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Wir haben nur einen Planeten

Gedanken zum Erdüberlastungstag: Wenn wir so weitermachen, verspielen wir unseren Wohlstand.

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Am Donnerstag dieser Woche war es wieder soweit. Die Erde hatte an diesem Tag alle Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht. Treibhausgase, Wälder, Ackerland, Wasser. Am 28. Juli war in diesem Jahr Earth Overshoot Day, der Erdüberlastungstag. Ab jetzt leben wir für dieses Jahr bei Mutter Erde auf Pump – übrigens einen Tag länger, als im vergangenen Jahr.

Eigentlich benötigten wir bei unserer Lebensweise 1,75 Erden. Würden alle so leben wie wir Deutschen, wären es 3 Erden, bei den Amerikanern sogar 5. Den größten historischen Impact haben übrigens die Europäer über nunmehr fast 200 Jahre seit der Industriellen Revolution geleistet. Uns obliegt daher auch die größte Verantwortung, selbst wenn Chinesen und Inder derzeit die Welt noch mehr verpesten sollten.

Sie haben andere Sorgen? Sie wissen nicht, wie Sie bei den Gaspreisen durch den Winter kommen sollen? Verständlich. Aber gerade in diesen Zeiten, die vom Wirtschaftskrieg gegen Putin geprägt sind, müsste allen schmerzlich bewusst werden, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der billigen fossilen Energie und dem Zustand unseres Planeten. Wir richten mit unserer bisherigen Lebensweise die Erde zugrunde und verspielen damit unseren Wohlstand. Der wurde nämlich auf Kosten der Erde erwirtschaftet – und zu Gunsten eines despotischen Regimes. Dass das nicht nachhaltig ist, haben wir geahnt. Erst jetzt, wo Putin am Gashahn dreht, handeln wir.

"Leider brauchen wir immer erst den Schmerz, bevor wir zum Arzt gehen, anstatt an die Vorsorge zu denken."Stefan Freiwald

Alles redet von Nachhaltigkeit. Auch wir berichten derzeit in einer Serie über Unternehmen, die diesen Weg beschreiten. Es sind zunächst nur wenige, die es wirklich ernst meinen und sich nicht bloß einen Marketingvorteil davon versprechen. Aber es werden weitere folgen, weil sie keine andere Wahl haben: Die Vorgaben der EU in Sachen Umwelt und Menschenrechte werden strenger, Banken werden bei der Kreditvergabe auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen müssen. Der größte Treiber dürften aber wohl die Energiepreise sein. Kurz gesagt: Wer als Unternehmer glaubt, so weitermachen zu können wie bisher, dem ist nicht mehr zu helfen.

Leider brauchen wir immer erst den Schmerz, bevor wir zum Arzt gehen, anstatt an die Vorsorge zu denken. Als die Energiepreise noch niedrig waren, wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, die Erneuerbaren konsequent auszubauen. Jetzt wird der Umbauprozess umso schmerzhafter und teurer.

Christian Lindners Paradoxie

Die Bundesregierung muss mutig vorangehen und die Schuldenbremse endgültig lösen, um die entstehenden sozialen Verwerfungen auch nur annähernd auszugleichen. Mit einer ökologisch unsinnigen und sozial ungerechten Erhöhung der Pendlerpauschale wird es nicht getan sein. Wenn dem Finanzminister gleichzeitig das 9-Euro-Ticket dauerhaft zu teuer erscheint, kommen ernsthafte Zweifel auf, ob Christian Lindner wirklich verstanden hat, worum es eigentlich geht. Auch wenn er großspurig von den Erneuerbaren als "Freiheitsenergien" spricht, sich gleichzeitig aber am Verbrennermotor und an längst abgeschriebenen Atomkraftwerken festklammert.

Wir können der Energiekrise nicht mit Mitteln aus dem vorherigen Jahrtausend begegnen, denn wir müssen vor allem anderen unsere Schulden bei Mutter Erde abbauen, bevor es zu spät ist. Dafür müssen wir wirklich nachhaltig handeln. Nur so können folgende Generationen noch vom Wohlstand profitieren. Wir haben nur einen Planeten.

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