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Das sind die Streaming-Tipps der Redaktion

Unsere Weihnachtstipps – Teil 4. Von der Psychopathin im Verhörzimmer bis zum Abenteurer, der eigentlich gar keiner sein will: Diese Serien empfiehlt die Redaktion.

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Nina Hoss als Claudia Hartmann und Sylvester Groth als Kommissar Karl Schulz in der Krimiserie "Criminal" von Netflix. Foto: picture alliance / dpa / Netflix | joseharo

Nina Hoss als Claudia Hartmann und Sylvester Groth als Kommissar Karl Schulz in der Krimiserie "Criminal" von Netflix. Foto: picture alliance / dpa / Netflix | joseharo

Die Zeit zwischen den Jahren. Runterkommen. Das Sofa genießen. Zeit für einen gepflegten Serienmarathon! Was streamt die Redaktion? Hier unsere Tipps:


"Criminal" (Netflix)

Das Verbrechen als Kammerspiel. Mit großartigen Schauspielern. International. Das ist "Criminal" auf Netflix. Streng genommen ist es eine keine Serie, sondern ein Format, das in mehreren Ländern produziert wurde: Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Vier Ermittler-Teams sitzen während der gesamten Episode im spartanischen, aber hochmodernen Verhörzimmer. Es gilt, ein Verbrechen aufzuklären. Der Zuschauer selbst wird nicht Zeuge der eigentlichen Tat. Er ist direkt mittendrin im Verhör. Das Verbrechen ist mittlerweile passiert. Hereingeführt wird der Verdächtige. Er soll mit Beweisen, listiger Gesprächsführung und Verhörmethoden überführt werden. Und so erfährt der Zuschauer Stück für Stück, um was für ein Verbrechen es eigentlich geht – ohne jemals aus dem Zimmer gelassen zu werden. Es darf allenfalls hinter den Spiegel in den Nebenraum blicken und mitbekommen, wie sich die Ermittler gegenseitig unterstützen, wie sie jede kleine Mimik oder Geste des Verdächtigen analysieren. Das ist bis zum Ende einer jeden Episode hochgradig spannend. Krimi einmal anders.


"The Expanse" (Prime Video)

Der anfängliche "Außenseiter" bei den Science-Fiction-Serien hat sich mittlerweile etabliert und geht jetzt mit der finalen Staffel auf die Zielgerade. Die Menschheit hat sich im gesamten Sonnensystem breit gemacht. Erde, Mars und in Kolonien in den Asteroidengürteln. Im Laufe der Zeit haben sich die Menschen auseinandergelebt – nicht nur kulturell. Die Evolution sorgt dafür, dass sich die Menschen sogar physisch unterscheiden: Wer braucht schon harte Knochen in der Schwerelosigkeit? Es gibt Konflikte, die schließlich in einem Krieg münden sollen. In diesem Szenario entwickelt sich eine Verschwörung, der ein Polizist auf die Schliche kommt. Dahinter steckt eine außerirdische Bedrohung, die plötzlich alle Menschen, egal wo sie im Weltall leben, bedroht. "The Expanse" hebt sich deshalb von anderen Science-Fiction-Serien ab, weil ungeschönt gezeigt wird, dass sich der Mensch auch in hunderten Jahren nicht ändern wird. Die Zukunft ist schmutzig und nicht der hochtechnologische Garten Eden. Das Universum wartet hier nicht auf den Menschen als Moralapostel. Es wehrt sich eher gegen ihn.

The Expanse. Foto: Prime Video"The Expanse". Foto: Prime Video

Manhunt-Unabomber (Netflix)

Wenn die stellvertretende ZEIT-Chefin und Expertin für True Crime, Sabine Rückert, einen Seh-Tipp gibt, dann muss es sich lohnen: Manhunt-Unabomber lohnt sich. Seit Dezember 2017 ist die Mini-Serie bei Netflix verfügbar. Der Handlungsrahmen ist wahr: Ab 1978 verschickte Mathematik-Genie Ted Kaczynski Briefbomben an Universitäten in den USA, schrieb ein Manifest und forderte eine Abkehr vom „industriellen System“. Am 3. April 1996 konnte der sogenannte Unabomber vom FBI verhaftet werden – sein Schreibstil hatte ihn verraten. Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht des FBI-Profilers Jim Fitzgerald. Auch ihn gibt es; auf seinem Buch fußt die Serie. Fiktional ist das Zusammentreffen, das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren. Mit ihnen wechseln die Erzählebenen, die Zeit und die Sympathien. Die Faszination für das Böse wächst; die für das Gute schwindet ob der Besessenheit des Ermittlers. Manhunt-Unabomber: Das ist gute, solide Unterhaltung


