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Bei Paul und Paula wird es nie langweilig

Der Getreidegarten an der Schweger Mühle ist wieder geöffnet. Auf dem Erlebnispfad ergänzen sich historische und aktuelle Getreidesorten mit Ackerwildkräutern.

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Im Getreidegarten fühlen sie sich wohl: (von links) Paul Arlinghaus, Carl Sandvoß, Hanna, Inge Bruckmann, Ole, Laura, Joos und Hund Rover posieren vor den Vogelscheuchen Paula und Paul. Foto: Böckmann

Im Getreidegarten fühlen sie sich wohl: (von links) Paul Arlinghaus, Carl Sandvoß, Hanna, Inge Bruckmann, Ole, Laura, Joos und Hund Rover posieren vor den Vogelscheuchen Paula und Paul. Foto: Böckmann

Wenn es gutes Wetter ist, dann zieht es Tagesmutter Inge Bruckmann und ihre Kinder an die frische Luft. Erst bestaunen sie Kühe, dann sehen sie Pferde und streicheln vielleicht auch ein paar Ziegen. Eine Station auf ihrem Spaziergang ist fast täglich auch der wieder geöffnete Getreidegarten bei der Schweger Mühle. Die kleine Schar begrüßt dort die Vogelscheuchen Paul und Paula, marschiert dann über den kleinen Naturerlebnispfad.

Auf einer kleinen Fläche hat der Freundeskreis Schweger Mühle viele Getreidesorten eingesät: Historische wie Dinkel, Einkorn und Emmer, dazu Buchweizen, Amaranth, Sojabohnen und mehr. Sie finden in den Parzellen Platz. Den Getreidepfad ergänzen rund 20 verschiedene Ackerwildkräuter, die Wildbienen und Hummeln und andere Insekten anlocken. "Das ist doch wunderschön hier", sagt Karl Sandvoß, der bei seiner täglichen Walkingtour auch beim Getreidegarten hält.

Idee zum Naturerlebnispfad kam Arlinghaus 2006

Den Getreideanbau mit allen Sinnen erkunden und erfahren – das war die Intention von Paul Arlinghaus, als er 2006 die Idee für den kleinen Naturerlebnispfad hatte. In Kombination mit der Schweger Mühle und der im vergangenen Dezember geschlossenen Ausstellung "Landleben" auf Bussjans Hof bereichert der Getreidegarten als zusätzliches Angebot das gesamte Umfeld. Der Freundeskreis Schweger Mühle machte und macht hier Geschichte erlebbar. "Damit haben wir hier in der Region schon ein Alleinstellungsmerkmal", ist Arlinghaus stolz.

Das macht Spaß: Joos probiert das Hörrohr aus. Foto: BöckmannDas macht Spaß: Joos probiert das Hörrohr aus. Foto: Böckmann

Der Unterschied zwischen intensiver und konventioneller Landwirtschaft sei im Getreidegarten und in seiner Umgebung "spannend zu sehen", wie Arlinghaus findet. Der Landwirt freut sich über so viel Natur. Denn durch die Intensivierung der Agrarwirtschaft sind in der Vergangenheit im Kreis viele bunt blühende Ackerrandstreifen, wo Kornblume, Klatschmohn und Kornrade gedeihen, verschwunden.

Paul Arlinghaus hat in den vergangenen Jahren auch unzählige Schulklassen und Kindergartengruppen durch den Getreidegarten geführt. Der Vorsitzende des Heimatvereins hat den Schülern Wissenswertes vermittelt. Er hat zu erklären versucht, wie Landwirtschaft funktioniert und viele Fragen beantwortet. Dies war und ist durchaus zeitintensiv, doch Paul Arlinghaus macht dies nach wie vor gerne, "mit Herzblut", wie er sagt. "Ich finde es einfach spannend, Kinder für diese Sache zu faszinieren."

Unwissenheit über Landwirtschaft nehme zu

Die Begeisterung für das Thema Landwirtschaft habe in den vergangenen Jahren jedoch abgenommen. Das Unwissen nehme zu, stellt Paul Arlinghaus mit Bedauern fest. Dabei macht der Schweger aber weniger Kindern und Jugendlichen einen Vorwurf. Er findet, dass Eltern dem Thema mehr Priorität einräumen sollten und nimmt sie auch ein wenig in die Verantwortung, entsprechende Angebote, egal wo, zu nutzen. Denn: "Kinder sollten schon wissen, wo ihr Essen herkommt."

Umso mehr freuen sich Paul Arlinghaus und seine Mitstreiter vom Freundeskreis Schweger Mühle über jeden Wanderer und Radfahrer, der dem Getreidegarten einen kleinen Besuch abstattet. So wie Carl Sandvoß, Inge Bruckmann und ihre Begleiter.

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