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Böseler Ratsherr gibt Flüchtlingen ein Zuhause

Die Hilfstransporte machten sich am vergangenen Donnerstag auf den Weg. Bernd Roder ruft zudem mit seinen Freunden und Helfern dazu auf, frei stehende Räume, Wohnungen und Häuser zu melden.

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Die Schränke sind schon eingeräumt: Bernd Roder stellt sieben ukrainischen Flüchtlingen eine Wohnung im Gewerbegebiet Sandwitten zur Verfügung. Foto: Bernd Götting

Die Schränke sind schon eingeräumt: Bernd Roder stellt sieben ukrainischen Flüchtlingen eine Wohnung im Gewerbegebiet Sandwitten zur Verfügung. Foto: Bernd Götting

In der vergangenen Woche organisierte er mit seinem Ratskollegen Ralf Meyer einen Hilfstransport für die Ukraine, nun dürfte er bereits mit den ersten Flüchtlingen wieder in Bösel sein. Der Krieg in der Ukraine und das Leid der Menschen haben Bernd Roder aus Bösel tief erschüttert. Als Familienvater und leidenschaftlicher Kommunalpolitiker wollte er mit vielen anderen Böselern spontan und unbürokratisch helfen.

Ein entsprechender Aufruf, unter anderem in den OM-Medien, brachte recht schnell Sachspenden mit einem Volumen für mehr als zwei Lkw-Ladungen und bis zum vergangenen Donnerstag bereits 80.000 Euro an Geldspenden. Und so wundert es kaum, dass die Helfer der evangelischen und katholischen Kirche, der CarLa-Tafel und der Litauen- und Tschernobyl-Hilfe alle Hände voll zu tun hatten, um die reichlich eingehenden Lebensmittel-, Sach- und Kleiderspenden zu sortieren und transportfertig zu machen.

Die Hilfstransporte machten sich am vergangenen Donnerstag auf den Weg und werden unter anderem von Bernd Roder und seiner Tochter Birta in einem Kleinbus begleitet. Und mit eben diesem Bus werden Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten der Ukraine direkt nach Bösel in Sicherheit gebracht. „Wir wissen auch schon, wen wir mitnehmen werden“, berichtete Roder. „Es gibt bereits eine Verbindung nach Bösel und wir werden es dann etwas leichter haben mit der sprachlichen Verständigung und den später folgenden Behördengängen.“

Neben Geld- und Sachspenden ist nun auch Wohnraum gefragt

Und ein Dach über dem Kopf hat diese Familie auch schon. Roder stellt dafür eine komplett möblierte und ausgestattete Wohnung zur Verfügung. Im Gespräch mit Roder wurde auch deutlich, dass Geld, Kleidung und Lebensmittel nur eine Facette der Hilfe für die Flüchtlinge sind. Ebenso wichtig sei jetzt die Unterbringung.

Es sei mit einer weiter wachsenden Zahl von Flüchtenden zu rechnen, und auch mit deren Weiterleitung in westeuropäische Länder. Polen alleine könne die Menschen nicht versorgen und unterbringen. Zudem war in den Medien bekannt geworden, dass es zum Plan der russischen Regierung gehören könnte, andere Nationen durch den Flüchtlingsdruck zu destabilisieren. Deshalb sei damit zu rechnen, dass kurzfristig eine Verteilung auf alle EU-Staaten vorgenommen werden müsse. Bernd Roder möchte, dass seine Heimat darauf vorbereitet ist und ruft nun mit seinen Freunden und Helfern dazu auf, frei stehende Räume, Wohnungen und Häuser zu melden.

„Es gibt bereits eine Verbindung nach Bösel und wir werden es dann etwas leichter haben mit der sprachlichen Verständigung und den Behördengängen.“Bernd Roder

Damit diese zentral gelistet werden und passgenau vermittelt werden, können Bürger der Gemeinde Bösel ihre freien Wohnräume bei Petra Sydow von der Abteilung Soziales im Böseler Rathaus melden, Tel. 04494/8923. Bürger anderer Gemeinden können sich beim Landkreis Cloppenburg melden. Fragen zu Wohnraumangeboten werden unter 04471/15-202 beantwortet, Fragen zum Ausländerrecht in der aktuellen Situation unter 04471/15-755.

Und weil der Krieg in der Ukraine leider andauert und weitere Flüchtlinge eine sichere Bleibe suchen, werden auch weiterhin Hilfsgüter und Spenden benötigt, entweder an der polnisch-ukrainischen Grenze oder bei den mittellosen Familien, die in Bösel und Umgebung ankommen, oft mit wenig Gepäck und ohne Väter und Ehemänner. Sachspenden können bei der CarLa-Tafel-Sammelstelle in der Fladderburgerstraße 10 abgegeben werden.


Für die Unterstützung weiterer Unternehmungen sind folgende Konten eingerichtet:

  • Katholische Kirchengemeinde Bösel: IBAN DE71 2806 6620 0002 015001
  • Evangelische Kirchengemeinde Bösel: IBAN: DE 65 2805 0100 0084 105642
  • oder per Paypal
  • Verwendungszweck: „Ukrainehilfe Bösel“ mit einer Anschrift für die Spendenbescheinigung

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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