In 80 Tagen um die Welt (ZDF-Mediathek)

Fantastische Abenteuergeschichten zu Weihnachten haben eine gewisse Tradition. An die knüpft die neueste Interpretation des Klassikers von Jules Verne auch an. In der achtteiligen Serie wird die Geschichte des Abenteurers Phileas Fogg aber den Bedürfnissen und Selbstverständlichkeiten der heutigen Zeit angepasst. Wer Fan der ursprünglichen Geschichte ist, dürfte da etwas irritiert sein. Denn Themen wie Rassismus, Depression und Emanzipation waren dem 1828 geborenen Autoren Jules Verne eher fremd. Trotz allem: Schwere Kost ist die Serie nicht. Vielleicht liegt hier auch der Knackpunkt: Wer dem Zuschauer leichte Unterhaltung bieten will, sollte solche Themenblöcke nicht zwischen opulent-schöne Bilder und einen satten Soundtrack mit Wiedererkennungswert quetschen. Jede einzelne Folge lässt sich als eigenständiger Mini-Film konsumieren. 45 Minuten vergehen da schnell.

Phileas Fogg (David Tennant, M.), Jean Passepartout (Ibrahim Koma, l.) und Abigail Fix (Leonie Benesch, r.) durchqueren Italien per Zug. Eine gemeinsame Rettungsaktion für einen verletzten Jungen an Bord schweißt sie als Trio zusammen. Foto: ZDF  Tudor CucuPhileas Fogg (David Tennant, M.), Jean Passepartout (Ibrahim Koma, l.) und Abigail Fix (Leonie Benesch, r.) durchqueren Italien per Zug. Eine gemeinsame Rettungsaktion für einen verletzten Jungen an Bord schweißt sie als Trio zusammen. Foto: ZDF / Tudor Cucu

Der Kastanienmann (Netflix)

Ein düsterer Thriller. Typisch skandinavisch. Eben drum gibt es bei dem Kriminalfall auch Verbindungen in höchste politische Kreise. Die Miniserie basiert auf dem gleichnamigen Bestsellerroman von Søren Sveistrup. Der Fall, mit dem alles beginnt: Eine junge Frau, die brutal ermordet wurde, wird entdeckt. Am Tatort findet Kommissarin Naia Thulin mit ihrem neuen Kollegen Mark Hess ein mysteriöses Figürchen, das aus Kastanien gebastelt wurde. Dieses Beweismittel ist eine Verbindung zur seit einem Jahr vermissten und tot geglaubten Tochter der Ministerin Rosa Hartung. Doch dabei bleibt es nicht. Offenbar gibt es einen Serienkiller, der sein Unwesen schon seit Jahren treibt und jetzt wieder aktiv geworden ist. Die Miniserie ist fürs Schnell-Bingen geeignet – sie umfasst sechs Folgen.

Der Kastanienmann. Foto: NetflixDer Kastanienmann. Foto: Netflix

Occupied (Arte-Mediathek)

Was passiert, wenn ein Land in der EU de facto von den Russen besetzt wird und die europäischen Partner das sogar unterstützen? Die Serie "Occupied" stellt dieses Szenario in Norwegen nach. Ein echter Polit-Thriller. Denn die Norweger wollen die Öl- und Erdgasförderung als Beitrag zum Klimaschutz komplett einstellen und setzen auf eine eigene klimaneutrale Energiequelle: Thorium. Das gefällt den Europäern überhaupt nicht und nehmen das Angebot Russlandas wohlwollend an, in Norwegen doch bitteschön wieder für Ordnung zu sorgen und den Gashahn wieder aufzudrehen. Das Düstere und Beklemmende an dieser Serie sind die frappierenden Ähnlichkeiten zur Realität in Osteuropa. Unter "Besatzung" muss man nicht zwangsläufig rollende Panzer verstehen. Der Prozess ist schleichend, während der Alltag weiter läuft. In der Arte-Mediathek sind die ersten beiden Staffeln der Serie abrufbar.

Norwegens Premierminister Jesper Berg (Henrik Mestad, Mitte) und seine Minister Anita Rygg (Janne Heltberg, links) und Forsvarsjef (Morten Traavik, rechts) stehen vor einer schweren Entscheidung in einer Szene der Arte-Serie Occupied. Foto: Aksel Jermstad  ARTE dpaNorwegens Premierminister Jesper Berg (Henrik Mestad, Mitte) und seine Minister Anita Rygg (Janne Heltberg, links) und Forsvarsjef (Morten Traavik, rechts) stehen vor einer schweren Entscheidung in einer Szene der Arte-Serie "Occupied". Foto: Aksel Jermstad / ARTE /dpa

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