitonne im Vorjahresvergleich an. Zusätzlich belasten die noch stärker gestiegenen Energiekosten die Rentabilität. Die Eierpreise am Spotmarkt (Bodenhaltung, Klasse M) stiegen im Vergleich dazu allerdings nur um 25 Prozent. Marktbeteiligte befürchten für die kommenden Monate aufgrund des Ungleichgewichts bei Kosten und Erlösen einen vermehrten Leerstand in den Ställen. Das würde in der Konsequenz eine geringere Eierproduktion bedeuten.

Der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr 2021: 238 Eier

Für das diesjährige Osterfest wird allerdings mit keinen großen Engpässen gerechnet, sodass die emsigen Osterhasen ausreichend bunte Eier finden werden, um ihre Kiepe zu füllen.

Eier sind ohnehin ein sehr beliebtes Nahrungsmittel der Deutschen, was der in den vergangenen Jahren gestiegene Pro-Kopf-Verbrauch belegt: Waren es im Jahr 2017 noch 230 Eier, sind es ersten Schätzungen zufolge im Jahr 2021 rund 238 Eier pro Bundesbürger. Der Höhepunkt lag im Jahr 2020 mit 242 Eiern. Durch eine Ausweitung der Produktion stieg der Selbstversorgungsgrad mit Eiern im Jahr 2021 auf 73,1 Prozent. Das waren 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutschland bleibt damit allerdings auf umfangreiche Importe angewiesen.

Der Anteil der in Deutschland ökologisch gehaltenen Legehennen hat sich im vergangenen Jahr um 0,9 Prozent auf 12,9 Prozent vergrößert. Das war die größte Wachstumsrate unter allen Haltungsformen.


Eier zum Färben – welche sind die richtigen?

Was wäre Ostern ohne bunte Ostereier? Schon seit Hunderten von Jahren werden Eier zum Osterfest bunt bemalt, bevor sie ins Osternest oder auf den Frühstückstisch kommen. Besonders gut zum Färben und Bemalen eignen sich Eier mit weißer glatter Schale. Braune Eier schlucken einen Teil der Farben, und auf rauer Schale wird der Farbton weniger intensiv.

Die Fütterung der Hennen hat übrigens keinen Einfluss auf die Färbung der Eischale. Es sind die drei Farbstoffe Biliverdin, Bilirubin und Prophyrine, die die Eischale während ihrer Entstehung im Huhn einfärben. Kommen alle drei Farbstoffe zusammen, entsteht der Schalenfarbstoff Braun, fehlt ein Farbstoff, entsteht ein türkisfarbenes Ei, fehlen aufgrund genetischer Veranlagung alle drei Farbstoffe, so bleibt die Schale weiß.

Weiße Eier: Eier sind ein sehr beliebtes Nahrungsmittel der Deutschen, was der in den vergangenen Jahren gestiegene Pro-Kopf-Verbrauch belegt. Foto: EhreckeLWK NiedersachsenWeiße Eier: Eier sind ein sehr beliebtes Nahrungsmittel der Deutschen, was der in den vergangenen Jahren gestiegene Pro-Kopf-Verbrauch belegt. Foto: Ehrecke/LWK Niedersachsen

Einen Hinweis auf die Schalenfarbe geben die Ohrscheiben der Tiere – nicht das Gefieder. Sind die Ohrscheiben weiß, legt das Huhn auch weiße Eier. Fleischige Ohrscheiben deuten auf braunschalige Eier hin.

Zum Färben sollten außerdem kleine Eier bevorzugt werden. Sie sind im Vergleich zu den großen deutlich robuster. Ihre dickere Schale schützt sie beim Kochen und Färben besser vor haarfeinen Rissen.


Woher kommt das Ei?

Die erste Nummer gibt an, wie die Hühner gehalten wurden:

0 = steht für Biohaltung

1 = für Freilandhaltung

2 = für Bodenhaltung

Nach der Haltungsnummer folgt die Abkürzung für das Erzeugerland. DE steht dabei für Deutschland, NL für die Niederlande. Die folgenden Zahlen geben den Legebetrieb und die Stallnummer an.

Wer genau wissen will, woher sein Ei kommt, kann unter www.was-steht-auf-dem-ei.de nachsehen oder die entsprechende App nutzen.

Wer seine diesjährigen Ostereier direkt ab Hof kaufen will, findet Adressen von Direktvermarkter*innen unter www.service-vom-hof.de beziehungsweise in der kostenfreien HofApp der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Direktvermarktung bietet eine praktische Möglichkeit, unkompliziert und doch regional einzukaufen – nicht nur vor Ort, sondern auch flexibel per Onlinebestellung und Lieferservice.


