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Zentralrat der Juden ist über den Aufwind für die AfD besorgt

Die Partei hat ihr Ergebnis in Niedersachsen verdoppelt. Der Präsident des Zentralrats ist alarmiert: Die Zuflucht bei radikalen Kräften könne den Antisemitismus wieder aufkeimen lassen.

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Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Foto: dpa

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Foto: dpa

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat auf den Wahlerfolg der AfD in Niedersachsen sowie den Aufwind für die Partei auch andernorts alarmiert reagiert. «Ich betrachte den erneuten Aufwärtstrend der AfD, aber auch anderer radikaler Bewegungen, die aufgrund der Energiekrise Zulauf bekommen, mit großer Sorge», sagte Schuster dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

«Die aktuelle Entwicklung ist ein wiederholter Beweis dafür, dass Menschen in unsicheren Zeiten Zuflucht bei radikalen Kräften und in vereinfachender Ideologie suchen, wie die Verdopplung des Wahlergebnisses der AfD in Niedersachsen sowie das Umfragehoch des Brandenburger AfD-Landesverbandes zeigen, der bekanntlich zu den radikalsten Kräften innerhalb dieser Partei gehört», sagte Schuster.

Wenn es darum gehe, Schuldige für Krisen und Probleme zu finden, seien es häufig Jüdinnen und Juden, die als Sündenböcke herhalten müssten, so Schuster. «Ich sorge mich vor einem wachsenden Antisemitismus im Winter, sehe aber auch eine Gefahr für unsere Gesellschaft und Demokratie im Ganzen.»

Bei der Landtagswahl in Niedersachsen am vergangenen Sonntag hatte sich die AfD von 6,2 auf 10,9 Prozent verbessert und konnte nach mehreren Wahlniederlagen hintereinander vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise erstmals wieder deutlich zulegen.

In Brandenburg liegt die AfD erstmals seit der Landtagswahl 2019 in einer Umfrage vor der regierenden SPD. Laut dem Brandenburg-Trend des Instituts Insa für «Bild» vom Dienstag kommt die AfD bei der Sonntagsfrage aktuell auf 25 Prozent und überholte damit die SPD mit 22 Prozent.

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