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Wo Donald Trump recht hat

Thema: Amerika zieht Truppen aus Deutschland ab - Deutschland sollte die berichtige Kritik ernst nehmen oder ansonsten hoffen, dass ein neuer Mann ins Weiße Haus zieht.

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Donald Trump ist ein Wüterich. Beobachter beschreiben ihn als fahrig und unkonzentriert, als Egomanen, unfähig, seine Interessen von der Staatsraison zu trennen. In anderen Worten: Der "Führer der freien Welt" ist ein Totalausfall.

Trotzdem ist nicht alles, was aus Trumps Munde kommt, falsch. Deutschland hat über Jahre dringend nötige Investitionen in die eigenen Verteidigung verschleppt. Zwar werden auf deutschen Werften die modernsten Fregatten und U-Boote gebaut. Aber nach der Übergabe an die Deutsche Marine dauert es nicht lange, bis die Schiffe wegen fehlender Ersatzteile oder mangelhaft ausgebildeter Truppen (vorübergehend) stillgelegt werden müssen. Grund dafür ist die Unterfinanzierung der Streitkräfte. Doch Kriege und militärische Bedrohungen verschwinden nicht, wenn Deutschland sein Militär kaputt spart; im Gegenteil. Schon die Römer wussten: Wer Frieden will, muss auch für Verteidigung sorgen.

Doch Deutschland ist in den vergangenen Jahren nie seiner vertraglichen Verpflichtung, zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung auszugeben, nachgekommen. Unsere Nachbarländer beobachten die deutsche Selbstverzwergung voller Sorge: Wer, wenn nicht Deutschland - natürlich im europäischen Verbund und mit Amerika - soll denn die Sicherheit Europas garantieren?

Diese Selbstkritik täuscht aber nicht darüber hinweg, dass Trumps Gebaren Erpressung ist. Deutschland sollte die berechtigte Kritik ernst nehmen und ansonsten hoffen, dass im Januar ein neuer Mann ins Weiße Haus einzieht.

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