Wie frisch ist das Ei?

Verpackte Eier tragen auf dem Karton ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Es ist das Datum, das 28 Tage nach dem Legetag auf dem Kalender steht. Bis zu diesem Datum garantieren die Hersteller*innen die Frische. Vorausgesetzt, die Eier werden richtig gelagert (mehr Infos unter bit.ly/lebensmittelsicherheit-eier).

Auch mit einem Glas Wasser lässt sich feststellen, wie frisch ein Ei ist. Frische rohe Eier bleiben in einem Glas mit kaltem Wasser am Boden liegen. Je mehr sich das Ei aber aufrichtet, umso älter ist es. Dies liegt an der Luftkammer im Ei, die mit der Zeit durch Austrocknung des Ei-Inneren immer größer wird.

Nach Ablauf des MHD können die Eier etwa noch 10 Tage zum Kochen oder Backen verwendet werden, sofern sie mindestens ab dem 18. Tag kühl gelagert wurden. Wichtig ist, sie auf über 70 °C zu erhitzen, um mögliche Keime abzutöten.

Für das perfekte Osterei sind 7 bis 14 Tage alte Eier am besten. Sie verfügen bereits über eine etwas vergrößerte Luftkammer im Inneren des Eies und können damit beim Kochen Druckunterschiede ausgleichen. Zudem lassen sich diese Eier leichter schälen.


Ein paar Eier mehr zu Ostern?

Schon Wilhelm Busch lobte das Ei – und es stimmt: Das Ei enthält jede Menge Vitamine, Mineralstoffe und hochwertiges Eiweiß. Von Natur aus einfach perfekt, wäre da nicht das Cholesterin. Doch was genau steckt Wertvolles im Ei, und wie steht es um das Cholesterin?

Eier einfach wertvoll: Das Ei zählt mit zu den hochwertigsten Lebensmitteln. Es liefert hochwertiges Eiweiß, das vom menschlichen Körper sehr gut verwertet werden kann. Von ihm können Sportler und Senioren profitieren. Interessant ist, dass das Eiweiß vor allem im Eidotter steckt und nicht wie der Name suggeriert im Eiklar. Des Weiteren punkten die Kraftpakete mit den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K. Vitamin A sorgt dafür, dass sich das Auge gut an Helligkeit und Dunkelheit anpassen kann. Zudem unterstützt es das Immunsystem und ist für eine gesunde Haut wichtig.

Bei den wasserlöslichen Vitaminen sind besonders die B-Vitamine herauszustellen. Vitamin B1, B2, B12 und Folsäure sind im Ei zu finden und leisten einen guten Beitrag zur Versorgung, insbesondere von älteren Menschen, jungen Frauen und Vegetariern.

Cholesterin: „Freispruch für Eier“: Vor allem alte oder missverständliche Informationen über Cholesterin haben den Ei-Genuss in der Vergangenheit oft getrübt. Wer jedoch gesund ist und weder Probleme mit dem Cholesterinspiegel oder dem Fettstoffwechsel hat, noch Diabetiker ist, kann sich zu Ostern Eier unbesorgt schmecken lassen. Ein Hühnerei enthält zwar eine ganze Menge Cholesterin, doch beim gesunden Menschen sorgt ein Regelmechanismus für einen ausgeglichenen Blutcholesterinspiegel.

Heute weiß man, dass das Cholesterin aus der Nahrung beim gesunden Menschen nur einen geringen Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel hat. Denn je mehr Cholesterin das Essen enthält, desto weniger wird von diesem Stoff vom Körper selbst produziert. Nur bei Personen mit einer bestimmten angeborenen Stoffwechselstörung funktioniert dieser Mechanismus nicht. Daher sollten diese Menschen konsequent auf ihre Cholesterin- und vor allem Fettzufuhr achten und bei Ostereiern nicht sorglos zugreifen.


Das perfekte Frühstücksei: eine Frage des Timings

Mal zu hart, mal zu weich. Wer kennt es nicht, das „Zittern“ um das perfekte Frühstücksei. Zumindest dieser Anstoß für einen misslungenen Start in den Tag lässt sich vermeiden. Beherzigt man folgende Tipps, gelingt das perfekte Frühstücksei.

Eier vor dem Kochen auf Zimmertemperatur erwärmen lassen, damit die Eierschale nicht so leicht aufplatzt, wenn das Ei ins kochende Wasser kommt.

