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Bernd Susen behält seine Zuversicht

Im Porträt "Mensch der Woche": Der 46-Jährige ist Geschäftsführer vom Rheinischen Hof in Dinklage und vermisst in der Corona-Zeit die Gäste.

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Hofft, dass hier bald wieder richtig Leben herrscht: Bernd Susen im neu gebauten Wintergarten des Rheinischen Hofes in Dinklage. Foto: Susen

Hofft, dass hier bald wieder richtig Leben herrscht: Bernd Susen im neu gebauten Wintergarten des Rheinischen Hofes in Dinklage. Foto: Susen

Bernd Susen aus Dinklage, den wir als „Mensch der Woche“ porträtieren, ist Geschäftsführer des Rheinischen Hofes, ein Betrieb, der aktuell wie die gesamte Hotel- und Gastronomiebranche stark unter der Corona-Krise leidet. Doch seine Zuversicht hat der Dinklager deswegen noch lange nicht verloren und hält es weiter mit seinem Motto: „Am Ende ist alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“

Zwei Ausbildungen in Köln

Bernd Susen ist 46 Jahre alt und seit 2007 mit Ehefrau Nicole verheiratet. Das Paar hat drei Kinder. Nach dem Abitur in Lohne und der Bundeswehrzeit absolvierte Bernd Susen zunächst eine Ausbildung zum Hotelfachmann im Renaissance-Hotel in Köln und ließ später eine Ausbildung zum Koch im Maritim-Hotel in Köln folgen. Nach einer weiteren Station als Koch kehrte Bernd Susen im Jahr 2000 in die Heimat zurück und stieg in den elterlichen Betrieb ein. Seit 2004 führt er als Geschäftsführer in dritter Generation den Dinklager Traditionsbetrieb, dessen Anfänge ins Jahr 1929 zurückgehen. „Ich bin mit dem Betrieb groß geworden. Nach meiner ersten Ausbildung war mir klar, dass das das Richtige für mich ist und ich hier tätig werden möchte.“

„Ich mag die Abwechslung, kein Tag ist wie der andere. Routine gibt es nicht."Bernd Susen über seine Arbeit

Der Rheinische Hof verfügt über einen Saal für Feiern bis zu 200 Personen sowie ein Hotel mit 20 Doppel- und drei Einzelzimmern. Zudem gehören Restaurant, Tagungsräume und Wintergarten zum Betrieb.  Vertrieb, Vermarktung, Veranstaltungen planen und begleiten oder Kochen: Die Aufgaben von Bernd Susen sind vielfältig. „Ich mag die Abwechslung, kein Tag ist wie der andere. Routine gibt es nicht. Zudem finde ich die Kontakte zu vielen verschiedenen Menschen reizvoll. Man muss sich auf immer neue Gäste einstellen. Das ist eine schöne Herausforderung.“

"Ich kann das Unternehmen nach meinen Vorstellungen gestalten und habe eine Entscheidungsfreiheit."Bernd Susen über die Selbstständigkeit

Bernd Susen ist gerne selbstständig. „Ich kann das Unternehmen nach meinen Vorstellungen gestalten und habe eine Entscheidungsfreiheit. Ich bin zwar ständig erreichbar, habe aber keine Stechuhr.“
Die Belegschaft des Rheinisches Hofes befindet sich momentan in Kurzarbeit. „Wir haben einen tollen Zusammenhalt im Mitarbeiterteam, alle reagieren verständnisvoll auf die derzeitige Situation“.

Abholservice als Schadensbegrenzung

Das Hotel ist für Geschäftsreisende weiterhin geöffnet. „Aber es sind natürlich viel weniger Gäste da als normalerweise. Dennoch versuchen wir es ihnen so angenehm wie möglich zu machen und bringen zum Beispiel das Essen auf die Zimmer.“  Um in der aktuellen Zeit, wo keine Veranstaltungen im Saal stattfinden und das Restaurant geschlossen ist, den Schaden in Grenzen zu halten, gibt es im Rheinischen Hof einen Abholservice für Speisen. „Das wird gut angenommen und auch das Online-Bestellformular wird rege genutzt.“ Der Familienvater ist sehr dankbar für die staatlichen Hilfen in der Corona-Zeit, auch wenn die Umsetzung zunächst etwas holprig war.

Jetzt wappnen für die Zeit nach Corona

Wie sehen die Prognosen für 2021 aus? An ein einträgliches Ostergeschäft glaubt der Familienvater noch nicht, er hat aber Hoffnungen auf Veranstaltungen ab Jahresmitte.
Jetzt wappnet sich der Rheinische Hof, um nach Corona voll durchstarten zu können. So werden Hotel-Arrangements für den Sommer konzipiert und Abläufe auf den Prüfstand gestellt, um zu schauen, in welchen Bereichen Verbesserungen möglich sind.
„So hoffen wir, nach Corona gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, erklärt Bernd Susen, der die Fortsetzung der 2019 begonnenen Renovierungsmaßnahmen auf den Zimmern und in der Gaststätte im Blick hat und mittelfristig weitere Hotelzimmer anbauen möchte.

Aktuelle Charts hört Bernd Susen nicht

In Dinklage lebt Bernd Susen gerne. „Man kennt viele Leute, mir gefällt das Familiäre und Persönliche. Zudem ist es für Familien hier ideal. Und die Verkehrsanbindung ist auch gut.“  Ferner geht Bernd Susen gerne laufen und ins Fitnessstudio. Er hofft, dass er bald wieder auf Konzerte gehen kann. Auf seiner Musik-Playlist findet man sowohl Metallica und Tool als auch Ludovico Einaudi und elektronische Beats – nur keine aktuellen Charts. Wenn es wieder möglich ist, möchte Bernd Susen, der sich durch seine ruhige Art auszeichnet und nicht so schnell aus der Fassung zu bringen ist, gerne wieder reisen – seien es Städtetrips oder langfristig größere Reisen zum Beispiel nach Amerika oder Asien.  Auch ein Skiurlaub würde ihm sehr gefallen, nachdem der letztjährige wegen Corona ausgefallen ist.

Freude auf den Trubel

Und worauf freut sich Bernd Susen besonders, wenn wieder Normalität einzieht? „Auf den Trubel hier im Haus. Dass der Rheinische Hof wieder ein Ort der Begegnung ist, in dem die Menschen sich wohlfühlen und im geselligen Miteinander eine schöne Zeit verbringen. Und ich freue mich auf Sommer, schönes Wetter und Biergarten.“

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