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Zeit für ein Konzil

Thema: Die Konferenz der katholischen Bischöfe - Es reicht nicht allein Argumente nur zu sammeln, sondern sie müssen in Rom vorgetragen werden.

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Gefangen in einem historischen Dilemma verlieren die katholischen Bischöfe in Deutschland zunehmend an Gestaltungskraft und Glaubwürdigkeit. Auf der einen Seite erhöht sich der Reformdruck der Gläubigen von Tag zu Tag. Auf der anderen Seite zertritt die zunehmend nervösere Kirchenleitung in Rom jedes noch so kleine Refompflänzchen. Zwischen diesen Fronten steht eine durchaus reformwillige Mehrheit von Bischöfen, die aber immer weniger weiß, was sie sich eigentlich trauen soll.

Egal, ob es um den Umgang der Kirche mit Macht und Missbrauch geht, um Sexualmoral und Zölibat, um das gemeinsame Abendmahl mit Protestanten oder die Rolle der Frauen in der Kirche - die frustrierten Gläubigen werden im Halbjahrestakt vertröstet. Mit dem Ergebnis, dass sie in Scharen davon laufen.

Der synodale Weg, den die Bischöfe auf Druck der Basis aktuell gemeinsam mit Laien beschreiten, ist die letzte Chance, aus der Rolle des Beschwichtigens in die Rolle des Gestaltens zu finden. Richtig ist, dass viele Reformfragen nur weltkirchlich zu klären sind. Doch es reicht nicht, Argumente immer nur zu sammeln. Man muss auch den Mut haben, sie in Rom vorzutragen. Auch wenn es die Karriere kostet.

So ist es an der Zeit, laut und deutlich ein Konzil einzufordern, das die Rolle der Frauen klärt und die frohe Botschaft wieder über zweifelhafte Traditionen eines absolutistisch organisierten Männerbundes stellt. Die Wahrheit war in allen Zeiten stets Ergebnis eines theologischen Ringens. Diesem Prozess müssen sich die deutschen Bischöfe stellen.

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