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Zu viel zu lesen: Muss die Gemeinde Holdorf einen Schilderwald bekämpfen?

Die Idee: überflüssige Straßenschilder ausfindig machen und verbannen. Doch der Infrastrukturausschuss der Gemeinde befand in der genaueren Betrachtung gar nicht so viele Schilder als unnötig.

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Wohin des Weges? An manchen Stellen in Holdorf – wie hier an der Ecke Große Straße/Ostring – gibt es für die Verkehrsteilnehmer viel zu lesen. Foto: Röttgers

Wohin des Weges? An manchen Stellen in Holdorf – wie hier an der Ecke Große Straße/Ostring – gibt es für die Verkehrsteilnehmer viel zu lesen. Foto: Röttgers

„Kann das weg?“ – Die Gemeinde Holdorf wollte eigentlich aufräumen: Entlang der Straßen sollten überflüssige Verkehrszeichen beseitigt werden, um so einem drohenden Schilderwald den Garaus zu machen. Das war am Donnerstagabend beim Digitalisierungs- und Infrastrukturausschuss unter dem Vorsitz des CDU-Ratsherrn Stefan Witte im Ratssaal der Gemeinde Holdorf Thema.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten Mario Stickfort hatte im November vergangenen Jahres angeregt, einen Aufruf in der Bevölkerung zu starten, um „redundante Schilder“ zu melden: Auf zu vielen Schildern gäbe es zu viel zu lesen – das könne Verkehrsteilnehmer überfordern. „Einige Hinweise waren dazu von Gemeindemitgliedern eingegangen“, erklärte Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug.

Demnach sollten einige Verkehrsschilder auf Gemeinde-, Landes- aber auch Bundesstraßen verschwinden. Konkret ging es um Schilder, die an den Straßenzügen „Lappenstadt“, „Fallenriede“, „Auf dem Feldkamp“ und an der B214 sowie an der L851 aufgestellt sind.

Bürger befand Hinweisschilder für Gottesdienste zu "altmodisch"

So hätten auch die Hinweisschilder für die katholischen und evangelischen Gottesdienste, beispielsweise am Ortseingang im Ortsteil Holdorf-Bahnhof, weichen sollen. Mit der Begründung, dass der Hinweis auf Gottesdienste zu „altmodisch“ sei, hatte ein Bürger den Vorschlag eingereicht. Das sei aber „ein sensibles Thema“, appellierte der Ausschussvorsitzende Witte. Alle Ausschussmitglieder sprachen sich fraktionsübergreifend und einstimmig für den Erhalt der Gottesdiensthinweisschilder an den Ortseingängen aus.

Wegfallen hingegen soll das Schild namens „136-10“, besser bekannt als „Achtung, spielende Kinder“, beim Straßenzug „Lappenstadt“. Das Schild zeigt auf einem roten Dreieck zwei laufende Männchen (Kinder) auf weißem Grund. Es dürfe nur dort stehen, wo es häufig vorkommen kann, dass Kinder ungesichert auf die Straße laufen und wo dies durch andere Maßnahmen nicht zu verhindern ist. Das könne vor Schulen, Spielplätzen, Sporthallen oder Kitas der Fall sein, nicht aber zwingend beim „Lappenstadt“ auf der Höhe des Hofes Heil.

„Hier gibt es ja gar keinen Schilderwald.“Markus Focks, CDU-Ratsherr

„Dieser Hof wird mittlerweile wieder landwirtschaftlich genutzt und dient nicht mehr wie in der Vergangenheit als ausgelagerter Schulstandort“, erläuterte Stickfort. Ebenfalls einstimmig befand der Ausschuss, die Schilder „Verbot für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen“ in den Straßen „Fallenriede“ und „Auf dem Feldkamp“ des Industriegebiets zu belassen.

Auch die blau-weißen touristischen Schilder mit Hinweisen für Camping- und Wohnmobilplätze an der B214 hielten die Kommunalpolitiker für erhaltenswert und votierten einstimmig gegen die Abschaffung. „Hier gibt es ja gar keinen Schilderwald“, stellte CDU-Ratsherr Markus Focks fest.

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