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58 Jahre Arbeit sind für ihn genug

Der Name Springer steht in Sedelsberg seit 1947 für ein Blumenhaus mit Gartenbau. Jetzt schließt Max Springer die Firma seines Vaters und geht mit seiner Frau in den Ruhestand.

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Nur noch wenige Tage: Rita und Max Springer verabschieden sich am 26. Juni von ihren Kunden und schließen ihren Laden. Foto: Bernd Götting

Nur noch wenige Tage: Rita und Max Springer verabschieden sich am 26. Juni von ihren Kunden und schließen ihren Laden. Foto: Bernd Götting

„Ich habe genug geschuftet. 58 Jahre Arbeit, ohne krank zu feiern, das muss reichen. Jetzt geht es in den Ruhestand, und meine Frau Rita nehme ich mit.“ Entschlossen, aber auch entspannt gibt Max Springer junior seine Entscheidung bekannt und wird am 26. Juni die Schlüssel zu seinem Betrieb für immer umdrehen.

Der Name Springer steht in Sedelsberg seit 1947 für ein Blumenhaus mit Gartenbau, für Gewächshäuser und für Pflanzenvermehrung. Gegründet hat die Firma damals der Vater des jetzigen Inhabers, der ebenfalls Max hieß.

In einem einfachen, verputzten Zimmer am Hüllenweg begann die Geschichte des Familienbetriebs. Mutter Rosa führte das Geschäft, Vater Max arbeitete in der Gärtnerei. Blumenzucht, Kranzbinderei und die Vermarktung von Sämereien über von-Haus-zu-Haus-Bestelllisten waren damals wichtige Einnahmequellen, berichtet Springer aus seinen Kindheitstagen. Aber auch die ersten Außenanlagen wurden schon für Privatpersonen gemacht.

Mit 20, im Jahr 1967, stieg Max junior als gelernter Gärtner in das Geschäft ein und kurz darauf wurde die Firma in „Max Springer und Sohn“ umbenannt. Mit dem Betrieb ging es bergauf, Vater und Sohn ergänzten sich gut. Auch im Saterland wurde überall gebaut, Siedlungen und Gewerbetriebe entstanden. Entsprechend gab es auch für Gärtner genug zu tun. Umso größer war der Schock, als Springer Senior 1983 plötzlich verstarb. Damals erklärte sich aber Michael Springer bereit, in dem Familienunternehmen mitzuwirken, und so wurde die Firma kurzerhand in „Gebrüder Springer“ umbenannt.

160 bis 180 Gräber müssen pro Jahr ausgehoben werden

Es ging weiter aufwärts mit dem Betrieb, der in guten Zeiten 5 Mitarbeiter hatte. Auch das Blumengeschäft florierte. Der Wohlstand in der Bevölkerung wuchs und so manch blühender Strauß wurde nicht mehr im eigenen Garten gepflückt, sondern fertig gekauft. Wie schon bei den Eltern, funktionierte auch bei Max und Rita die Arbeitsteilung: hier der Gartenbau, dort die Familie und der Laden. Ende der neunziger Jahre kam noch ein weiterer Erwerbszweig hinzu, die Totengräberei.

Für die katholischen Kirchengemeinden in Saterland und Barßel muss er pro Jahr 160 bis 180 Gräber ausheben. Diese Tätigkeit, die er mit einem Minibagger ausübt, will Max junior noch einige Zeit lang weiter ausüben. Im Jahr 2003 trennte sich der gemeinsame berufliche Weg mit seinem Bruder Michael. Dieser trat aus gesundheitlichen Gründen aus der Firma aus und seitdem heißt der Betrieb wieder Max Springer.

"Ick bliew togange. Ich habe Hühner, Enten und Karnickel, die werden mich auch schon auf Trab halten."Max Springer junior

Trotz des arbeitsreichen Lebens und der ausgefüllten langen Tage ist Max nicht bange vor dem Ruhestand. „Zunächst müssen wir ja noch den Räumungsverkauf erledigen“, berichtet der rüstige Gärtner. Und dann möchten er und seine Frau, je nachdem was die Corona-Lage hergibt, am 25. und 26. Juni zu einem Umtrunk einladen und sich von allen Geschäftspartnern und Kunden verabschieden.

Sicher ist für Max schon heute: „Ick bliew togange“. Auf alle Fälle soll die Pflege der Gesundheit einen hohen Stellenwert haben. Man wolle schließlich noch einige gute Jahre haben, sind sich beide einig. Und dann wären da ja noch die Hobbys. „Ich habe Hühner, Enten und Karnickel, die werden mich auch schon auf Trab halten“, ist sich der humorvolle Sedelsberger mit dem grünen Daumen sicher.

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