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Ab April müssen Vierbeiner in Wald und Flur wieder angeleint werden

Zum Schutz der Kinderstube der Wildtiere müssen Hunde bis Mitte Juli angeleint werden. Das gilt nicht nur nur im Wald, sondern auch auf Feldwegen, Wiesen, an und in Gewässern sowie auf Deichen.

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Barßels Hegeringleiter Rudi Schulte (links) und Naturschutzobmann Heinz Hinderks weisen auf die Leinenpflicht hin. Große Schilder in den Revieren deuten darauf hin. Foto: C. Passmann

Barßels Hegeringleiter Rudi Schulte (links) und Naturschutzobmann Heinz Hinderks weisen auf die Leinenpflicht hin. Große Schilder in den Revieren deuten darauf hin. Foto: C. Passmann

Der Beute- und Jagdbetrieb von Hunden lässt sich selten mit guten Worten zügeln. Zum Schutz für die Kinderstube der Wildtiere müssen die Vierbeiner deshalb ab dem 1. April wieder an die Leine.

Denn zwischen dem 1. April und 15. Juli gilt eine Anleinpflicht in der freien Landschaft: im Wald, auf Feldwegen, auf Wiesen, an und in Gewässern. Auch auf Deichen außerhalb des bebauten Stadtgebietes dürfen die Vierbeiner nur angeleint unterwegs sein.

Wer derzeit spazieren geht, sieht überall die Vögel im "Hochzeitsfieber" herumschwirren. "Die Brut- und Setzzeit in der Natur steht bevor", sagt der Leiter des Hegerings Barßel, Rudi Schulte. Das gelte auch für Hunde, die mit ihrem zweibeinigen Freund über den Markt oder durch die Fußgängerzone spazieren oder öffentliche Gärten, Friedhöfe und Parkanlagen besuchen.

Hintergrund: Viele Wildtiere ziehen ihren Nachwuchs am Boden oder in Bodennähe auf. Freilaufende Hunde stellen in dieser Zeit eine große Gefahr für das Wild dar, insbesondere für tragende Muttertiere und ihren Nachwuchs wie Rehkitze, Jung-Hasen, Kaninchen sowie für Bodenbrüter wie Fasan, Rebhuhn, Kibitz, Feldlerche und ihre Gelege. "Vielfach sind sich Hundebesitzer nicht bewusst, welche Gefahr von ihren freilaufenden Hunden für unsere wild lebenden Tiere ausgehen kann", sagt Schulte.

Von der Anleinpflicht ausgenommen seien nur Polizei-Diensthunde und solche Hunde, die zur befugten Jagdausübung verwendet werden. Allerdings müssten auch Jagdhunde an die Leine. Es sei denn, es gibt eine Nachsuche auf eine krankes Stück Wild.

Der Barßeler Hegeringleiter legt besonderen Wert darauf, dass sich auch alle Jäger an diese Vorschrift halten. Bisweilen könne es jedoch schwierig sein, den Wald und die übrige Landschaft von bebauten Gebieten abzugrenzen, räumt der Hegeringleiter ein. Zur freien Landschaft gehören alle Grundstücke "außerhalb der bebauten Ortslage".

Wer sich nicht an die Leinenpflicht hält, dem droht ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro

Im Zweifel, so die Bitte von Rudi Schule, sollten die Bürger jedoch "der Natur den Vorrang einräumen". Nur so könnten freilebende Tiere geschützt werden, denn in jedem Hund sitze ein wenig Jagdtrieb. Gerade der Nachwuchs sucht an Feldwegen oder Hecken Schutz vor Angreifern.

Würden beispielsweise Vogeleltern ständig beim Brutgeschäft gestört, kühlten die Eier so stark ab, dass das beginnende Leben zerstört werde, oder die Gelege fielen wegen einer unterlassenen Abdeckung leichter Nesträubern zum Opfer. Deshalb appelliert Hegeringleiter Schulte, unabhängig von gesetzlichen Vorschriften an alle Hundehalter, ihre Vierbeiner in Wald und Flur grundsätzlich an die Leine zu nehmen.

In der Brut- und Setzzeit komme es immer wieder vor, dass nicht angeleinte Hunde in der freien Natur über die Nester von Fasanen und anderen Bodenbrütern herfallen, die jungen Vögel totbeißen, Rehkitze reißen und die Junghasen in der schützenden Sasse töten. Wer sich nicht an die Anleinpflicht hält und erwischt wird, muss mit Konsequenzen rechnen. Es drohen Bußgelder bis zu 5000 Euro.

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