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Wiederwahl: Heidrun Hamjediers bleibt Erste Stadträtin in Friesoythe

Mit der Mehrheit der SPD/Grüne-Fraktion wurde die 60-Jährige für weitere 8 Jahre im Amt bestätigt. Zuvor hatte der CDU/FDP-Fraktionsvorsitzende schwere Kritik an Hamjediers' Amtsführung geäußert.

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Friesoythes Bürgermeister Sven Stratmann gratuliert der Ersten Stadträtin Heidrun Hamjediers zur Wiederwahl. Foto: Stix

Friesoythes Bürgermeister Sven Stratmann gratuliert der Ersten Stadträtin Heidrun Hamjediers zur Wiederwahl. Foto: Stix

Heidrun Hamjediers bleibt Erste Stadträtin der Stadt Friesoythe. Der Stadtrat bestätigte die 60-Jährige in seiner Sitzung am Mittwochabend mit deutlicher Mehrheit für weitere 8 Jahre, beginnend am 1. Februar 2023, im Amt. Sie erhielt in der geheimen Wahl 18 Ja-Stimmen bei 11 Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Die SPD/Grüne-Fraktion war vollständig anwesend, aus der 15-köpfigen CDU/FDP-Fraktion fehlten drei Mitglieder.

Bereits am Tag vor der Wahl hatte die CDU/FDP-Fraktion in einer Pressemitteilung erklärt, dass sie Hamjediers bei einer Wiederwahl nicht unterstützen werde (OM-Online berichtete). Dem stellte sich Bürgermeister Sven Stratmann (SPD) mit einer in Teilen emotionalen Rede entgegen, in der er für eine Wiederwahl ohne erneute Stellenausschreibung warb, die Arbeit der Ersten Stadträtin würdigte und dafür mehrfach Applaus aus den Reihen der Zuhörer erhielt.

Er sei, so Stratmann, der Meinung, dass Hamjediers in den zurückliegenden 7 Jahren "einen tollen Job" gemacht habe. Darin sehe er sich auch durch Aussagen von Bürgerinnen und Bürgern bestätigt, die sich nach Veröffentlichung der Pressemeldung von CDU und FDP bei ihm gemeldet und Unverständnis über die Aktion der Opposition geäußert hätten.

"So ein negatives Bild kann man sich nicht in den ersten 6 Monaten gemacht haben."Sven Stratmann, Bürgermeister

Auch zahlreiche Mitglieder der CDU/FDP-Fraktion hätten, so Stratmann, "sehr gute Beispiele dafür, dass die Zusammenarbeit mit der Ersten Stadträtin sehr vertrauensvoll, zielorientiert und in keinster Weise parteiorientiert über die Bühne gegangen ist". Ungezählte Projekte, die Ratsmitgliedern der CDU ein Anliegen gewesen seien, hätte die Verwaltung unter Federführung und mit hohem Einsatz der Ersten Stadträtin realisiert.

Reinken: Man habe immer wieder kritisiert, wie Hamjediers mit dem Stadtrat umgehe

Er könne sich nicht vorstellen, dass alle Mitglieder der CDU/FDP-Fraktion das von Reinken angekündigte Abstimmungsverhalten "aus Überzeugung mittragen können", betonte Stratmann. Das gelte insbesondere für die Ratsmitglieder, die erst seit einem halben Jahr in dem Gremium sitzen. "So ein negatives Bild kann man sich nicht in den ersten 6 Monaten gemacht haben", zeigte er sich überzeugt. "Da hat man sich blind einer vorgepredigten Meinung angeschlossen."

"Heute entscheiden wir aus den Erfahrungswerten der vergangenen 7,5 Jahre."Lukas Reinken, Fraktionsvorsitzender CDU/FDP

Lukas Reinken betonte in seiner Erwiderung, dass die CDU der Ersten Stadträtin 2014 einen großen Vertrauensvorschuss mit auf den Weg gegeben habe. "Heute entscheiden wir aus den Erfahrungswerten der vergangenen 7,5 Jahre", so Reinken. Man habe in dieser Zeit immer wieder kritisiert, wie Hamjediers mit dem Stadtrat umgehe, sagte er.

"Wir wissen, dass die Zusammenarbeit mit unserer Entscheidung nicht besser, sondern eher schlechter wird", nahm er das erwartbare Wahlergebnis vorweg. Dennoch setze man ein Zeichen, denn die Fraktion wolle eine Zusammenarbeit mit offenen Informationen und Diskussionen. "Wir wollen nicht so entscheiden, wie es uns die Verwaltung vorschreibt", sagte er.

"Sie können einfach nicht akzeptieren, dass es einen SPD-Bürgermeister und eine SPD-Mehrheit gibt."Renate Geuter, Fraktionsvorsitzende SPD/Grüne

Für die Fraktion SPD/Die Grünen stellte die Vorsitzende Renate Geuter die Frage, ob sie und Reinken in den vergangenen Monaten in unterschiedlichen Gremien gesessen hätten. "Was Lukas Reinken gesagt hat, entspricht nicht der Realität", so Geuter. Es habe viele Sitzungen gegeben, bei denen man aus der Diskussion heraus Beschlussvorschläge angepasst habe. Alle Verfahren seien sehr transparent und sicher gelaufen, sagte sie. "Sie können", so Geuter in Richtung CDU/FDP-Fraktion, "einfach nicht akzeptieren, dass es einen SPD-Bürgermeister und eine SPD-Mehrheit gibt."

SPD-Ratsmitglieder äußern Unverständnis

Während aus der CDU/FDP-Fraktion keine weiteren Wortmeldungen kamen, äußerten viele SPD-Ratsmitglieder ihr Unverständnis über die Haltung der Opposition. Er habe in seinen 40 Jahren Ratszugehörigkeit noch nie einen Stadtrat erlebt, der so umfangreich informiert sei und so umfangreich diskutiere, wie es seit 7 Jahren der Fall sei, sagte etwa Hans Meyer. Pia van de Lageweg rief die CDU/FDP-Fraktion dazu auf, wieder auf eine sachliche Arbeitsebene zurückzukommen. "Wir sind nicht angetreten, dass wir Menschen persönlich beschädigen", betonte sie.

Hamjediers selbst gab nach der Wahl zu, dass sie sich in der Pressemitteilung von CDU und FDP nicht wiedergefunden habe. "Es hat mich überrascht, dass sich keiner aus der CDU zu mir bekannt hat", sagte sie. "Ich habe zu den meisten eigentlich ein gutes Verhältnis." Das Wahlergebnis bezeichnete sie als "Anerkennung der Arbeit unserer Stadtverwaltung".

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