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Bei Wolfgang Lux funkt es regelmäßig

"Mensch der Woche": Der Lohner ist seit 40 Jahren mit Freude als lizenzierter Funkamateur tätig und pflegt mit seinem Hobby auch internationale Kontakte.

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Auf Sendung: Wolfgang Lux in seinem Funkraum – im Fachjargon Shack genannt. Hier finden sich zahlreiche Funkgeräte und Messstationen. Foto: Klöker

Auf Sendung: Wolfgang Lux in seinem Funkraum – im Fachjargon Shack genannt. Hier finden sich zahlreiche Funkgeräte und Messstationen. Foto: Klöker

Wer den Funkraum – im Fachjargon Shack genannt – von Wolfgang Lux betritt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. In den Regalen befinden sich zahlreiche Funkgeräte, Messstationen, Werkzeuge und entsprechendes Zubehör. Diese Ausstattung benötigt der Lohner, um seinem großen Hobby nachzugehen. Denn seit mehr als 40 Jahren ist er voller Leidenschaft als Funkamateur tätig.

Mit Schulfreunden zu den Funkamateuren

Wolfgang Lux ist 60 Jahre alt und verheiratet. Er studierte Nachrichtentechnik in Osnabrück und arbeitet als Entwicklungsingenieur bei der Firma Rheinmetall in Bremen. Dort entwickelt er Testsysteme für elektrische Komponenten wie Infrarotkameras.  Der Lohner hatte schon immer ein Faible für Elektronik, den Aufbau von Schaltungen und Spaß am Basteln und Tüfteln. So fand er als Gymnasiast mit ein paar Schulfreunden den Weg zu den Funkamateuren, die damals eine Jugendgruppe gründen wollten – und fand seine Passion.

Reservierte Frequenzen für Funkamateure

Um als Funkamateur tätig zu werden, sind eine entsprechende Ausbildung und Prüfung notwendig, um eine Lizenz zu erhalten. Die Funkamateure funken auf für sie reservierten Frequenzen, über die Ultrakurzwelle eher im lokalen Bereich, über die Kurzwelle sind auch weltweite Kontakte möglich. So hat Wolfgang Lux schon mit Funkamateuren in Brasilien und der USA gesprochen. Und er konnte den Funkverkehr von Astronaut Alexander Gerst auf der ISS beim Kontakt mit der Schulstation der IGS Osterholz-Scharmbeck mithören.
Bei internationalen Kontakten ist Englisch die Funksprache, ansonsten wird auf Deutsch kommuniziert. Wie gut die Funkverbindungen sind, hängt von vielen Faktoren wie der Tageszeit und Jahreszeit sowie der Sonneneinstrahlung ab. Und worüber sprechen die Funker während ihres Kontakts? „Wir nennen unseren Vornamen, das Rufzeichen und den Wohnort. Ferner geht es um die technische Ausstattung und die Signalstärke“, schildert Wolfgang Lux.

Rufzeichen und Abkürzungen

Jeder Funkamateur bekommt ein Rufzeichen – das von Wolfgang Lux lautet DL8BBC. Generell arbeiten die Funkamateure viel mit Abkürzungen. „Das kommt noch aus der Telegrafie“, erklärt Wolfgang Lux. „Durch die Abkürzungen geht es viel schneller. Zudem sind diese international genormt, so dass auch eine Verständigung möglich ist, wenn jemand nicht so gut Englisch spricht.“
Die benötigte Sende- und Empfangstechnik für das Funken kann entweder gekauft oder selbst gebaut werden. Wolfgang Lux errichtet und wartet seine Ausstattung selbst.

Ortsverband feiert 60-jähriges Bestehen

Die Funkamateure sind im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) organisiert. Seit zehn Jahren ist Wolfgang Lux Vorsitzender des Ortsverbandes (OV) I20 Vechta. 39 Mitglieder von Wildeshausen bis Bieste gehören dem I20 Vechta an, der in diesen Tagen sein 60-jähriges Bestehen feiert. Coronabedingt wird das Jubiläum online gefeiert. Ebenso online finden derzeit die OV-Abende statt, die ansonsten an jedem zweiten Freitag im Monat im Vereinslokal „Zum Schanko“ in Handorf-Langenberg über die Bühne gehen. „Dabei tauschen wir uns über das Hobby aus und informieren die Mitglieder über Aktivitäten.“ Auch Ausflüge, Fahrradtouren und Museumsbesuche gehören zum Vereinsleben.

"Die Mitglieder befassen sich mit vielen Aspekten der Technik und helfen sich gegenseitig.“Wolfgang Lux über den OVI20 Vechta

Zudem stehen Wettbewerbe auf dem Plan, bei denen es zum Beispiel darum geht, in vorgegebener Zeit möglichst viele Verbindungen, über große Entfernungen und in verschiedene Länder zustandezubringen.
Wolfgang Lux engagiert sich gerne für den OVI20. „Der Verein bietet ein interessantes technisches Umfeld. Die Mitglieder befassen sich mit vielen Aspekten der Technik und helfen sich gegenseitig.“ Und die Funkamateure sind stets offen für neue Interessierte. „Potenzielle Funkamateure müssen keine Techniker sein. Sie sollten aber Spaß an Technik und Kommunikation haben“, sagt Wolfgang Lux.

Das Funken ist viel digitaler geworden

Seit 40 Jahren ist Wolfgang Lux lizenzierter Funkamateur. In der Zeit hat sich sein Hobby auch technisch sehr weiterentwickelt. „Früher waren die Funkgeräte analog, heute sind sie wie Handys, kleine Rechner. Es ist viel digitaler geworden.“ Die Faszination des Funkens ist für Wolfgang Lux und seine Klubkameraden ungebrochen. „Ich mag es, die Geräte selber zu bauen und tief in die Materie der Hochfrequenztechnik einzusteigen. Zudem finde ich es toll, Kontakte zu pflegen – auch international.“

Nächste Herausforderung wartet schon

Die Vielseitigkeit des Hobbys lässt der Langeweile keine Chance. Bald möchte Wolfgang Lux über den ersten geostationären Amateurfunksatellit senden und empfangen. Die entsprechende Technik kreiert er selbst. „Das wird eine Herausforderung“, sagt der 60-Jährige voller Vorfreude. Und wenn alles klappt, locken stabile Verbindungen und zahlreiche internationale Kontakte – vom Nordpol bis zum Südpol und von Brasilien bis Thailand.

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