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Dagegen ist ein Kraut gewachsen

Viele sehen Giersch, Löwenzahn und Co. als Unkraut an und bekämpfen es im eigenen Garten. Doch diese und andere Wildkräuter und -pflanzen sind vielseitig einsetzbar, auch in der heimischen Küche.

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Direkt vor der Haustür oder im Garten wachsen viele Wildkräuter, die man für Smoothie, Suppe und Co. in der Küche verwenden kann. Foto: Pixabay

Direkt vor der Haustür oder im Garten wachsen viele Wildkräuter, die man für Smoothie, Suppe und Co. in der Küche verwenden kann. Foto: Pixabay

Dagegen ist ein Kraut gewachsen; Dieses Sprichwort enthält viel Wahrheit. Brennnessel, Giersch oder Löwenzahn; Viele wissen nicht, dass diese Pflanzen sehr nützlich sind und durchaus auch ihren festen Platz in der heimischen Küche finden sollten. Für viele Hobbygärtner sind Brennnesseln, Gundermann und Co. ein unwillkommenes und hartnäckiges Unkraut.

Mit Hacke, Spaten und Chemikalien rückt man ihnen zu Leibe – meist erfolglos, da ihr ausuferndes Wurzelgeflecht immer wieder neue Pflanzen entstehen lässt. Warum dieses Geschenk der Natur also nicht einfach für die eigene Gesundheit als Nahrungsmittel oder Heilkraut nutzen? Ob als Zutat in der Suppe, als Kräuter-Smoothie, Tee, Saft oder selbst hergestellte Kräutersalze und Tinkturen, die unterschiedlichen Wirksamkeiten der Wildkräuter und -pflanzen lassen sich vielseitig einsetzen. „Die Natur hat so viel zu bieten“, sagt Kirsten Nipper. Die Kräuterfrau aus Cloppenburg weiß genau, welche Wildkräuter, Beeren und Pflanzen gerade wachsen, welche Wirksamkeit sie haben und wie man sie zu nützlichen, hilfreichen und leckeren Produkten weiterverarbeiten kann.

Brennnessel zum Entgiften und Entschlacken

„Die Brennnessel zum Beispiel wird allgemein zur Entgiftung und Entschlackung im Rahmen von Frühjahrskuren und Diäten oder auch bei Müdigkeit und Erschöpfungszuständen empfohlen. Bei grippalen Infekten und bronchialen Problemen ist der Gundermann ein gutes Heilmittel“, weiß Kirsten Nipper. „Auch der Giersch ist besonders gesund, da er Kalium, Vitamin C, Karotin und vor allem Eisen enthält.“ Die unzähligen Kräuter und Pflanzen, die unsere Natur bereithält, sind in vielfältiger Weise und für unterschiedliche Heilmethoden verwendbar.

Die wilde Kräuterküche ist zudem immer saisonal. Je nach Jahreszeit und individuellen Wünschen bietet die Cloppenburgerin Kräuterexkursionen und Naturführungen an. Pflanzenkunde, Bestimmungtipps, Sammelhinweise und leckere Rezepte, all das vermittelt die Kräuterfrau in ihren Workshops. Sie erläutert die Wirksamkeit der Pflanzen, geht mit den Teilnehmenden in die Natur, sammelt Kräuter und Pflanzen. „Dafür muss man gar nicht weit hinaus in die Natur, vieles findet man im eigenen Garten direkt vor der Tür oder am Wegesrand“, sagt sie. In ihrer Kräuterküche zeigt sie den Teilnehmenden dann, was man alles Tolles daraus herstellen kann. Ob frisch zubereitet, getrocknet oder eingelegt, es gibt viele Möglichkeiten, die Pflanzen und Kräuter zu verwenden.

Von der Wiese auf den Teller, Wildkräuter und -pflanzen kommen auf verschiedenste Art zum Einsatz. Foto: Schulte-SaßVon der Wiese auf den Teller, Wildkräuter und -pflanzen kommen auf verschiedenste Art zum Einsatz. Foto: Schulte-Saß

„Bevor man jedoch auf eigene Faust Kräuter sammelt und sie in den Speiseplan aufnimmt, empfehle ich, sich vorher über die Wildkräuter und -pflanzen zu informieren, um sie bestimmen und erkennen zu können“, rät Kirsten Nipper. Denn die Kräuterkunde ist breit gefächert und giftige Gegenspieler unbedingt zu beachten. Um sich das ganze Wissen anzueignen, hat die Kräuterfrau eine einjährige Ausbildung an der Heilpflanzenschule in Oldenburg absolviert sowie weitere Fortbildungen zum Detox-Coach und für die Zubereitung von Naturkosmetik besucht. Nicht nur in ihrer eigenen Kräuterküche, auch über verschiedene Bildungseinrichtungen bietet sie regelmäßig Kurse und Kräuterwanderungen an. Beim nächsten Spaziergang durch die Natur blickt man dann mit anderen Augen auf die Blätter, Stängel, Blüten und Früchte, die links und rechts am Wegesrand wachsen. Tolle Tipps und Ideen gibt Kirsten Nipper auch auf Facebook und Instagram unter Kirstens Kräuterküche.

Zwei tolle Rezepte mit Zutaten aus der Natur, die man ganz einfach zubereiten kann und die dazu noch richtig lecker schmecken:

Einfacher Wildkräuter-Smoothie

(für2 Personen)

1 Handvoll Wildkräuter (Giersch, Löwenzahn, Gänseblümchen, Brennnessel, gewöhnlicher Gundermann, Vogelmiere), 1 Banane/ 1 Apfel, Ca. 300 ml Apfelsaft naturtrüb

Zubereitung: Die Kräuter waschen und tropfnass in ein hohes Gefäß geben (evtl. vorher noch etwas zerkleinern). Eine Banane und den Apfel in Stücke zerteilen und hinzufügen. Ein wenig Saft (nach Geschmack) hinzufügen und alles mit dem Stabmixer zerkleinern, bis sich eine homogene Masse gebildet hat. Nun bis zur gewünschten Menge mit Saft auffüllen und pürieren. Zur Abwechslung können verschiedene Säfte, Obst- und Gemüsesorten miteinander kombiniert werden.

Klassische Brennnesselsuppe

3 Handvoll Brennnesselblätter, 200 g Kartoffeln (mehlig kochend), 2 Knoblauchzehen, 1 Zwiebel, 1 EL Olivenöl, 600 ml Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer nach Geschmack, 200 ml Sahne

Zubereitung: Den Knoblauch und die Zwiebel schälen, würfeln und in Olivenöl dünsten. Die Brennnesselblätter waschen, dazugeben und mit der Gemüsebrühe ablöschen. Die Kartoffeln schälen, in Würfel schneiden und in die Suppe geben. Alles 15 Minuten garen. Anschließend die Zutaten pürieren, mit Sahne verfeinern und mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Die Brennnesselsuppe ist nicht nur schnell gemacht, sie schmeckt auch  lecker und enthält viele wertvolle Nährstoffe aus der Natur. Foto: NipperDie Brennnesselsuppe ist nicht nur schnell gemacht, sie schmeckt auch  lecker und enthält viele wertvolle Nährstoffe aus der Natur. Foto: Nipper

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