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Wo soll in Visbek künftig Windenergie produziert werden?

Die Mitglieder des Rats sind sich einig, dass geprüft werden soll, ob auch außerhalb Astrups Windkraftanlagen innerhalb der Gemeinde errichtet werden können.

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Windenergie soll auch in Visbek eine größere Rolle spielen. Doch in welchem Umfang? Das soll nun geprüft werden. Symbolfoto: dpa/Büttner

Windenergie soll auch in Visbek eine größere Rolle spielen. Doch in welchem Umfang? Das soll nun geprüft werden. Symbolfoto: dpa/Büttner

Windenergie wird aktuell in Visbek lediglich in Astrup produziert. Das könnte sich womöglich in Zukunft ändern. Die Mitglieder des Visbeker Gemeinderates haben sich am Dienstagabend einstimmig dafür ausgesprochen, dass die Verwaltung eine Änderung des Flächennutzungsplans für die Ausweisung eines weiteren Sondergebiets Windenergie prüfen soll. Weiterhin sind die Durchführung der Planungsleistungen, Form der Bürger- und Gemeindebeteiligung und entsprechende Übernahmen der Planungskosten in einem städtebaulichen Vertrag zu regeln.

Zuvor ging Bauamtsleiter Frank Wahls noch einmal kurz auf den Hintergrund ein: Eine Eigentümergemeinschaft von acht Personen aus Endel und Erlte ist an die Verwaltung wegen der Ausweisung von weiteren Sondergebietsflächen für Windenergie herangetreten. Denn momentan sieht der Flächennutzungsplan der Gemeinde Visbek eine Sondergebietsfläche Windenergie nur im Bereich Astrup vor. Wenn also weitere Gebiete ausgewiesen werden sollen, muss der Flächennutzungsplan entsprechend angepasst werden. Dafür bedarf es einer sogenannten Potenzialanalyse, die ermittelt, wo im Gemeindegebiet Windenergieanlagen zulässig sein können. Die Eigentümergemeinschaft hat vom Hannoveraner Unternehmen Nwind eine solche Potenzialanalyse bereits durchführen lassen. Daraus ergibt sich, dass eine Fläche in Endel sich unter anderem für die Errichtung von Windkraftanlagen eignet.

Geringere Abstände zu Wohnhäusern?

Martin Rohe (SPD) betonte, dass unbedingt ein Windenergiekonzept auf den Weg gebracht werden sollte – gerade angesichts des Klimawandels und hinsichtlich unabhängiger Energiegewinnung. „Wir kennen die aktuelle Situation“, verwies Rohe auf den Krieg in der Ukraine. Er sprach sich dafür aus, dass innerhalb der Gemeinde weitere Potenzialflächen ausgelotet werden sollten und warb für eine mögliche Aufweichung der Abstände zu Wohnhäusern. Für den Klimaschutz müsse man vielleicht der Bevölkerung „bittere Pillen“ zumuten. Dafür sollte sie aber finanziell an den Projekten beteiligt werden.

Wie beispielsweise eine Form der Bürgerbeteiligung aussehen kann, regele schließlich ja der städtebauliche Vertrag, der aufgesetzt wird, sagte André Hüttemeyer dazu. Rohes Vorschlag, weitere Potenzialflächen auszuweisen, finde er „problematisch“. Seiner Ansicht nach tue die Gemeinde Visbek „schon relativ viel“ für die Energieversorgung Deutschlands und zählte Erdgas, Biogas sowie Windenergie auf. „Wir müssen schauen, wie wir Visbek verträglich entwickeln.“

Detailfragen können jetzt noch nicht geklärt werden

Sie wohne bereits in der Nähe einer Windkraftanlage, ließ Christel Kellermann (FDP) wissen. „Es kann sich keiner vorstellen, wie es ist“, verwies sie auf die Geräuschkulisse in Astrup. Sie sei auf jeden Fall für Windenergie, aber ein gewisser Abstand zwischen den Anlagen und Wohnhäusern müsse eingehalten werden. Überdies halte Kellermann eine Beteiligung der Bürger für wichtig. Auch Bürgermeister Gerd Meyer war bei der Abstandsfrage nicht bei Martin Rohe. Ein Abstand von beispielsweise 400 Metern sei für ihn „nicht akzeptabel“. Da helfe auch kein finanzieller Anreiz, die Geräuschkulisse verschwinde dadurch nicht. Neben dem Abstand spielen auch weitere Faktoren eine Rolle, warf Josef Langfermann (Grüne) ein. Diese gelte es in dem Prozess sorgsam abzuarbeiten. Wichtig sei ihm, das Umfeld mitzunehmen. Er regte zudem an, eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe zu diesem Thema zu gründen.

Rohe war sich des Konfliktpotenzials hinsichtlich der Abstände bewusst und schlug als Beispiele für mögliche Potenzialflächen wenig bewohnte Flächen in Norddöllen und in der Nähe des Herrenholzes vor, ehe Ratsvorsitzender Klaus Muhle (CDU) in die Debatte eingriff. Er erinnerte die Anwesenden daran, dass es in diesem Moment erst einmal darum gehe, eine Flächennutzungsplanänderung auf den Weg zu bringen. Man könne noch ewig diskutieren, alle hätten Ideen, aber einig sei man sich doch dahingehend, überhaupt in den Prozess einzusteigen. Es bringe jetzt nichts, sich in Detailfragen zu verlieren. Dem schloss sich der Bürgermeister abschließend an: Es werde noch ein langer Prozess.

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