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Björn Feldhaus gefällt das Miteinander

Im Porträt "Mensch der Woche: Der 27-Jährige aus Goldenstedt engagiert sich mit Freude im Vorstand der Bartimäusgruppe Visbek.

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Er zeigt Mut: Björn Feldhaus präsentiert ein Shirt der Bartimäusgruppe Visbek. Foto: Klöker

Er zeigt Mut: Björn Feldhaus präsentiert ein Shirt der Bartimäusgruppe Visbek. Foto: Klöker

„Wir sind wie eine Familie. Wir helfen uns gegenseitig und passen aufeinander auf.“ Das sagt Björn Feldhaus aus Goldenstedt, den wir in der Serie „Mensch der Woche“ porträtieren, über die Bartimäusgruppe Visbek. Er wirkt im Vorstand der Gruppe mit, in der sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zu gemeinsamen Aktivitäten treffen.
Björn Feldhaus ist 27 Jahre alt. Er besuchte zunächst für anderthalb Jahre die Grundschule Rechterfeld und setzte anschließend seine Schulbildung im Kardinal-von-Galen-Haus in Dinklage fort.

Die Arbeit macht großen Spaß

Nach der Schule ging es für ihn in die Werkstatt für behinderte Menschen des Andreaswerks nach Vechta. Dort war Björn Feldhaus zwei Jahre im Berufsbildungsbereich Gartenbau eingesetzt und absolvierte verschiedene Praktika in Lohne. Schon seit mehr als zehn Jahren ist Björn Feldhaus in einer Außenarbeitsgruppe des Andreaswerks bei M.O.L. in Vechta aktiv. In dem Betrieb aus der Kunststoffbranche ist Björn Feldhaus für die Sortierung, Kontrolle und Verpackung von Dichtringen zuständig. In dem siebenköpfigen Team, das sich zum Teil schon seit Jahren kennt, macht die Arbeit große Freude. „Es können gerne noch mindestens zehn weitere Jahre bei M.O.L. dazu kommen“, sagt Björn Feldhaus mit einem Lächeln.

Gründung der Gruppe im Jahr 2003


Seit 2003 existiert die Bartimäusgruppe Visbek, fast seit Beginn nehmen Björn Feldhaus und Mutter Edeltraud an den Aktivitäten der Gruppe teil. Am 22. November 2003 lud Vikar Paulus Dinh Dung Phan alle behinderten Mitmenschen und ihre Eltern und Angehörigen der Kirchengemeinde St. Vitus Visbek/Rechterfeld zum ersten Begegnungsnachmittag ein. Unter dem Motto „unBehindert miteinander leben“ feierten die Anwesenden einen Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kapelle und trafen sich anschließend im Pfarrheim. Dort hatten die Kolpingsfrauen Kaffee und Kuchen vorbereitet.

Große Initiative von Vikar Phan

Vikar Phan, der mittlerweile in Recklinghausen wirkt und zu dem die Gruppe nach wie vor einen guten Kontakt pflegt, war es ein großes Anliegen, die behinderten Mitmenschen und ihre Eltern sowie Angehörigen in die Aktivitäten der Pfarrgemeinde zu integrieren, Räume und Möglichkeiten für Begegnungen, Kontakte, Austausch und Aktivitäten zu schaffen. Mit dem ersten Treffen war der Grundstein für die Gruppe gelegt, denn alle waren von diesem Nachmittag so begeistert, dass klar wurde: Es müsste mehr gemeinsame Nachmittage oder Gruppenabende geben. Schnell bildete sich ein Kreis aus Eltern, Geschwistern und jungen Erwachsenen, um dieses in die Hand zu nehmen.

