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Zu halbherzig, zu spät

Thema: Verlängerter Lockdown - Fahren auf Sicht, mehr ist der Corona-Kurs von Bund und Ländern nicht. Eigentlich wären schon zu Jahresbeginn viel härtere Einschnitte nötig gewesen.

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Bund und Länder haben sich mit Mühe zu einem weiteren Corona-Stillstand durchgerungen. Für Gastronomie, Touristikbranche und Geschäftsleute ist das ernüchternd, für viele Deutsche ein weiterer Einschnitt in ihre Freiheit. Die Hoffnungen sind verpufft.

In Wahrheit waren diese Hoffnungen aber nie realistisch. Bund und Länder reagieren mit ihren neuen Beschlüssen viel zu spät. Die jetzt rollende dritte Welle der Pandemie war schon Weihnachten und spätestens mit den ersten Nachweisen der britischen Mutante B.1.1.7 absehbar.

Das größte Problem: Die neuen Beschlüsse sind wieder nur halbherzig und vor allem mutlos. Fünf Tage Ruhezustand und die striktere Umsetzung ohnehin schon vereinbarter Regeln werden die weitere Ausbreitung des Virus nicht stoppen. Die Chefs von Bund und Ländern klammern sich zu sehr an erträumte und von der Wirtschaft geforderte Öffnungsszenarien.

Die endlose Lockdown-Verlängerung schadet aber vor allem auch der Wirtschaft. Die Politik hätte bereits Anfang des Jahres auf die Strategie „kurz und hart“ setzen müssen. Heißt: bundesweit weitaus mehr gesellschaftliche Bereiche runterfahren, Grenzen schließen und den Reiseverkehr auch im Inland beschränken – bis die Corona-Fallzahl auf eine überschaubare Menge bekannter Infektionen gesunken ist. Danach wären bereits relativ schnell breite Öffnungen möglich gewesen. Das zeigt die Erfahrung anderer Länder. Stattdessen bleibt es jetzt erneut bei einer wenig zielführenden Teilöffnung. Das ist wieder Fahren auf Sicht, ohne echte Strategie.

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