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Asena Kilinc liebt das soziale Engagement

Die 20-Jährige aus Brokstreek leistet ein Jahr den Freiwilligendienst bei der Organsiation „Schüler Helfen Leben“

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Keine Scheu vor großen Aufgaben: Asena Kilinc arbeitet ein Jahr lang für „Schüler Helfen Leben“. Foto: Judith Borow

Keine Scheu vor großen Aufgaben: Asena Kilinc arbeitet ein Jahr lang für „Schüler Helfen Leben“. Foto: Judith Borow

Eine langwierige Krankheit hat Asena Kilinc das Abitur gekostet. Behandlungen und Krankenhausaufenthalte waren am Ende zwar erfolgreich, doch der gewünschte Bildungsabschluss blieb auf der Strecke. Für die 20-jährige Tochter aus einer deutsch-türkischen Familie ist Optimismus allerdings ein Prinzip. Und so war dann auch recht schnell klar, dass ihr ein Freiwilligenjahr bei einer anerkannten Organisation wieder zur ersehnten Studienberechtigung verhelfen würde.

Den für sie optimalen Partner fand Asena Kilinc in der Organisation „Schüler Helfen Leben“ in Neumünster, bei der sie sich seit dem vergangenen Sommer auf ein ganzes Jahr voller Verantwortung und vielfältiger Aufgaben eingelassen hat. Diese Organisation ist eigenen Angaben zufolge die größte jugendlich geführte Hilfsorganisation Deutschlands. In Neumünster werden die Freiwilligen mit einem Taschengeld und einer bezahlten Wohnung sozial abgesichert und können sich so unbefangen ihren Projekten widmen.

Viele Projekte finden in Osteuropa und im Nahen Osten statt

Und diese Arbeit findet nicht nur in Deutschland statt, sondern reicht bis in den Nahen Osten. Auf der Agenda der „Schüler Helfen Leben“ stehen Themen wie Antidiskriminierung, Jugendengagement und die Unterstützung von Geflüchteten. Und damit die Mitmenschen von dieser Arbeit etwas erfahren, hat Asena Kilinc ihren Arbeitsschwerpunkt auf die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gelegt. Ihre ausgeprägte Sprachgewandtheit und Kommunikationsfähigkeit dürften dabei sehr hilfreich sein. Damit beeindruckt sie offenkundig auch ihren Großvater „Fiti“ Hillen, der viele Jahre Rektor einer Grundschule und Vorsitzender des Bildungswerks in Essen war. Und so schaffte es die junge Frau auch schon, ihre Anliegen in bundesweit relevanten Medien zu platzieren. Und ebenso leicht fällt ihr der Umgang mit einigen prominenten Mitgliedern des Kuratoriums der Hilfsorganisation.

Zu denen gehören immerhin bekannte Größen wie Sigmar Gabriel, Ulrich Wickert, Michael Kessler sowie die aktuelle Schirmherrin Angela Merkel. Um jedoch eine Wirkung zu erzielen, sind realistische Projekte ebenso wichtig wie finanzielle Mittel zu deren Umsetzung. Und wenn sie von diesen elementaren und greifbaren Dingen berichtet, ist Asena Kilinc erkennbar „geflasht“ von den Möglichkeiten. „Alles ist total transparent, man bekommt auf jede Frage eine Antwort und jede sinnvolle Maßnahme kann sofort begonnen werden.“

„Da kommt man mit einer Gruppe schon mal gemeinsam in ein Land hinein, aber nicht wieder heraus.“Asena Kilinc

Die Schülerorganisation sei sehr rege. „Uns wird viel zugemutet, aber gleichzeitig auch sehr viel zugetraut“, bekennt sie freimütig. Es sei unglaublich, wie viel Verantwortung man den Freiwilligen, die alle unter 25 Jahre alt seien, überlasse. Die Verantwortung kommt dann auch durchaus zum Tragen, schließlich finden viele Projekte der Hilfsorganisation in Ländern wie Albanien, Bosnien-Herzegowina, Jordanien oder Montenegro statt. Hier machen die Freiwilligen bei ihre Projektreisen buchstäblich Grenzerfahrungen, wie Asena Kilinc berichtet. „Da kommt man mit einer Gruppe schon mal gemeinsam in ein Land hinein, aber nicht wieder heraus.“ Unklare Bestimmungen führten beispielsweise dazu, dass dann ein Teil der Gruppe von Bosnien-Herzegowina über Kroatien reisen musste, um wieder nach Serbien zu kommen.

Doch als unverbesserliche Optimistin gelangte die junge Frau aus Brokstreek immer wieder an ihr Ziel. Das gilt auch für die Finanzierung der vielen Projekte. Die läuft überwiegend über den „Sozialen Tag“, an dem Schüler ihren Schultag gegen einen Arbeitsplatz tauschen und ihren Lohn dann der Organisation spenden. Im kommenden Jahr sollen es am 23. Juni '22 über 60.000 Teilnehmer sein. Auf das Ergebnis freut sich Asena Kilinc jetzt schon. „Denn bei uns werden nur zehn Prozent der Einnahmen für die Organisation verwendet, und 90 Prozent fließen in die Projekte.

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