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Antonia Heckmann möchte mit ihrer Kunst helfen

"Mensch der Woche": Die 31-Jährige aus Lohne stiftet ihr Gemälde mit dem Titel "Worte des Friedens" zugunsten der Ukraine.

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Mit Schwamm und Spachtel: Künstlerin Antonia Heckmann vor ihrem Gemälde „Worte des Friedens“, das sie zugunsten der Ukraine veräußern möchte. Foto: Klöker

Mit Schwamm und Spachtel: Künstlerin Antonia Heckmann vor ihrem Gemälde „Worte des Friedens“, das sie zugunsten der Ukraine veräußern möchte. Foto: Klöker

Wie so viele andere Menschen auch, ist Künstlerin Antonia Heckmann aus Lohne, die wir als „Mensch der Woche“ porträtieren, schockiert und fassungslos vom Krieg in der Ukraine. Zudem belastet sie die Ungewissheit, wie sich der Konflikt weiter entwickelt. Aber die 31-Jährige hat einen Weg gefunden, mit ihrer Leidenschaft Kunst zu helfen. Nach Kriegsbeginn schuf sie das Gemälde „Worte des Friedens“, das sie nun zugunsten eines ukrainischen Waisenhauses veräußern möchte.

Durch die Kunst taucht sie in eine andere Welt ein

„Wenn ich künstlerisch tätig bin, kann ich alles andere ausblenden. Dann tauche ich in eine Welt ein, die nur mir gehört.“ Mit zwölf Jahren besuchte Antonia Heckmann eine Malschule in Jacobidrebber, seitdem zieht sich die Kunst wie ein roter Faden durch ihr Leben und ist längst nicht mehr wegzudenken. Nach dem Abitur am Kolleg St. Thomas in Vechta studierte die zweifache Mutter Kunst und Biologie auf Gymnasiallehramt in Osnabrück.

Seit 2018 unterrichtet die Studienrätin am Diepholzer Gymnasium Graf-Friedrich-Schule die Jahrgänge 5 bis 13. Momentan befindet sie sich in Elternzeit. Im Kunstunterricht arbeitet Antonia Heckmann immer selber mit und sagt: „Ich finde es toll, Kinder und Jugendliche für Kreativität und die Schönheit der Natur zu begeistern.“

Inspirationen aus der Natur

Antonia Heckmann hat in ihrer Freizeit schon Hunderte Kunstwerke geschaffen. Seit 2018 geht sie ihrer Leidenschaft auch im eigenen kleinen Atelier nach. Ihre Werke waren schon in Lohner Arztpraxen zu sehen und zieren auch die Mensa der Uni Osnabrück. Inspirationen holt sie sich vor allem aus der Natur. So sind Kraniche, Birken, Dünen, Gräser oder Moorlandschaften – erstellt mit Acryl- oder Aquarellfarben – Motive ihrer Werke. Hierbei spielen die Farben Schwarz, Weiß und Grau eine große Rolle. Auch Nebel und Verschleierung halten Einzug in die Stimmungsmotive.

Bei Farbwolken spielt das Licht eine große Rolle

Ebenfalls ungegenständlich arbeitet Antonia Heckmann und gestaltet Farbwolken, bei denen die Lichteinflüsse eine große Rolle spielen und die Wirkung des Bildes vom genauen Blickwinkel abhängt. Ihre Werke auf Leinwand gestaltet die Studienrätin mit Pinsel, Schwämmen, Spachtel und Händen. Der pastose Farbauftrag sorgt für die Komposition des Bildes.

"Kunst ist ein Prozess, bei dem kein Ende in Aussicht ist. Es gibt keine Stagnation, keinen Stillstand."Antonia Heckmann

Die Kunstwerke von Antonia Heckmann sind vom Stil her der Lichtkunst und dem Pointillismus zuzuordnen und eher impressionistisch, drücken aber zugleich Gefühle aus. Jüngste Werke der Lohnerin zeigen zudem einen neonfarbenen Streifen als Charakteristikum im Zentrum. Wie lange arbeitet sie an einem Werk? „Das ist ganz unterschiedlich und hängt auch vom Format ab. Manchmal sind es mehrere Tage, manchmal ein Vormittag.“ Des Öfteren übermalt die Lohnerin ihre Werke auch. Denn: „Kunst ist ein Prozess, bei dem kein Ende in Aussicht ist. Es gibt keine Stagnation, keinen Stillstand.“

Harmonische Farbauswahl hat beruhigende Wirkung

Antonia Heckmann fasziniert, dass sie durch Kunst auch Gefühle ausdrücken und Erlebnisse verarbeiten kann. So kreierte sie wenige Tage nach Kriegsbeginn in der Ukraine das Gemälde „Worte des Friedens“. Dabei hat sich die Künstlerin bewusst für eine harmonische Farbauswahl entschieden, das Werk soll in diesen schwierigen Zeiten eine beruhigende Wirkung auf die Menschen haben und auch der großen Sehnsucht nach Beruhigung der Situation Ausdruck verleihen.

"Das ist für mich keine neue Geschäftsidee, ich möchte etwas Gutes tun und durch meine Kunst Unterstützung leisten."Antonia Heckmann

Dieses Kunstwerk möchte Antonia Heckmann gerne veräußern und den Erlös komplett an ein Waisenhaus in der Ukraine spenden. „Mir ist ganz wichtig, dass das Geld Kindern zugutekommt“, sagt die junge Mutter. Einen Kaufpreis nennt sie bewusst nicht, sondern überlässt dies den Interessierten. „Das ist für mich keine neue Geschäftsidee, ich möchte etwas Gutes tun und durch meine Kunst Unterstützung leisten.“

Per E-Mail oder über Instagram melden

Wer das Kunstwerk erwerben möchte, kann sich per E-Mail an artoniaa@web.de oder über ihre Instagram-Seite „artoniaa“ melden. In Lohne lebt Antonia Heckmann gerne. „Ich mag die Menschen und die Mentalität, sie ist rau und herzlich zugleich. Und wenn es drauf ankommt, halten alle zusammen. Das ist das Schöne.“ Eine prägende Eigenschaft der 31-Jährigen ist ihre Hilfsbereitschaft. „Ich kann gut mit Menschen arbeiten. Es motiviert mich, andere zu inspirieren und ihnen neue Blickwinkel zu ermöglichen.“

Künftig möchte Antonia Heckmann den Austausch mit anderen Künstlern ausbauen, kann sich vorstellen, ihr Privatatelier zu erweitern. Zudem schwebt ihr vor, an künstlerischen Bildungsangeboten mitzuwirken, die allen Interessierten offen stehen sollen. Für Mai/Juni plant sie eine Ausstellung ihrer Werke am Vulhopsweg in Lohne. Jetzt hofft Antonia Heckmann aber erstmal auf großes Interesse an ihrem Gemälde „Worte des Friedens“. Und darauf, dass im Kriegsgebiet möglichst bald dauerhafter Frieden einkehrt.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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