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Das Geheimnis von "Mondkacke"

Kolumne: Beim virtuellen Spieleabend mit meinen Freundinnen bin ich auf diesen merkwürdigen Begriff gestoßen. Und so fing ich an nachzuforschen.

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Momentan ist ja alles etwas anders, und so durfte ich am vergangenen Wochenende an einem kleinen aber durchaus feinen Zoommeeting mit Freunden teilnehmen. Zwei Freundinnen hatten sich für den Rest der Meute so richtig ins Zeug gelegt und eigens ein kreatives und wirklich witziges Jeopardy kreiert.

Kurzer Fun-Fact: Man merkt, wie alt man ist, wenn man allein beim Namen der nostalgischen Fernsehshow die allseits bekannte Melodie mitsingt, während andere Teilnehmer des Treffens die Stirn runzeln und sich fragen, wann das wohl mal in gewesen sein soll. Just in diesem Moment pfeife ich zum Beispiel wieder vor mich hin und freue mich über die Erinnerung an meine Kindheit.

Aber ich schweife ab. In meiner Kolumne soll es nämlich nicht um Jeopardy, sondern vielmehr um eine Frage, die sich hinter dem Feld "Klugscheißerei" befand, gehen. "Was ist Mondkacke?" Für den Begriff kann ich nichts, das stand da wirklich so.

"Mondkacke" und Mexiko haben eine enge Verbindung

Was soll denn bitte Mondkacke sein? Tierische Häufchen in Form eines Mondes? Sichelartige Gebilde in Bezug auf Flora oder Fauna? Vielleicht Bakterien? Oder Müll auf dem Mond? Relativ schnell gaben wir uns geschlagen und staunten nicht schlecht, als von den Spielleiterinnen gesagt wurde, dass diese Frage doch gerade von einer Foodverrückten wie mir spielend hätte beantwortet werden müssen. Ja genau, Mondkacke koche ich täglich. Nicht.

Aber ich habe etwas gelernt. Mondkacke ist nämlich in Mexiko eine kulinarische Spezialität. Caca de Luna. Das klingt zumindest etwas netter, als Mondkacke. Caca de Luna wird Schleimpilz genannt, ist aber den Pilzen eigentlich gar nicht zuzuordnen. Und auch meine Recherche hat keine eindeutige Zuordnung ergeben. Oder ich habe es falsch verstanden, bei all den verrückten Fremdwörtern. Spannendes Wesen, das muss man ihm lassen, dem schleimigen Etwas.

Witzig ist, dass der Schleimpilz Nahrungsquellen finden und gezielt ansteuern kann. Sympathisch. Und trotzdem etwas gruselig, wenn sich die pilzähnliche, schwammige Masse langsamer als eine Schnecke in Gärten oder im Wald auf den Weg macht. Zum Glück ist Caca de Luna aber eher selten.

"Namen schrecken mich nicht ab und wenn Menschen in Mexiko das Schwammwesen feiern, kann es ja nicht allzu verkehrt sein."Anne Hartmann

In Deutschland übrigens gilt der Schleimpilz als wenig spannend oder sogar ungenießbar. Etwas weiter entfernt, in Mexiko, wird die gleiche Substanz jedoch als Delikatesse gefeiert. Dort wird Caca de Luna gegrillt oder gebraten wie Rührei. Also ein Rührei-Ersatz für Veganer*innen? Klingt doch auf jeden Fall spannend. Vielleicht muss ich erneut eine Pilzwanderung in den Dammer Bergen buchen und mich bei Pilzexpert*innen über Mondkacke informieren.

Ich für meinen Teil würde Mondkacke auf jeden Fall probieren, sollte sie mir serviert werden. Namen schrecken mich nicht ab und wenn Menschen in Mexiko das Schwammwesen feiern, kann es ja nicht allzu verkehrt sein. Ich werde berichten.


Zur Person:

  • Anne Hartmann ist Diplompädagogin, wohnt in Vechta und betreibt den Foodblog www.kitchich.de.
  • Die Autorin erreichen Sie unter info@ov-online.de

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