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David Kreutzmann hält die Tradition am Leben

Mensch der Woche: Der 29-Jährige aus Bieste engagiert sich in vielen Vereinen ehrenamtlich und hat ein Faible für Geschichte.

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Neuenkirchen im Wandel, Lila-Weiß in brauner Zeit und die TuS-Chronik: David Kreutzmann präsentiert auf seiner Zündapp einige Werke, an denen er mitwirkte. Foto: Klöker

Neuenkirchen im Wandel, Lila-Weiß in brauner Zeit und die TuS-Chronik: David Kreutzmann präsentiert auf seiner Zündapp einige Werke, an denen er mitwirkte. Foto: Klöker

David Kreutzmann, den wir heute in der Serie „Mensch der Woche“ vorstellen, engagiert sich in vielen Vereinen und hat eine große Leidenschaft für Geschichte. So beschäftigt er sich unter anderem mit der Vergangenheit und Entwicklung des TuS Neuenkirchen, des Ortes an sich und des VfL Osnabrück. Er sagt: „Wir können von früheren Generationen viel lernen, was sie falsch oder richtig gemacht haben. Was alt ist, muss längst nicht schlecht sein.“

Studium der Geschichte in Hildesheim

David Kreutzmann ist 29 Jahre alt und in der teils zu Rieste teils zu Neuenkirchen gehörenden Bauerschaft Bieste aufgewachsen, wo er auch heute lebt. Nach dem Abitur in Damme studierte er Geschichte und Deutsch in Hildesheim und arbeitet nun als Texter in der Osnabrücker Werbeagentur Stiehl/Over/Gehrmann. „Wir arbeiten mit dem VfL zusammen, das ist eine coole Sache“, sagt er.

Wiederbelebung des Traditionswappens

Seit seiner Geburt ist David Kreutzmann Mitglied des TuS Neuenkirchen, mit fünf Jahren begann er das Fußball spielen und tritt heute als Offensiv-Allrounder in der zweiten Mannschaft (die ehemalige Dritte) der Blau-Weißen gegen das Leder. Das Team besticht durch enormen Zusammenhalt auch neben dem Platz und sorgte für eine Wiederbelebung des alten TuS-Wappens. Der Erlös aus Verkauf von Retro-Trikots, Schals, Aufklebern und Buttons wurde für Sportler gegen Hunger gestiftet.

Jubiläumschronik und Ausstellung

Ferner war David Kreutzmann maßgeblich an der Erstellung der Jubiläumschronik des Sportvereins beteiligt. Er erforschte intensiv die frühe Geschichte des Vereins und konnte uralte Fotos zu Tage fördern. Die Beschreibung der Fotos machte David Kreutzmann besondere Freude. „Es war toll, Geschichten zu den Bildern zu erzählen“, sagt er und freut sich über die überaus positive Resonanz auf das Werk. Mit seinem Vater Karl-Heinz, dem Ideengeber, gestaltete David Kreutzmann ferner eine Ausstellung mit Exponaten aus der Geschichte der Fußball-Abteilung des TuS, die derzeit in der Volksbank Neuenkirchen zu sehen ist.

"Neuenkirchen im Wandel"

Mit Heiner Pohlmann arbeitet der Biester zudem in den Broschüren „Neuenkirchen im Wandel“ die Veränderungen im Kirchspiel Neuenkirchen auf und beleuchtet die historische Entwicklung seiner Heimatgemeinde.

"Tradition lebt von Erinnerung"

Ende der 90er Jahre besuchte David Kreutzmann erstmals das Stadion an der Bremer Brücke und war sofort von der Atmosphäre bei Spielen des VfL Osnabrück fasziniert. Mittlerweile ist der Historiker längst Teil der aktiven Fanszene, regelmäßig bei den Spielen im Stadion anzutreffen und Mitglied der Fanabteilung des Vereins. Im VfL-Museum hilft David Kreutzmann ehrenamtlich und engagiert sich im Bündnis „Tradition lebt von Erinnerung“, das unter anderem die Geschichte des VfL Osnabrück in der Zeit des Nationalsozialismus erforschte und dafür 2019 vom DFB mit dem renommierten Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnet wurde.

Spaß an Brauchtumspflege im Schützenverein

Im Schützenverein Neuenkirchen-Bieste gehört David Kreutzmann der Kompanie Bieste an und wirkt dort als Schriftführer. Im vergangenen Jahr war er Mitinitiator der Aktion Soli-Schütze, bei der am Neuenkirchener Schützenfestwochenende viele kleine private Feiern unter Einhaltung der Corona-Regeln stattfanden – mit einem Erlös zugunsten eines guten Zwecks. Auch für dieses Jahr feilt David Kreutzmann bereits an einer Aktion – ganz gleich, ob am Schützenfestwochenende offizielle Veranstaltungen stattfinden können oder nicht.

„Das ehrenamtliche Engagement wurde mir von meinem Vater und Großvater in die Wiege gelegt."David Kreutzmann

„Ich bin zwar nicht der beste Schütze“, sagt David Kreutzmann mit einem Lächeln, „an Brauchtumspflege und Geselligkeit im Schützenverein habe ich aber viel Freude.“
Darüber hinaus gehört David Kreutzmann dem Elferrat des Clubs Neuenkirchener Narren (CNN) an. Bei den Sitzungen tritt er als Büttenredner auf. Jüngst avancierte die Online-Sitzung, mit Vorstellung der neuen Vereinsfahne zu einem großen Erfolg. „Das ehrenamtliche Engagement wurde mir von meinem Vater und Großvater in die Wiege gelegt. Für mich ist es normal, dass man sich in den Vereinen einbringt. Schließlich haben sich die Generationen vor uns auch für uns engagiert.“

"Die Vereine sind die Mitte der Gesellschaft."David Kreutzmann


Als „humorvoll und kreativ“ beschreibt sich der Biester, der im Freizeitverein Neuenkirchen als Betreuer im Zeltlager tätig ist. David Kreutzmann fühlt sich seiner Heimat sehr verbunden. „Mir gefällt es hier einfach. Wir haben eine schöne Lage und eine intakte Dorfgemeinschaft. Die Vereine machen viel vom sozialen Umfeld aus und sind die Mitte der Gesellschaft.“

Große Vorfreude auf den Stammtisch bei Taubken Maria


Joggen, im Garten werkeln und an zwei- und vierräderigen Oldtimern schrauben sind weitere Hobbys vom 29-Jährigen. Jetzt in der Corona-Zeit fehlen ihm die Stadionbesuche und Kontakte mit den Freunden sehr. Aber er ist guter Dinge, dass sich die Zeiten bald ändern – und darauf freut er sich extrem. „Ein Schützenfest würde ich gerne mal wieder erleben. Und ein Stammtisch mit unserer Clique in der Kneipe von Taubken Maria wäre auch was Feines“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

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