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Die Alpakas von Christian Bahns sind der Renner

"Mensch der Woche": Der 38-Jährige aus Steinfeld hält seit Dezember fünf Exemplare der Kamelart. Vor allem Kinder sind von den Tieren begeistert.

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Eine neue Attraktion in Steinfelds Süden: Christian Bahns hält seit Dezember fünf Alpakas auf einer großen Wiese am Ende der Falkenstraße. Foto: Klöker

Eine neue Attraktion in Steinfelds Süden: Christian Bahns hält seit Dezember fünf Alpakas auf einer großen Wiese am Ende der Falkenstraße. Foto: Klöker

Christian Bahns, den wir in der Serie „Mensch der Woche“ porträtieren, erinnert sich noch genau, wie Freunde und Familie reagierten, als er ihnen von seiner Idee berichtete, selber Alpakas zu halten. „‚Jetzt wird er komplett wahnsinnig‘ haben sie gesagt“, berichtet er und lacht. Aber schnell signalisierten sie Hilfsbereitschaft und wirkten daran mit, das ungewöhnliche Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Denn seit Mitte Dezember ist die Siedlung Steinfeld-Süd um eine besondere Attraktion reicher – auf einer 6000 Quadratmeter großen Wiese am Ende der Falkenstraße flitzen jetzt fünf Alpakas umher.

Tätigkeit als Viehhändler

Christian Bahns ist 38 Jahre alt und im emsländischen Freren aufgewachsen. Seit 2010 lebt er mit Partnerin Daniela Krapp in Steinfeld. Der Vater zweier Töchter ist beruflich seit 2009 als Viehkaufmann bei der Viehhandlung CHP Overhoff mit Sitz in Lingen-Baccum tätig.

Alle 14 Tage nimmt er an Kälberversteigerungen des Zuchtverbandes für Fleckvieh in Niederbayern in Osterhofen teil. Dort wurde Christian Bahns bereits zum „Kälberkönig“ ernannt. Er erwirbt dort in der Regel 80 bis 150 Kälber pro Auktion und veräußert sie an Landwirte in der Region und darüber hinaus, wo sie weiter aufgezogen werden. „Ich mag den Kontakt mit den Kunden, das Fachsimpeln mit den Kollegen. Zudem ist es schön, die Tiere beim Aufwachsen zu begleiten.“

"Ich mag die Tiere vom Verhalten und vom Aussehen her."Christian Bahns

Nach einer Versteigerung entstand bei einem Gespräch mit dem Auktionator – selbst Alpaka-Halter – auch die Idee der eigenen Alpaka-Haltung. Christian Bahns sagt: „Ich mag die Tiere vom Verhalten und vom Aussehen her. Zudem sind Kinder von ihnen begeistert.“ Er informierte sich intensiv und erwarb zunächst zwei Exemplare der aus Südamerika stammenden Kamelart, die in Niewedde bei Ostercappeln untergebracht waren. „Dort kamen bei meinem guten Freund Dirk Hollewedde eines Morgens nicht nur Kälber, sondern auch zwei Alpakas vom Hänger“, schmunzelt der Steinfelder.

Fünf Alpakas der Rasse Huacaya

Der Wunsch nach einer wohnortnahen Haltung jedoch blieb – und als Peter Mager seine Wiese zur Verfügung stellte, konnte dieser Wunsch auch mit Unterstützung von Dirk Hollewedde erfüllt werden. Fünf Alpakas von der Rasse Huacaya konnte Christian Bahns im Bayerischen Wald erwerben.

Doch bevor diese auf die Wiese konnten, gab es einiges zu tun. „Wir haben die Narbe komplett durchgefräst, gekalkt, gegrubbert, gewalzt und neues Gras eingesät“, berichtet Christian Bahns. Ferner wurde ein an Pfählen aus Robinienholz befestigter Wildschutzzaum um das Gehege gezogen. Auch ein Stall wurde für die Tiere errichtet. „Die Alpakas können Tag und Nacht rein und raus, ganz wie sie möchten.“ Die Tiere ernähren sich von Wasser, Heu und einem speziellen Müsli.

Die Familie hilft tatkräftig mit

Täglich frisches Wasser und Futter nachfüllen, Kotflächen reinigen etc.: Es gibt rund um die Alpaka-Haltung einiges zu tun. „Aber die Familie hilft gerne mit, wofür ich sehr dankbar bin.“ Einmal jährlich werden die Tiere geschoren, die Wolle eignet sich ideal zur Herstellung von Kleidungsstücken. Von Mai bis Juli ist Deckzeit. Auch die Alpakas von Christian Bahns sollen später Nachwuchs zur Welt bringen. Zudem kann er sich vorstellen, seine Herde noch etwas zu vergrößern.

In den vergangenen Wochen entwickelte sich die Alpaka-Farm zu einem enormen Anziehungspunkt. „Viele Leute aus Steinfeld waren schon hier, haben sich die Tiere angeschaut und Fotos gemacht. Die Resonanz ist total positiv, vor allem die Kinder sind begeistert“, freut sich Christian Bahns. Er bittet die Besucher, auf das Füttern der Tiere zu verzichten, da diese empfindliche Mägen haben und rundum versorgt werden. Auch Anfragen nach Fotoshootings und Wanderungen gab es bereits.

14 bis 18 Monate sind die Alpakas von Christian Bahns alt, sie haben eine Lebenserwartung von 20 bis 25 Jahren und erreichen bei einem Stockmaß von 80 bis 99 Zentimetern ein Gewicht von 55 bis 85 Kilogramm. Das Hobby Alpaka-Haltung bereitet Christian Bahns große Freude. „Es ist mit Aufwand verbunden, macht aber total Spaß.“

Fußball, Schützenverein, plattdeutsches Theater

Fußball ist ein weiteres Hobby von Christian Bahns, der lange Jahre selber für die SG Freren spielte. Aus emsländischer Verbundenheit drückt er dem SV Meppen die Daumen. Zudem schlägt sein Herz für den FC Schalke 04. Auch im Schützenverein Steinfeld ist der Tierfreund aktiv, seit 2020 fungiert er als Kinderpräsident. Ebenfalls an den Schießveranstaltungen der Kompanie Steinfeld-Süd nimmt er regelmäßig teil. „Ich mag den Umgang mit den Leuten, die Geselligkeit.“ Darüber hinaus ist der 38-Jährige in der plattdeutschen Theatergruppe der Kolpingsfamilie Steinfeld aktiv. Grundsätzlich fühlt er sich in seiner neuen Heimat sehr wohl. „Ich bin vom ersten Tag an sehr gut aufgenommen worden und mag die vielen persönlichen Kontakte im Ort.“

"Erst Kälberkönig, dann Alpakakönig und danach Schützenkönig – das wäre doch was."Christian Bahns

„Ich bin eher angriffslustig und versuche auch bei den Versteigerungen immer vorne dabei zu sein. Ein gutes Kalb lasse ich nicht laufen“, sagt der zweifache Vater von sich selbst. Christian Bahns träumt davon, eines Tages mit dem FC Schalke 04 die Deutsche Meisterschaft feiern zu können. Zudem reizt es ihn – wie es schon sein Schwager Janbernd Krapp 2015 geschafft hat – einmal die Königswürde im Steinfelder Schützenverein zu erringen. „Erst Kälberkönig, dann Alpakakönig und danach Schützenkönig – das wäre doch was“, sagt er augenzwinkernd.

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