Vielfältige Aktivitäten

Die Gruppe schloss sich der Kolpingsfamilie Visbek an, was die Gruppenarbeit besonders im Punkt Inklusion in vielerlei Hinsicht erleichtert und noch vielfältigere Möglichkeiten bietet, zum Beispiel die Teilnahme an größeren Veranstaltungen wie etwa an Kolpingtagen.  Seit rund zwei Jahren gehört Björn Feldhaus dem Vorstand der Bartimäusgruppe Visbek an. Mit seinen Mitstreitern trifft er sich normalerweise ein- bis zweimal im Monat. „Dann tauschen wir Ideen und Anregungen aus und überlegen gemeinsam, welche Aktionen oder Veranstaltungen wir auf die Beine stellen können.“
Normalerweise treffen sich 30 bis 35 Mitglieder der Gruppe aus Visbek und Umgebung monatlich zu Aktivitäten. Fahrten ins Kino, Pizza backen, Spieleabend, Grillabend, Kegeln, Filmabend, Kohlessen, Maigang, Boßeln, Firmenbesichtigungen und Ausflüge stehen dann auf dem Programm.

Wochenendfahrten sind besondere Highlights

Besondere Highlights sind die Wochenendfahrten der Gruppe. So ging es bisher unter anderem nach Berlin, Essen, Duderstadt, Bad Segeberg oder Rheine. Auch der gastliche Gottesdienst in Visbek erfreut sich einer großen Resonanz. Besonders freut sich die Gruppe, die einen eminent wichtigen Beitrag für Integration und Teilhabe leistet, über Spenden von Vereinen, Firmen oder Privatpersonen. Das Geld wird dann wieder für Aktivitäten eingesetzt.

"Ich habe durch die Gruppe viele Bekanntschaften geschlossen und Freunde gefunden.“Björn Feldhaus über die Bartimäusgruppe Visbek

In diesem Jahr und aktuell war und ist das Gruppenleben natürlich durch Corona eingeschränkt. Still steht es deswegen aber nicht. So wurden jetzt Adventsgrüße an die Mitglieder verschickt, da die Adventsfeier nicht stattfinden konnte. Für besondere Freude sorgte im Sommer eine Sonnenblumen-Pflanzaktion der Mitglieder im jeweils eigenen Garten. Es entwickelte sich ein spannender Wettbewerb daraus, wessen Sonnenblume am höchsten gen Himmel wuchs.
Sobald absehbar ist, dass wieder Veranstaltungen durchgeführt werden können, sollen die Planungen für 2021 konkret aufgenommen werden. Jeder – ob mit Handicap oder nicht – der Lust hat, an der Gruppe teilzunehmen und älter als zwölf Jahre ist, ist willkommen.
„Ich mag es, durch die Gruppe mit anderen in Kontakt zu kommen und habe durch die Gruppe viele Bekanntschaften geschlossen und Freunde gefunden“, sagt Björn Feldhaus.

Daumen drücken für Vettel und Schalke

In seiner Freizeit schaut Björn Feldhaus gerne Rennen der Formel 1 und drückt dabei Sebastian Vettel besonders die Daumen. Er hofft, dass der viermalige Weltmeister im kommenden Jahr mit seinem neuen Team Aston Martin weiter vorne landen wird als in der abgelaufenen Saison im Ferrari.  Ferner ist Björn Feldhaus sehr fußballinteressiert und Anhänger des FC Schalke 04. Seine Zuversicht, dass die Königsblauen wieder aus dem Tabellenkeller kommen, ist ungebrochen. Darüber hinaus spielt Björn Feldhaus selber gerne Fußball, geht mit Freude Angeln und nahm achteinhalb Jahre Schlagzeugunterricht.

„Wir haben großen Spaß miteinander. Und das soll noch lange so bleiben."Björn Feldhaus über die Bartimäusgruppe Visbek

In Goldenstedt ist Björn Feldhaus, der regelmäßig seinen Gang durch die Siedlung macht, gut bekannt und fühlt sich wohl. „Es ist ein schöner Ort zum Wohnen und wir haben eine tolle Nachbarschaft.“
Wenn die Corona-Zeit hoffentlich möglichst bald vorbei ist, möchte Björn Feldhaus unbedingt wieder ein Spiel des FC Schalke 04 im Stadion in Gelsenkirchen besuchen. Zudem träumt er vom Besuch eines Konzerts der Band „Santiano“. Und er freut sich auf viele Veranstaltungen mit der Bartimäusgruppe Visbek. „Wir haben großen Spaß miteinander. Und das soll noch lange so bleiben.“

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