Für das perfekte Frühstücksei ist ein Alter von 3 bis 14 Tagen ideal. Foto: LWK NiedersachsenFür das perfekte Frühstücksei ist ein Alter von 3 bis 14 Tagen ideal. Foto: LWK Niedersachsen

Eier in bereits kochendes Wasser geben und je nach gewünschter „Weichei-Stufe“ 4 bis 8 Minuten garen. Werden Eier in kaltem Wasser erhitzt, ist der Zeitpunkt, an dem das Wasser anfängt zu kochen, für die Garzeit maßgeblich. Der Nachteil dieser „kalten“ Methode: Das Eiklar verteilt sich nicht gleichmäßig um den Eidotter.

Nicht zu frisch, aber auch nicht zu alt sollte das Ei sein. Für das perfekte Frühstücksei ist ein Alter von 3 bis 14 Tagen ideal. Tagesfrisch sollte das Ei nicht sein. Besser ist, wenn das Ei mindestens 3 Tage alt ist, da es dann aromatischer schmeckt und sich leichter von der Schale löst. Das Alter eines Eies ist leicht zu errechnen: Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) minus 28 Tage = Legedatum.

Eine Wasser-Füllhöhe von 2 Zentimetern ist ausreichend – vorausgesetzt der Deckel liegt auf dem Topf. Sobald das Wasser kocht, kann auf mittlere Hitze heruntergeschaltet werden.


Zu Ostern einen Lammbraten

Zu Ostern wird in vielen Haushalten traditionell zartes Lammfleisch gegessen. Ob Filet oder Keule: Lammfleisch lässt sich auf vielerlei Arten zubereiten. Sein fein-würziger Geschmack sowie das feinfaserige und zarte Fleisch machen aus Lammfleisch auf jeden Fall einen Festtagsbraten.

Aussehen und Farbe geben Hinweise auf die Qualität: Gute Qualität ist an einer hell- bis ziegelroten Fleischfarbe und fast weißem Fett zu erkennen. Die Rasse spielt für die Fleischqualität nur eine untergeordnete Rolle. Je jünger das Schlachttier, umso zarter, feinfaseriger und heller ist das Fleisch.

Kenner greifen wegen seines guten Geschmacks gerne zu frischem Lammfleisch aus der heimischen Produktion. Adressen von Hofläden sind über die Internetseite www.service-vom-hof.de beziehungsweise in der kostenfreien HofApp der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu finden. Die Direktvermarktung bietet eine praktische Möglichkeit, unkompliziert und doch regional einzukaufen – nicht nur vor Ort, sondern auch flexibel per Onlinebestellung und Lieferservice.

Viele Vitamine und Mineralstoffe – unterschiedliche Fettgehalte: Lammfleisch liefert hochwertiges Eiweiß sowie eine Reihe an Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders hervorzuheben sind die guten Gehalte an Zink und Eisen sowie den Vitaminen B6, B12 und Niacin. Der Fettgehalt ist von Teilstück zu Teilstück verschieden. Das Filet zählt zu den fettarmen Stücken, es enthält nur 3,4 Gramm Fett pro 100 Gramm. Fleisch aus der Keule ist gehaltvoller, es liefert etwa 18 g Fett pro 100 g und schmeckt besonders gut, wenn es im eigenen Saft gebraten wird.

Unbedingt kühl aufbewahren: Frisches Lammfleisch hält sich bei 4 Grad Celsius bis zu 3 Tage im Kühlschrank. Wichtig: das Fleisch gut abdecken. Liegt das Fleisch in einer Marinade aus Weißwein, Rotwein oder Buttermilch, verlängert sich die Haltbarkeit bei kühler Lagerung um zwei Tage. Darüber hinaus wird der würzige Eigengeschmack von Lammfleisch etwas gemildert, wenn es 1 bis 2 Tage in Buttermilch eingelegt wird.

Tipps, um Lammfleisch zuzubereiten: Für ein Hauptgericht werden 200 bis 250 Gramm Lammfleisch pro Person gerechnet. Es empfiehlt sich, die Stücke möglichst groß zu halten, anhaftendes Fett nicht ganz zu entfernen und leicht mit Thymian, Rosmarin, Wacholderbeeren und Knoblauch zu würzen. Allseits beliebt ist die Zubereitung als Lammkotelett, Rollbraten oder gebratene Lammkeule. Steaks lassen sich als Kurzbratenstücke oder zum Grillen verwenden.

Lammgerichte werden möglichst heiß auf vorgewärmten Tellern serviert. Wer Lammfleisch als Bratenaufschnitt genießen möchte, trifft mit dem Fleisch aus der Keule eine gute Wahl.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Eier schmecken an Ostern doppelt gut - OM online