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Wie soll sich Goldenstedt künftig entwickeln?

Die Gemeinde beschäftigt sich mit dem Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP). Die örtliche Politik übt Kritik an den Verwaltungen und will sich fraktionsintern weiter beraten.

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Wo darf noch gebaut werden? Wohnbebauung soll laut dem RROP-Entwurf möglichst zentral sein. Die Bauerschaften dürfen aber nicht vergessen werden, findet die Gemeinde. Symbolfoto: Pixabay

Wo darf noch gebaut werden? Wohnbebauung soll laut dem RROP-Entwurf möglichst zentral sein. Die Bauerschaften dürfen aber nicht vergessen werden, findet die Gemeinde. Symbolfoto: Pixabay

Der Landkreis Vechta plant, das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) für den Kreis neu aufzustellen. Darin wird unter anderem definiert, wo künftig Wohnbebauung oder auch Gewerbeansiedlung möglich sein kann. Dafür hat der Kreis nun einen Entwurf vorgelegt. Die Kommunen können bis zum 5. Juli dazu Stellung nehmen – so auch die Gemeinde Goldenstedt. Darüber informierte die Verwaltung in der jüngsten Bauausschusssitzung die anwesenden Ratsmitglieder.

Bürgermeister Alfred Kuhlmann gab einen groben Einblick, inwieweit die Vorstellungen des Landkreises die Gemeinde betreffen. So möchte der Kreis beim Thema Wohnen möglichst zentrale Bereiche festlegen, sagte Kuhlmann. Dabei müsse aber aufgepasst werden. Die Möglichkeiten in den Bauerschaften sollten nach Ansicht des Bürgermeisters im Auge behalten werden. Bezüglich der Wirtschaftsentwicklung sei es der Plan des Kreises, möglichst im Bereich der Autobahn Gewerbe anzusiedeln, sagte Kuhlmann. Da Goldenstedt aber von der A1 zu weit entfernt ist, müsse die Gemeinde die Möglichkeit erhalten, weiterhin vor Ort Gewerbe zuzulassen. Dahingehend habe es aber bereits „erfolgreiche Gespräche“ mit dem Kreis gegeben. So sei geplant, sagte Kuhlmann, im Bereich der Bahnhofstraße ein neues Gewerbegebiet auszuweisen. Auch von den Plänen des Kreises, über einen Biotopverbund einen Grüngürtel auszuweisen, sei Goldenstedt betroffen.

Fraktionen wollen sich genauer informieren

Grundsätzlich, so Kuhlmann, könne die Gemeinde die Forderungen des Landkreises erfüllen. Die Verwaltung hat bereits Änderungswünsche formuliert. Die Politik könne diese bestätigen oder eben selbst Anregungen formulieren. Da das Thema keine leichte Kost sei, biete die Verwaltung an, zu den Fraktionssitzungen zu gehen, um den RROP-Entwurf und die Ansicht der Verwaltung näher zu erläutern, sagte Kuhlmann.

Christiane Lehmkuhl (IGG) sprach sich im Namen ihrer Fraktion dafür aus, das Angebot der Verwaltung anzunehmen. Für das bessere Verständnis wünsche sie sich zudem, das alte RROP einsehen zu können. Generell mahnte auch die IGG-Ratsfrau zur Vorsicht: „Flächen vermehren sich nicht.“ Es müsse gerade beim Thema Gewerbe und Naturschutz genau abgewogen werden. Deshalb sei sie auch „befremdet“ davon, dass die Verwaltung bereits den Wunsch an den Landkreis formuliert habe, bestimmte Landschaftsschutzgebiete herauszunehmen. Darüber hätte „man vorher sprechen können“.

So hatte die Verwaltung bereits angeregt, den Bereich des Erholungsparks Hartensbergsee, die landwirtschaftlich Fläche östlich des Alten- und Pflegeheims St. Franziskus und eine Fläche für ein potenzielles Baugebiet in Lutten nicht als sogenannte Vorranggebiete darzustellen. Dem wurde bislang aber seitens des Landkreises nicht entsprochen.

Zu kurzfristig, zu wenig öffenlichkeitswirksam

Martin Meyer (CDU) äußerte seinen Unmut darüber, dass der Landkreis so eine kurze Frist für das Einreichen der Stellungnahmen angesetzt habe. Das setze die Kommunen unter Druck. Die Kommunalpolitikerinnen und – politiker seien schließlich ehrenamtlich tätig, arbeiteten tagsüber und hätten erst danach Zeit, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen. Er würde es deshalb begrüßen, das Ganze nochmal CDU-intern, mit den Informationen der Verwaltung, aufzurollen. Dem schloss sich Dietrich Tangemann (CDU) an und ergänzte, dass das RROP „mehr in die Öffentlichkeit transportiert“ werden müsse. Sein Eindruck sei, dass das bislang nicht überall angekommen sei. Schließlich sprachen sich alle Bauausschussmitglieder einstimmig dafür aus, das Thema noch einmal in den Fraktionen zu besprechen.

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