Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Zuhören und akzeptieren

Thema: Jahresbericht zur Deutschen Einheit – Das Modell „Anpassung an den Westen“ hat teilweise ausgedient. Die Wirtschaftsleistung gleicht sich zwar an; die Debatten aber bleiben anders.

Artikel teilen:

Er hat es wieder getan: Marco Wanderwitz hat erneut deutliche Worte über die Situation in Ostdeutschland gefunden. Schon als Wanderwitz sich vor einigen Wochen – seinem Amt gemäß – offen über die Situation in Ostdeutschland eingelassen hatte, hatte er Proteststürme hervorgerufen.

Doch es bleibt wahr: Demokratie und Rechtsstaat, Fremden und Marktwirtschaft wird in Teilen der ostdeutschen Gesellschaft mit Skepsis begegnet.

Und bevor Proteststürme losbrechen: Ja, es gibt sie wirklich, die ostdeutsche Gesellschaft. Das sehen auch die Menschen zwischen Thüringer Wald und Rügen selbst so, man muss sie nur fragen. Und es zeigt sich im Medien-, Konsum- und Wahlverhalten.

Das Modell „Anpassung an den Westen“ hat nach mehr als 30 Jahren Deutscher Einheit trotzdem mindestens teilweise ausgedient. Die Wirtschaftsleistung gleicht sich zwar an; die Debatten aber bleiben in Ost und West anders. Das hat auch mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen zu tun.

"Der Westen muss aufhören, die nicht mehr neuen Bundesländer als Therapiefall zu betrachten." Philipp Ebert, Redakteur 

Marktwirtschaft etwa steht im Westen für Aufstieg, Teilhabe, Wohlstand; im Osten hingegen für Ausverkauf, Arbeitslosigkeit und Raubtierkapitalismus.

Doch was folgt daraus? Mehr gezielte Industriepolitik im Osten ist dringend notwendig. Auch die Ansiedlung von Bundesbehörden zwischen Dresden und Rostock produziert gute Arbeit in der Fläche.

Außerdem ist wichtig: Der Westen muss aufhören, die nicht mehr neuen Bundesländer als Therapiefall zu betrachten. Stattdessen zuhören, Anerkennung aussprechen und die „Andersartigkeit“ der Landsleute ein stückweit (!) annehmen.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung 

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Zuhören und akzeptieren - OM online